Dienstag, 17. November 2009

Rügen: Mit Sanddorn  in die Bio-Weltelite  

In der Edeldestillerie Lieschow auf Rügen wird weltweit der beste Bio-Sanddorngeist produziert. Zitrone des Nordens nennt man die orangefarbene Frucht auch, die zu Ost-Zeiten immer wieder eine wichtige Rolle für die Vitamin-C-Versorgung der RGW-Staaten einnehmen sollte..


Rainer Hessenius vor seinen Biobränden...


Maren Hessenius mit der Zeitungsseite des G8-Gipfels und ihren Bränden vor der Brennblase..
Fotos: © ostSeh/Küstermann


Lieschow (ostSeh). Rainer Hessenius und seine Frau Maren brennen. Für Obst. Und den daraus gewonnenen Edelbrand. Der 56-Jährige gelernte Gastronom hat nun mit seinem Team einen weiteren Qualitätsbeweis für die Rügener Edeldestille eingeheimst. Dort produziert Rainer mit Maren Hessenius und deren Team Spitzenqualität. Denn der in Lieschow hergestellte Sanddorngeist hat nun auch den Bio-Award 2009 bekommen.

„Best of Bio“ für die Bio-Hotels – europaweit 62 an der Zahl – bringt seit 2004 diesen Preis hervor. Eine exklusive runde, denn auf Rügen gibt es mit dem 'meersinn' in Binz eben mal ein Bio-Hotel, in MV ganze drei. „Best of Bio spirits“ wurde 2009 erstmalig nach Auswahl aus 264 Spirituosenproben vergeben. Elf Juroren hatten in München das Vergnügen. 24 Brände und Geister hielten am Ende stand. Lieschow steuert dabei den besten Bio-Sanddorngeist zu, der weltweit zu haben ist, urteilte die Jury. Wobei, ganz ehrlich, manche schon bei Sanddorn überlegen müssen und daher die Konkurrenz für dieses Produkt auch weniger groß ist, wie bei, sagen wir, Pflaume.

Welches Bio-Image die Edeldestille bedient, ist zu sehen, wenn die Inhaber stolz einen Zeitungsausschnitt des G8-Gipfels präsentieren, auf dem für die Regierungschefs der Welt der Tisch mit den Bränden und harten Sachen auch eine Flasche aus Lieschow aufweist. Das Obst dafür ernten die vier Mitarbeiter noch bis spät in den Herbst wie den Apfel Ontario, der jetzt von den Bäumen kommt. „Das geht auf Rügen, da die Ostsee das milde Obst-Klima bestimmt und kaum ein Ort weiter als 7,5 Kilometer von der Küste entfernt ist“, weiß Maren Hessenius aus zahlreichen Verkaufsgesprächen, die in Lieschow direkt neben dem Brenner geführt werden. Nur getrennt von einer Glasscheibe, was wegen der Hitze auch gut so ist. Neben dem europaweit umfangreichsten Angebot alter Obstsorten auf drei Hektar Land rund um die Destille vor der Haustür – natürlich alles bio – wird aus der Plantage des Obsthofes in Altkamp zugeliefert. Auch die Beeren werden übrigens von einer Ludwigsluster Plantage zugeliefert. Weil nur dort ein einheitlicher Reifegrad der Beeren bei der Ernte besteht. Wildgewächse tragen Beeren in drei Reifestufen und das ist den Brandexperten schon wieder zu unwägsam. Die wollen Kontrolle haben – von der Reife über die Maische bis zum Brand. Nur so entsteht eben ein prämierter Brand wie eben jener. Einer übrigens aus mehr als 20 Sorten.

© ostseh/küstermann


Samstag, 14. November 2009

Rügen: Auftakt Buch und Trödel im Winter

Garz (PM ostSeh) In Garz auf der Insel Rügen findet am 21. und 22. November der Auftakt der Reihe "buch und trödel im winter" statt. Im Angebot des Atriums der Regionalen Schule Garz wird an rund zehn ganz verschiedenen Ständen Literatur ebenso wie gediegener Trödel und etwas Weihnachtsdeko sein.

Geöffnet ist am Sonnabend ab zehn Uhr bis voraussichtlich 16 Uhr. Am Sonntag ebenso. Die Schlusszeiten richten sich nach dem Publikumsandrang. Auf der Flohmarktveranstaltung mit Büchern und gediegenem Trödel wird auch eine kleine Versorgung angeboten.

Die Reihe "buch und trödel im winter" soll die kommenden Monate jeweils in einem anderen Ort der Insel mit wechselndem Angebot stattfinden. Gingst ist am 12. und 13. Dezember zur Adventskirmes die nächste Station. Bergen, Putbus und Sassnitz stehen noch zur Auswahl. Teilnehmer mit Büchern und gediegenem Trödel können gerne noch einsteigen. Für die Organisation und zur Verbindlichkeit wird jeweils vorab eine kleine Teilnahmegebühr erhoben.
info 0171 5254076 oder www.ostseh-buch-und-troedel.de

visdpr s.+a. küstermannn


Freitag, 13. November 2009

Rügen / Schweinegrippe: EMA-Gymnasium vernachlässigt H1/N1-Informationspflicht

Bergen (ostSeh) „Dem Gesundheitsamt in Bergen auf Rügen sind bis zum heutigen Tag insgesamt sechs bestätigte H1/N1-Erkrankungen aus dem Ernst-Moritz-Arndt Gymnasium bekannt geworden. Dabei sind vier Fälle im Teil Sassnitzer Chaussee und zwei Fälle im Haupthaus zu verzeichnen.Die Schulleiter aller Schulen im Kreis haben Informationsmaterial und Merkblätter in ausreichenden Maße, die sie beim Auftreten von Erkrankungen in den Klassen den Schülern und den Eltern übergeben sollen.“

Dies sagt auf Nachfrage die Hygieneärztin des Landkreises Inge Schmidt. Grund der Nachfrage war das Informationsbegehren eines sogenannten Risikopatienten mit Diabetes, der sich als Elternteil und potenziell Betroffener schlecht bis gar nicht informiert fühlte. Seine Nachfrage bei der Schule ergab das Gefühl, nur beschwichtigende Teilinformationen zu erhalten. „. Mir wurde nur ein Fall genannt. Wenn wir die Infektion jedoch zu Hause haben, weil die Tochter sie aus der Schule mitbringt, fühle ich mich in meiner gesundheitlichen Selbstbestimmung beschnitten. Denn als Diabetiker muss ich vorher entscheiden, ob die Sachlage nun eine Impfung nahelegt, die ich sonst vermieden hätte“, sagt der Mann, der anonym bleiben möchte. (Idendität bekannt).

Im Gesundheitsamt des Landkreises geht man davon aus, dass die Schulleiter bei Auftreten der Infektion H1/N1 an ihrer Schule eigenständig über die Schüler und mit Merkblättern die Eltern informieren. Sie seien dazu vom Ministerium instruiert worden. „Material dazu ist an den Schulen ausreichend vorhanden“, so die Hygieneärztin. „Wir überwachen nur den epidemiologischen Verlauf.“ Im Zweifel empfehle sie derzeit, bei Grippesymptomen einfach etwas früher als bisher zu Hause zu bleiben. © ostseh/küstermann

Siehe auch Merkblätter des Gesundheitsamtes.
Info:
Am 1919 gegründeten EMA-Gymnasium als zweitgrößtem Gymnasium des Landes MV unterrichten um die 74 Lehrerinnen und Lehrer rund 800 Schülerinnen und Schüler von 1000 Quadratkilometern Insellandkreis. Die Website der Schule gibt zwar die Koordinaten bekannt, die annähernde Anzahl der Schülerinnen und Schüler oder ein Richtwert ist jedoch nicht zu finden. Auf Rügen wird das Virus seit Juli und einer ersten Meldung bei zwei Gästen beobachtet. Es gab bisher jedoch keine dramatische Entwicklung. Hier gibt es Tipps zum Reduzieren des Infektionsrisikos:
http://www.cogni.net/keine-schweinegrippe/start.html
küma


Mittwoch, 11. November 2009

Rügen: Michelin hebt Ralf Haug ins Firmament der Köche

Ein erster Stern auf Rügen.


Ralf Haug (38): Ein Lächeln auf dem Teller und eines von Ralf Haug vor
der Kamera, der sich damit etwas schwerer tut....

Fotos: ostSeh/Küstermann

Rügen/Deutschland. (ostSeh) „Wenn einer den Stern nach Rügen holt, dann Ralf Haug.“ Sowas denkt sich zwar fleißig und beschwörend, es erwähnt sich auch nett und wissend am Rande, doch vorab schreiben stößt meist auf den Unwillen der Beschworenen. Da muss sich das weitaus vorsichtiger anhören, möchte man nicht vom Aspiranten ein Gewitter erleben. Doch Ralf Haug (38), ursprünglich aus dem Schwarzwald einer Gastronomenfamilie entwachsen, wollte nie etwas anderes werden als Koch. Und wer so konsequent über St. Moritz und Usedom nach Rügen seine Chancen und Rezepte verfeinert, bleibt nicht beim Aufsteiger des Jahres, sondern wird konsequent Sternekoch. Denn der sechste Stern im Land geht nach dem neuen Guide Michelin an Ralf Haug mit seinem Restaurant 'nixe' an der Binzer Strandpromenade. „Luxusprodukte umschiffen mit Ware von Top-Qualität macht für mich zeitgemäße Küche aus“, sagte Haug in einem früheren Interview treffend. Seine Küche: geradlinig, relativ puristisch, wenig Grundprodukte. „Bei mir gibt es keine klassischen oder fünf Paradegerichte. Nie gibt es bei einer neuen Karte ein Gericht zweimal. Das macht dem Koch Spaß, weil er für den Gast viele Spielmöglichkeiten hat.“ Sagt Haug, für den ,,,„das Mundgefühl abwechslungsreich sein sollte.“ Wobei für ihn immer das Produkt gut ist, das die kürzeste Anfahrt hat. Und: „was schon auf einer Karte der Nachbarschaft steht, muss ich nicht nochmals anbieten.“ Da wird sich Binz nun schwer tun, da Haugs Maßstäbe auch für Binz Zeichen setzen. Und die Erwartungen sicherlich auf alle anderen abfärben. Die nachziehen müssen, sollte die Kluft nicht zu groß sein.

23 Restaurants hat der wichtigste Gastronomie-Führer mit einem neuen Stern bedacht, neun mehr als im Vorjahr. Der Guide Michelin erschien vor 100 Jahren erstmals in Deutschland. Er attestiert der Bundesrepublik eine „ausgezeichnete Position der deutschen Spitzengastronomie Europas“. In 223 Restaurants mit Stern wird in Deutschland insgesamt gekocht, wobei die hiesige Dichte im Westen und Südwesten der Republik liegt.Die Dichte der Dreisterne-Restaurants zudem ist nur noch in Frankreich größer. Neun immerhin residieren in Deutschland, 18 mit zwei Sternen.



Neun Küchenchefs führen den regelmäßig zu verteidigenden dritten Stern:
Harald Wohlfahrt (Schwarzwaldstube/Baiersbronn)
Claus-Peter Lumpp (Restaurant Bareiss/Baiersbronn)
Helmut Thieltges (Waldhotel Sonnora/Wittlich-Dreis)
Nils Henkel (Schloß Lerbach/Bergisch-Gladbach)
Joachim Wissler (Vendôme/Bergisch Gladbach)
Juan Amador (Restaurant Amador/Langen)
Klaus Erfort (Gästehaus Erfort/Saarbrücken)
Christian Bau (Schloss Berg/Perl)
Sven Elverfeld (Aqua im Hotel Ritz-Carlton)

Ihre Sternequalität verteidigt haben die Küchenchefs der Restaurants „Friedrich Franz“ in Heiligendamm bei Bad Doberan, „Ich weiß ein Haus am See“, Krakow am See (Landkreis Güstrow), „Chezann“ und „Der Butt“ in Rostock. Mit dabei auch das Gutshaus Stolpe (Landkreis Ostvorpommern).

Montag, 9. November 2009

Rügen: Scharfe Sachen auf Gut Rosengarten

Warum sind Chilis so scharf?

Wirsing in Biolandqualität ist derzeit zu haben, Auch der Rosenkohl wartet noch auf FrostGründung, Rosenkohl und abgeerntete Beete vor der Kulisse, in die sich schon bald ein langer Weg auf die Erweiterungsflächen schieben wird. Die Johannisbeersträucher sind schon aumgepflanzt

Gärtnerin Gabriele Bergmann mit einer Chilifrucht der besonders scharfen Sorte

Ein Chilibusch der sanfteren Früchte aus dem Hause Chili

Fotos: ostSeh/Küstermann

Brennendes Interesse beim Schulausflug nach Rosengarten

Garz/Rosengarten. (PM ostSeh) “Was bedeutet eigentlich Bioland?”, “warum ist Chilli so scharf” und “wieviele Kürbisse werden eigentlich in Rosengarten geerntet?” Das und vieles mehr wollten die Schülerinnen und Schüler aus drei fünften Klassen der Regionalen Schule Garz von Gärtnerin Gabriele Bergmann wissen. Die hatte den Schulausflug im Namen von Eigentümer und Gründer des neuen Gutes Rosengarten, Joachim Berg, in den Gewächshäusern empfangen. Zwei dienen dem Gemüseanbau und der Nachzucht, eines soll künftig ein Platz für Events mit einem Amphitheater davor werden. Denn Gastronomie ist bei dieser Größenordnung ein wichtiger betandteil auf dem 1318 erstmalig erwähnten Gut.

In Rosengarten wurde die erste Saison komplett durchgehend Gemüse verschiedenster Arten im Frühjahr und Sommer und selbst jetzt noch Blumen für die Kostendeckung im Winter und Frühjahr gezogen. “Von den anfangs 32 Tomatensorten haben wir nach ersten Erfahrungen allerdings schon wieder welche aus dem Programm genommen. “Wer will schon Tomaten mit einem Gewicht von 500 Gamm?” erläuterte Gabriele Bergmann schmunzelnd. Für die Feuerprobe mit dem Chili hatte sie einige Geschmacksmuster vorbereitet. “Typisch, dass die Jungs sich die ganz scharfen Früchte griffen und die Tränen dann auch noch mit den Fingern aus den Augen wischten, was den Effekt der Schärfe nochmals verstärkte”, schmunzelte sie über die Erfahrungen, die eben jeder selbst machen muss. Eine Schärfescala für Chilli geht übrigens von der ebenfalls dort angebauten Gemüsepaprika bis hin der Sorte Habanero, die gegenüber der Ersteren mit null bis 100 Punkten dann 100 000 bis 350 000 Punkte der Schärfescala aufweist. Das liegt als Beispiel noch zwei Stufen über Tabasco. Verantwortlich für die Schärfe sind die sogenannten Capsaicinoide, die nur in Wasser löslich sind. Daher hilft nach dem zu scharfen Essen anders als bei anderer Schärfe Wasser sofort. Capsaicinoid reizt die Nervenenden, die sonst im Mund für die Empfindung “heiß” zuständig sind. Die Schärfe allerdings besteht tatsächlich aus so etwas wie konservierten Sonnenstrahlen. Je heißer die Chilli-Region, umso schärfer die Frucht. (Info unter www.chilifan.de )

Neben den Gewächshäusern brachte die Gärtnerin Gabriele Bergmann den Kindern auch die Entwicklung von Rosengarten heutzutage im weitläufigen Rückraum nahe. Kartoffeln, Johannisbeeren, Rote Beete, Salate, Gemüse und vieles darüber hinaus waren den Sommer über neben den selbst zu Saft und Fruchtaufstrich verarbeiteten Früchten schon zum Verkauf im Angebot. Und sichtbar ist auch die derzeit vorgenommene Erweiterung auf dann insgesamt 3,5 Hektar Gemüse- und Fruchtanbau. Joachim Berg, der diese Exkursion auch in größerem Zusammenhang mit den Bemühungen um den Status Gesundheitsstadt Garz sehen kann, hat noch weitreichende Pläne für den Anbau, dessen gastronomische Vermarktung nun mit ersten Gesprächen beginnt. Vor Ort kundig gemacht hat sich beispielsweise schon Küchendirektor Stefan von Heine, der sich seit 1995 für die Vermarktung regionaler Produkte einsetzt und bisher immer den Mangel an inseleigenem Gemüse und Kräutern beklagt. “Sei es ein Bund Dill oder mehlige Kartoffeln zum Fisch, ebenso die ganze andere Bandbreite von Küchenkräutern. Dafür besteht doch auf Rügen in solcher Qualität immer Bedarf”, so von Heine.

Dass Bioland ein Qualitätssiegel weit über den ungeschützten Bio-Begriff hinaus darstellt, erfahren die Kinder am Ende fast nebenbei beim LPG-Kuchen und ungezuckertem Apfelsaft. Und Kirsten Koslik-Kilper, eine der begleitenden Lehrerinnen, bestätigte das hohe Niveau und den Erkenntnisgrad eines solchen Ausflugs. Bergs Vision: ein grünes Klassenzimmer mit internationalen Schülern und dazugehörigen heimatlichen Kräutern in Rosengarten. Nur die Frage der Kürbisse, die ließ sich nicht so ganz eindeutig beantworten.

Info: http://www.gut-rosengarten.de/geschichte.htm

© 2009 ostSeh / ANDREAS KÜSTERMANN
Frei verwendbar bei zusendung eines nachweises und korrektem bildnachweis

Dienstag, 3. November 2009

Rügen: Gepflegte Wintertrödler gesucht

Rügen (PM ostSeh) Buch und Trödel heißt eine schon eingeführte Initiative von Silke und Andreas Küstermann. Einmal im Monat soll nun auch außerhalb von Gingst mit Büchern und gehobenem KrimsKrams getrödelt werden. Garz, Gingst, Bergen, Putbus, und andere Standorte stehen zur Disposition. Dabei ist Garz am 21. und 22. November als erster Termin schon festgeklopft. In der Aula der Regionalen Schule soll ein Wochenende lang in Zusammenarbeit mit dem Förderverein der Schule ein gediegenes Angebot erstellt werden. Vorteil für die Anbieter: Sie müssen ihre Ware bis Sonntag um 16 Uhr nicht abbauen. (10 bis 16 Uhr)

Gesucht werden weitere Trödler (Profi oder Hobby), die als einzige Vorbedingungen beide Tage bleiben und ihrem sonstigen Angebot Bücher hinzufügen. Wenn das Sortiment der Trödelwaren (nicht Neu-) weihnachtlich angehaucht ist - um so schöner.

Zugesagt hat auch schon Kai Plümecke, mit dem zusammen der Saal des früheren KKH vermutlich im Januar bespielt werden soll. In Gingst läuft eine Anfrage zur Adventskirmes beim dortigen Tourismusverein, der sich jedoch noch nicht entschieden hat, ob die Veranstaltung zum zehnten Jubiläum am dritten Adventswochenende dort angesiedelt werden könnte.

Gesucht sind also weitere Beteiligte, die Flohmarkt, genauer Buch-und-Troedel im Winter unter Dach schätzen können.

Verbindliche Anmeldungen sind ab sofort erbeten. Der Status der Verbindlichkeit ist nach Zusage und Überweisung von 20 Euro auf ein Veranstaltungskonto erreicht. Info unter 0171 5254076


Rügen: Rügengeplaudere - Herbst

Krimis am Strand, Gourmetessen in luftiger Höhe mit Rundumblick oder ganz abseits, Aktionen nach Jahreszeiten oder neue Gastronomie. Kunst, Kultur oder die Hochzeit von Tokio-Hotel Mama Simone Kaulitz mit Gordon Trümper und den Zwillingen auf Rügen:

Das alles und viel mehr soll künftig hier stehen. Alle 14 Tage in der Kolumne

Herbst. Till Demtröder hat seine Schleppjagd Cross Country schon im Sommer abgesagt. War sie im vergangenen Jahr mit etlicher Prominenz unter Carlo von Tiedemann und Demtröder mal wieder von dem Pferdenarren und Schauspieler inszeniert worden, während seine Serie „Hallo Robbi“ eben starb, wird kolportiert, dass es in diesem Jahr an den Sponsoren gemangelt habe. Die Autobranche, im Jahr 2008 noch dicke als Geleitfahrzeugsteller mit Offroadern dabei, ist dieses Jahr satt. Klaro: 35 Prozent Anzeigenvolumen soll die Abwrackprämie den hiesigen Zeitungen an Einbußen beschert haben. Durch nicht geschaltete Anzeigen, da die Kunden ja frei Haus kamen. Diese Ersparnis hat vermutlich ein Polster für das nun kommende, magere Jahr geschaffen. Scheint es. Nur der Kurdirektor von Binz hatte Cross County noch als vermeintliches Topp-Ereignis im Juli vorzeitig aber eben fehlinformiert rausposaunt. Auch klar. Denn am Sonntag danach machen die Teilnehmer immer eine gute Figur am Binzer Strand mit Schaureiten. Das entgeht ihm nun.

So war nun die Mecklenburger Meute ende Oktober auf Gut Boldevitz mit einer Schleppjagd. Kirsten Victor wird wohl auch irgendwann mit Mutter Margitta und dem Naturerlebnisverein wieder eine Hubertusjagd im Westen der Insel organisieren. Statt stinkenden Karossen allerdings begleitet durch Kremser und Rossäpfel. Dort tritt dann eher ein unadeliger aber auch untadeliger Kreis von Sportreitern auf. Ohne Hunde. Und der Caspars-Kochschulenerfinder Stefan von Heine führt dabei sein Pferd Oscar aus und bedient in der Pause die Gesellschaft mit seiner mobilen Küche. Chic mit etwas Understatement, edel, jedoch nicht affektiert.

Währenddessen beklagt der Ökologische Jagdverein auf Rügen angesichts des Hubertustages am 3. November weiterhin, dass Teile der Jägerschaft den überhöhten Wildbestand nicht ordentlich reduzieren würden, Nationalpark wie andere Flur völlig überbevölkert von Schwarzwild, Reh-, Rot- und Damwild sei. Und siehe da: immer häufiger steht ungeniert direkt neben der Straße eine Rotte Bachen mit ihren Frischlingen oder ein Bock, der höchst geruhsam den Autos nachschaut. Gärten bleiben ebenso wenig verschont wie junge Obstgehölze und auf der Terrasse des Selliner Cliff-Hotels kommen höchst possierlich die Rehe den Gästen ebenso nahe, wie die Wildschweine in Moritzdorf. Dort leben sie am Wasser im Schilf, wo die Jäger wiederum nur schlecht beikommen.

Holger Nebel, Koch, Gastronom und neuer, verjüngter Vorsitzender des Kreisjagdverbandes, kann derlei Kritik nur schwer nachvollziehen. Sitzt er doch eben, während diese Zeilen abgefasst werden, mit anderen Kollegen aus den Revieren des Nationalparks nebst Randbezirken und veranstaltet eine kleine, private Hubertusjagd. Mehr gehe revierübergreifend leider nicht, bedauert er mobil auf dem Hochsitz. Nun, der dritte November ist eben auch ein stinknormaler Dienstag, lieber Holger Nebel. Auch wenn du schon Feierabend hast, weil das Mobby Dick im Sassnitzer Hafen im See-Nebel liegt und nur die Angestellten noch arbeiten. Doch Holger Nebel trägt auch erhellend zum Thema bei, dass in Wiek trotz Pensionierung des dortigen Pastors Klaus-Peter Lüdtke, Träger übrigens der Ehrennadel des Kreisjagdverbandes, am 15. November auch wieder der Hubertus-Gottesdienst in der Kirche stattfände. Gut so! Nach den Worten Lüdtkes schmackofatzt dann das Volk im Kirchgarten gegrilltes Wild von der Holzkohle, wo der Andrang auch am Sonntag daran erinnert, dass es trotz kritisiertem Wildbestand auf Rügen nicht immer einfach ist, Wild zu erwerben. Selbst der Nationalpark verkauft lieber aufs Festland. Offizielle Adressen neben Förstern und Jägern sind nur das Gutshaus Prosnitz oder die Kleine Försterei in Hagen. Die übrigens dieses Jahr auch ihr 15-jähriges Jubiläum feiert. Vom wilden Discomann zum anerkannten Gastronomen, Wildhändler und Jagdscheininhaber mit Waffenbesitzkarten. Gratulation Uwe Kasten. Auf dass du wild bleibst und nicht endest, wie Hirsch Hannes in deinem Wildgehege.

Was aber kommt am Ende? Die Wildkarte! Also nicht die Wildcard, wie sie im Hotel Hanseatic am Wochenende in Göhren mit den drei Spitzenköchen Ulrich Grampp, Peter Knobloch und Tony Münsterteicher praktiziert wird. Wildkarten werden auf Rügen leider noch häufig heimlich eingelegt, während Usedom schon längst seine Wildwochen feiert. Im Kleinen hat sie aber dennoch nicht nur in der Kleinen Försterei Jahresbestand. Auf Deutschlands größter und schönster Insel haben jedoch zu dieser herbstlichen Zeit immer die Lobbyisten der Kohlbauern aus dem Inselnorden in der Gastronomie das alljährliche Zepter ergriffen. Das ist auch gut, da die Anbauflächen leider stark zurückgehen und der zarte rote und weiße Kopf auf der Insel eher schwer zu haben ist. Da kaufen viele unbedacht vom Großhändler das bayerische Kraut. Auch so sind manche Rüganer. Gestartet sind also die Kohlwochen zusammen mit dem Deutschen Hotel und Gaststättenverband (DeHoGa) und es wird geschmort, was des Blatt hält. In der großen Edelstahlpfanne im Freien wie auf dem Rügenhof am Kap Arkona sonnabends oder in den Kohltöpfen der Küchen.

Viel Butter, Zwiebel, etwas Hack oder auch nicht, Salz muss, ein Gewürz der Wahl (Anis, Kümmel, Fenchel...) mit ätherischen Ölen gegen die Blähungen und dann Achtung: Rügener Kohl ist zarter als seine festländischen Anverwandten. Sonst geht es wie dem Edelkoch, der aus Österreich nach Göhren kam und bei der Einführung ein Bonmot vor der Presse abgeben wollte. Also erzählte er von seinem ersten Irish Stew mit Rügenkohl. Mit echtem Salzwiesenlamm, das es in Göhren bei Nils-Torsten Volk ebenfalls gibt. „Sie glauben nicht, was mir passiert ist“, wollte er einen auf Spannung machen. Ein anwesender Journalist: „Soll ich ihnen die Pointe versauen?“ „Schaffen sie nie!“ „Nun gut“, sagte dieser, „das Irish Stew ist ihnen verkocht, da sie den Kohl wie normalen Weißkohl gegart haben, er jedoch zu früh fertig war, das Lamm allerdings nicht....“ Ups. Die Salzluft gart hier schon auf dem Acker mit.

Ja, Rüganer dürfen das. Sie wissen es auch. Und für 0,30 bis 0,50 Euro das Kilogramm sollten Sie sich den Kohl auf der Insel auch zum Selbstkochen nicht entgehen lassen. Der Rügenkaten in Rambin beispielsweise verkauft Wittower Kohl ebenso wie viele der Kochstellen aus den Flyern des Rügen-Produkte-Vereins. Eigens für die im Oktober ganz anders aufgestellten Gäste zur Herbstfreude. Merke: nicht Filderkraut und nicht Bayerisch Kraut, immer nach Wittower Kohl fragen.

Bis bald zu neuen Erkenntnissen!
Ihr © Felix Krull


Montag, 2. November 2009

Rügen: Jagdwende von ÖJV (Ökologischer Jagdverband) gefordert

Während Gäste an den Tischen sitzen, äst dieses Reh ganz ungeniert neben der Terrasse des Casa Blanca im Cliff-Hotel. Seine Begleitung ist eben im Unterholz verschwunden. Bei Wildschweinen im Garten ein Fiasko, fangen nun auch die naturnahen Anlieger an, über derlei Besuch wild zu werden, wenn die jungen Obstbäume oder das Gemüsebeet verbissen sind. Scheu des zahlreichen Wildes? Fehlanzeige bei den Kulturfolgern. An den straßennahen Äckern kann jeder das Potential sehen, von dem die Rede ist. Den ganzen Tag lagern ungeniert dort ganze Gruppen von Wild. Foto: ostSeh/Küstermann

MV/Rügen (ostSeh/küma) Am 3. November ist es wieder so weit: Landauf, landab wird die Hauptjagdsaison mit dem Hubertustag eingeläutet. Alljährlich ein Anlass für die Jägerschaft, auf ihre Leistungen und Verdienste hinzuweisen.
Der mächtigen Lobby zum Trotz: Die gegenwärtigen jagdlichen Zustände sind alles andere als beruhigend, klingen ganz andere Töne aus den Reihen des lautstarkten aber mitgliederschwachen ökologischen Jagdverbandes.

Gleichwohl: Der Ökologische Jagdverein bekennt sich zur Jagd als einer sinnvollen Naturnutzung, sofern sie tierschutzgerecht und nachhaltig Wildbestände nutzt (beispielsweise Enten oder Hasen), die zum anderen aber beim 'Schalenwild' (Rehe, Rot- und Damwild, Wildschweine, Mufflons) in unserer Kulturlandschaft ein aus Sicht der Forst- und Landwirtschaft sowie des Naturschutzes unverzichtbares Regulativ darstellt. Entsprechend müssen bei der Jagd die Belange der Natur und des landnutzenden Menschen im Vordergrund stehen, keine jagdlichen Egoismen.
Dies sei jedoch allzu oft der Fall, weswegen die Gesellschaft mit einer Vielzahl von Problemen mit der Jagd konfrontiert sei, sagen die 'anderen' Jäger mitder Stimme ihres 1. Vorsitzenden, Dr. Karl-Günter Guiard.

Eine beispielshafte Auswahl zum Thema:

- Rehe, Rot- und Damwild in unnatürlich hohen Dichten behindern eine natürliche Verjüngung des Waldes durch den so genannten Verbiss junger Bäume. Waldverjüngung findet bis auf Ausnahmen nur hinter teuren Zäunen statt. Neben dem Ökosystem Wald sind die Waldbesitzer die Leidtragenden: Durch den Unwillen der Jäger, die massiv überhöhten Wildbestände endlich wirksam zu reduzieren, werden den Waldbauern Kosten aufgebürdet, die eine ökonomisch erfolgreiche naturnahe Waldbewirtschaftung von vorneherein zum Scheitern verurteilen.

- Die Explosion der Wildschweinbestände hält unvermindert an. Neben Maisanbau und Eichelmasten tragen auch die Jäger ihren Anteil daran: Anlockfuttergaben (Kirrungen) arten zu Fütterungen aus, die weiteren Zuwachs produzieren. Ob der jüngst verabschiedete landesweite Aktionsplan Schwarzwild das Papier wert ist, auf dem er steht, muss sich zeigen: Appelle hat es genug gegeben, und bisher half nichts: Die Jagd im eigenen kleinen Revier mit hohen Wildschweinbeständen haben die Jäger bisher immer höher bewertet als ihre gesellschaftliche Verantwortung.

- Vögel, insbesondere Enten und Gänse, haben unter der nicht tierschutzgerechten Bejagung mit Schrotschüssen zu leiden. Neben der Tatsache, dass regelmäßig geschützte Arten als Kollateralschäden auf der Strecke liegen, hat bis zu einem Drittel der lebenden Tiere Schrote im Körper, die aus Schüssen auf zu weite Entfernung oder in Vogelschwärme hinein resultieren. Viele Jäger sind offensichtlich vom Können her nicht in der Lage, diese Jagd tier- und naturschutzgerecht auszuüben.

Die Liste ließe sich nahezu beliebig fortsetzen. Der Ökologische Jagdverein (ÖJV) fordert dahere dringend eine Prioritätensetzung und Bekenntnis der Politik zu einer ökologisch und volkswirtschaftlich tragbaren Jagd durch entsprechende Regelungen in Gesetzen und Verordnungen. Leider spricht die Politik des Landes Mecklenburg-Vorpommern hier traditionell eine andere Sprache, indem sie die Belange der konservativen Jägerlobby stützt.

Die Gesellschaft muss sich dieser drängenden Fragen annehmen, Nebenkriegsschauplätze wie die Frage, ob nun mit 14 oder 15 Jahren die Jägerausbildung begonnen werden kann, wie jüngst diskutiert, helfen da nicht weiter und lenken nur ab.

Info oder Anfragen an die Geschäftsstelle: 03991-179319


Mittwoch, 28. Oktober 2009

Dong Energy schaltet Kohlekraftwerke ab - in Dänemark

Auch Künstler haben sich auf Rügen der Sache gegen das Lubminer Kraftwerk angenommen. Hier Jörg Korkhaus bei einer Strandkorbaktion 2008 in Thiessow nahe des Hotels von Torsten Jelinski.

Foto: ostSeh/Küstermann

Kopenhagen/Rostock/Lubmin. (ostSeh) Dong Energy schaltet im April 2010 zwei seiner Kohlekraftwerke in Dänemark ab und reagiere damit auf die immer weiter fallende Nachfrage nach Strom.

Insgesamt werde die Leistung des Konzern um 980 MW gedrosselt, sagen die Grünen in MV. "Das ist fast doppelt so viel Strom wie das Kraftwerk in Lubmin produzieren soll.

Dong schaltet in Dänemark die Giftschleudern ab. Warum soll dann in Lubmin ein Neues Kohlekraftwerk gebaut werden?" fragt sich Torsten Jelinski, frisch gebackener Grüner Kreistagsabgeordneter auf Rügen. "Es gibt weder in Dänemark und schon gar nicht in Mecklenburg-Vorpommern Bedarf an den Strommengen die Dong erzeugen will."

DONG-Vorstandsmitglied Peter Gedbjerg hatte bei einem Termin in Avedoere, Kopenhagen Lubmin jedoch mit dem Puffern von Offshore. Strom und der Nähe zu deutschen Kunden begründet.

Die Abschaltungen im Frühjahr 2010 führen zu eine Gesamtreduzierung von 18 Prozent der thermischen Energieerzeugung der Firma. Die Frage nach dem Sinn eines Kraftwerkneubaus in einem so sensiblen Ökosystem wie der Ostsee vor Lubmin stellt sich immer lauter und eindringlicher. "Wir fordern die Landesregierung noch einmal auf, ihre Befürwortung der Kraftwerkspläne zu überdenken. Die Bürgerinitiative gegen das Steinkohlekraftwerk wird immer wieder laut gegen die Pläne der Regierung und Dong Energy protestieren," so Jelinski.



Montag, 26. Oktober 2009

Rügen: Offene Gärten 2010 am 12. und 13. Juni

Rügen/MV (ostSeh) Vergangenes Jahr war es nur eine Station mit einem Garten auf Jasmund. Davor waren es auch mal drei oder gar fünf Gärten, die in einer landesweiten Aktion auf Rügen geöffnet worden waren.

Wenn Sie an der vierten Auflage unserer Aktion teilnehmen wollen, haben Sie bis zum 30. November 2009 Gelegenheit, sich anzumelden. Wie in den Jahren zuvor finden Sie das Anmeldeformular unter www.offene-gaerten-mv.de oder hier im Anhang.
Diejenigen, die bereits einmal teilgenommen haben bzw. deren Adressen wir in unserer Kartei haben, bekommen die Unterlagen auch per Post.

Das Anmeldeformular wurde erneut überarbeitet, damit Sie zu allen Fragen darin die Antwort finden und wir alle notwendigen Informationen erhalten, um daraus die Broschüre zu unserer Aktion zusammenstellen zu können.
Wir haben das Ziel, die Broschüre noch frühzeitiger fertigzustellen als in diesem Jahr, damit möglichst lange vor der Aktion die Werbetrommel für unser gemeinsames Anliegen gerührt werden kann.

Denken Sie deshalb bitte daran, den Termin der Anmeldung einzuhalten und auch die Teilnahmegebühr rechtzeitig zu überweisen. Natürlich erhalten Sie für diese Gebühr wieder die entsprechende Anzahl von Broschüren, über die Sie frei verfügen können.

Neu ist, teilt der Verein mit, dass auch regionalen Initiativen, die ihre Gärten an einem anderen Wochenende öffnen möchten, die Gelegenheit geboten wird, darauf im Heft hinzuweisen. INFO: (0385/716545)


Sonntag, 25. Oktober 2009

Rügen: Vortrag "Wolf Grünke und der Fotoclub Binz"

Vortragsreihe 125 JAHRE SEEBAD BINZ:

„Wolf Grünke und der Fotoclub Binz“ am 04.11.2009 um 20 Uhr im Haus des Gastes in Binz


Binz. (ostSeh) Das Künstlerehepaar Grünke bereichert heutzutage mit seiner schöpferischen Arbeit das kulturelle Bild des Ostseebades Binz. Lutz Grünke fotografiert, Kathrin Grünke ist Malerin, vornehmlich auf Keramik.

Vor Jahrzehnten schuf der Lehrer Wolf Grünke mit seinen Fotos ein vielfältiges Bild der Heimatinsel Rügen und ihrer Bewohner. Sein Sohn, der Foto- und Grafikdesigner Lutz Grünke, erinnert nun in der Vortragsreihe „125 Seebad Binz“ an den Vater. Am Mittwoch, dem 4. November, wird er ab 20 Uhr im Haus des Gastes über eine Zeit begeisterter fotokünstlerischer Versuche und bedeutender Erfolge berichten, die weit über die Insel hinauswirkten.

Man fand sich seit den 1960er Jahren im Fotoclub Binz zusammen, und überwand unter dem Dach des Kulturbundes der DDR manche materielle, organisatorische und ideologische Hürde. In den Bildern, die Lutz Grünke aus dem Archiv zutage fördert, werden die Einheimischen Bekannte und Bekanntes wiedererkennen und doch eine andere Insel auffinden. Für sie und die Gäste wird hinter allem einerseits die unantastbare Schönheit der Landschaft, andererseits die Realität einer vergangenen Zeit deutlich werden. Mit dem Verständnis der Nachfahren zeigt sich, dass die Bilder Wolf Grünkes und seiner Kollegen mehr waren als regionale Amateurfotos.

Der Eintritt zu diesem Bildervortrag kostet drei Euro mit Kurkarte und fünf Euro ohne Kurkarte. Info & Kartenvorverkauf: Kurverwaltung Ostseebad Binz, Heinrich-Heine-Straße 7, Tel. 038393/ 148 148, Fax. 038393/ 148 145.


Donnerstag, 22. Oktober 2009

Rügen: Schiffe der Hanse – Küstengeschichte

Der Buchtitel auf einer alten Hiddensee-Seekarte
Foto: ostSeh/Küstermann

Lange war die Hanse ein Mythos. Nicht nur Störtebeker hat dazu beigetragen. Das Handelsmonopol hat ganze Städte aufblühen lassen, die Basis für die heutige Bedeutung gelegt. Wenn also Thomas Förster, der Experte in MV für Unterwasserarchäologie und Funde, sein Buch Schiffsbuch parallel zur eben erschienenen Dissertation vorlegt, darf man mit Geschichte pur rechnen. Die Luchte von 1306, deren Betreiben Hiddenseer Mönche zusicherten, um die Zufahrt nach Stralsund zu gewährleisten, ist nur ein Beispiel, was die Hanse auf welche Art alles beinflusste. Dafür gab es dann eine Wohnung in Stralsund, wenn die Mönche dort einmal länger tätig waren. Das wiederum erklärt die Verbindungen von Hiddensee nach Stralsund, die enger sind, als die nach Rügen.

Förster schöpft bei seinen Forschungen vor allem aus dem Wasser. Genau genommen aus den Wracks unter Wasser. Sie geben Aufschluss über die beispielsweise Baugeschichte der Koggen. Und wie die Hanse heute einen Mythos darstellt für einen wirtschaftlich erfolgreichen Verbund, sind es auch die Koggen, das vielbegehrte und wenig bekannte Transportmittel der Hanse. Der Nachbau des Ralswiek-Wracks war das Gesellenstück der hiesigen Forscher als experimenteller Archöologie, der Fund der Poeler Kogge ein Glücksfall für die weitere Basis und deren Nachbau als Wissemara in Wismar das Meisterstück. Unsere Nachbarn in Bremen stellen schon seit Jahrzenten die gefundene Bremer Kogge aus, deren Nachbau in Kiel entstand. Anders als bei der Bremer Kogge existieren jedoch in Mecklenburg-Vorpommern Funde, die weitaus detaillierter über die Bauweise und Fracht von Koggen Auskunft geben. Denn sie waren im Einsatz gesunken. Warum das so wichtig ist für ein Land am Wasser, erklärt Förster auch. Es existierten keine Baupläne, da Schiffe bis ins 19 Jahrhundert nach Erfahrung der Baumeister und Gefühl zusammengesetzt wurden und somit auch höchst individuell mit den Kenntnissen ihrer Erbauer wuchsen. So weist er anhand der Poeler Kogge nach, dass ihre Art der Klinkerung das Schiff schneller, der von innen nach außen gehende Kielansatz ihre Fahrt stabiler gemacht hat, als die sonst üblichen Plattbodenschiffe. Spannend auch die These, dass mit den Koggen ziemlich exakt die Größe der damaligen Forschungs- und Erobererschiffe dokumentiert ist, deren Originale in südlicheren Meeren meist verrottet sind. Das lässt auch andere Schifffahrtstechnische Hypothesen zu.

Wir erfahren ein wenig über Lübeck, Wisby als Drehscheibe des Handels, Wismar, 1226 Stadtrecht, Rostock (1218), Stralsund (1243) und Danzig (1224). Das sind die herausragenden Hanse-Städte unserer Region. Überlieferungen von dort aus Amtsgebäuden und von Kirchen prägen unser heutiges Bild. Vieles müssen wir noch deuten, manches korrigieren. Am Beispiel von falschen und echten Koggen zeigt Förster auf, wie schwer es war und ist, authentisches Material, beispielsweise aus Petschaften von Siegeln oder von Gemälden und Urkunden zu erhalten und auszuwerten. So sind die Schiffe eines populären Stralsunder Bieres keinesfalls Koggen, werden jedoch als solche angesehen. IN Folge sehen auch die Schiffe bei den Störtebeker-Festspielen so aus und prägen ein Bild. Doch es sind keine Koggen. Nebensächlich? Nun, die Kreidefelsen von Dover sind auch Kreide. Rüganer würden jedoch auf ihre authentische Küstensilhouette bestehen. Dieses Bewusstsein schärft Förster anhand seinen Erkenntnissen für den Schiffsbau.

Auch das Gellenwrack ist ein Glücksfall. Denn über die Kraweelbeplankung wurde vermutlich nach dem Weichsegeln 16 Jahre später eine glatte Beplankung drübergelegt. Das war eine Zeit lang im Sassnitzer Museum für Unterwasserarchäologie zu sehen. Die älteste gefundene Ostsee-Kogge (1313) ist die Darßer.

Was Förster hier nicht explizit hervorhebt, was aber die Fülle des heute kaum zugänglichen Materials nahelegt, ist der Verlust des Sassnitzer Museums für Unterwasserarchäologie. Mehr als 1400 Wracks deuten darauf hin, dass mit ihnen ebenso wie mit den Koggen noch etliches an Geschichte(n) geschrieben werden könnte. Wie es einem Land mit Werften und Tradition gebührt.

Übrigens sehr wichtig und unbedingt erwähnenswert sind die 50 Farb- und 30 S/W-Abbildungen von Roland Obst und Klaus Andrews, von denen viele unter Wasser entstanden.

Schiffe der Hanse
Hinstorff 1. Auflage 2009, 144 illustrierte Seiten
ISBN 978-3-356-01336-8
14,90 €

© 2009 ostSeh / ANDREAS KÜSTERMANN


Mittwoch, 21. Oktober 2009

Rügen: Autoren, Blickrichtungen und Handschriften in der Rügenliteratur

Bergen/Rügen (ostSeh) Unter dem Titel „Insel im Bücherwind“ beginnt am 30. Oktober in der Kreisvolkshochschule Rügen ein Kurs unter Leitung von Prof. Dr. Karl-Ewald Tietz. Literatur von und über über Rügen ist sein Thema.

Die ersten Veranstaltungen geben eine Übersicht über die so genannte Rügenliteratur von 1945 bis heute. Bekannte und weniger bekannte Autoren und Werke werden vor dem Hintergrund von mehr als 60 Jahren deutscher Geschichte betrachtet. Danach geht es um Rügenliteratur in ihrer Vielfalt, unabhängig von der Entstehungszeit. Unterschiedliche Themen, Inhalte und Blickrichtungen rücken in den Mittelpunkt. Das gesamte literarische Spektrum von Belletristik über Sachliteratur bis hin zu (Auto)-Biographien wird angesprochen. Es geht um Reisen auf Rügen, Frauen- und Männerbilder, kritische Blicke auf Rügens Schattenseiten und um gewollten und ungewollten Humor in gelungenen und misslungenen Inselbeschreibungen. Eine Exkursion nicht nur zu Plätzen von Literatur und Geschichte führt im Frühsommer nach Jasmund und schließt den Lehrgang ab. Tietz hat mit seinen Kursteilnehmern beispielsweise schon die Gutshäuser einer Region bereist und sie Haus um Haus in den literarischen Kontest derer Zeit gestellt, so sich das anbot. Heraus kam eine Fülle von hochkarätigen, litararischen Beziehungen beispielsweise Berlins zu Rügen.

Der Kurs umfasst 8 Veranstaltungen und findet einmal monatlich freitags in der Zeit von 16:00 bis 19:00 Uhr statt. Anmeldungen sind unter 03838-200580 oder 2005812 möglich.


Montag, 19. Oktober 2009

Rügen: Mit 15 jüngster Nationalkader

Im Nationaldress oder beim Verein (5). Ole Schwerin ist ein gefragter Spieler.

Foto: ostseh/schwerin

Schwerin, Warnemünde, Rügen, Deutschland (ostSeh) ... Ole Schwerin (03.11.1993) hat mit seinen (noch) 15 Jahren schon zahlreiche Lebensmittelpunkte. Der Volleyballer steht auf Döner und hört zum Chillen Oldies. Er tanzt gerne, was in der Familie liegt und mit Freundin Lia, glücklicherweise auch Schülerin am Sportgymnasium Schwerin, will er auch Zeit verbringen.

Mit der Auswahlmannschaft U16 holte er den 2. Platz bei den Deutschen Meisterschaften 2007, 3. Platz im selben Jahr mit der U15, den ersten Platz bei Jugend trainiert für Olympia 2007 und war 2008 am 5. Platz der U16 beteiligt. Neben dem Stammverein SC Schwerin spielt Ole als jüngster Bundesliga-Kader bei SV Warnemünde und ist für die Nationalmannschaft gesichtet. Auch als bester Zusteller wurde er nach einem Turnier am 24. September ausgezeichnet.

„Es begann tatsächlich auf Rügen mit Beachvolleyball. Hätte jedoch auch Leichtathletik sein können, da ich vom LAV Bergen komme und es zweimal zum Vize-Landesmeister und einmal zum Kreismeister brachte. Bälle gehörten auch immer zu meinem Sport. Das lag alles in Reichweite“, meint der Elite-Sportschüler, der sich in einem Jahr entscheiden muss, ob er in eine sogenannte Streckerklasse geht. Die dient nicht der Verlängerung seiner Körpergröße von 1,86 Metern, sondern der Verlängerung der Schulzeit. „Wir haben am Tag vier Stunden Sport und dazu die Wettbewerbe. Trotz Schulpensum bis meist 16 Uhr stehen dann noch Hausaufgaben und drei Trainingsabende an. „Vor 24 Uhr bin ich selten im Bett.“

Das Sportgymnasium bietet ab der 11. Klasse die Möglichkeit, sich für das 13. Jahr zu entscheiden. „Damit ist Stress abgemildert“, hat sich Schwerin entschieden. Denn auch Urlaub oder Eskapaden sind neben anstehender Sichtungsspiele für die Nationalauswahl eher Fremdworte. „Es ist dennoch ein erfülltes Leben“, bedauert Ole den Zustand keinesfalls. „Wenn ich mal Lust auf eine kleine Pause bekomme, sehe ich, was andere erreichen und motiviere mich wieder. So geht’s weiter.“

Übrigens ist die Familie neben Inselstrand und Wasser wohl genetisch nicht ganz unbeteiligt. Vater Jörg Schwerin war DDR-Auswahl mit Ziel Olympia, bis die Frage nach Westverwandschaft alles beendete. Auch der ältere Bruder tanzt auf Leistung. Da lag die Hürde für die Investition Sportgymnasium nicht so hoch.

„Ja sicher, der Weg soll schon in Richtung Profispieler gehen“, steht für Ole fest. „Wenn man sich gut entspannt und pflegt, ist 38, 39 Jahre heute keine Seltenheit in der Profiklasse. Da will ich hin.“

Nach einem Doppelspieltag in der 2. Liga folgt der Bundespokal mit dem Nationaltrainer, der die Fortschritte der Spieler begutachtet. „Erst mein Heimspiel am 24. Oktober gibt mir Gelegenheit für eine Stippvisite zu Hause. Am Abend jedoch fahre ich gleich wieder ins Internat. So geht das fast jedes Wochenende.“

Was ihn jedoch nicht abhält, manchmal noch Freizeitvolleyball mit den Rügener Inselhechten in Garz zu spielen. Da ist er dann begehrt. Aber lieber in der Gegenmannschaft von Vater Jörg. Sonst sind die Anderen nahezu chancenlos.

© 2009 ostSeh / ANDREAS KÜSTERMANN





Sonntag, 18. Oktober 2009

Rügen - Umweltbildungsprojekt mit Erfolg: Zwei volle Klimawälder und 9.500 verkaufte Waldaktien

Foto: glowe/ostSeh 2008

Glowe/Rügen (ostSeh) Nach wie vor ein hoch dotiertes Papier: 9.500 Waldaktien sind verkauft worden, seit das Projekt Waldaktie vor knapp zwei Jahren vom Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern, dem Landwirtschafts- und Umweltministerium MV sowie der Landesforstanstalt ins Leben gerufen wurde. Am Sonnabend dem 17. Oktober wurden bei einer Baumpflanzaktion nahe Glowe die letzten freien Flächen im dortigen Klimawald aufgeforstet. Ebenfalls vollständig mit Bäumen aus dem Erlös von Waldaktien besetzt ist inzwischen der Klimawald Koserow auf der Insel Usedom. Dort ist in unmittelbarer Nähe bereits eine neue Fläche für die Aufforstung über die Waldaktie vorgesehen; für Rügen werden derzeit Möglichkeiten für einen Nachfolgewald geprüft.

"Unser gestecktes Ziel von 10.000 verkauften Waldaktien nach diesem Jahr haben wir schon jetzt fast erreicht", sagte Bernd Fischer, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern. "Das noch immer große Interesse an Waldaktien und Pflanzaktionen belegt, dass das Klimaschutzprojekt den Nerv vieler umweltbewusster Urlauber und Einheimischer getroffen hat, welche die von ihnen verursachten Kohlendioxid-Emissionen ausgleichen möchten", so Fischer weiter. "Das nachhaltige Projekt bietet eine einzigartige Möglichkeit, den Menschen Umwelt- und Klimaschutz aktiv zu vermitteln, wovon auch die nächsten Generationen profitieren werden", erklärte Dr. Karl Otto Kreer, Staatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern. Er kündigte an, dass die drei beteiligten Partner das Projekt auch im kommenden Jahr mit Pflanzungen, Werbung und weiteren Aktivitäten fortsetzen werden.

Insgesamt sind in Mecklenburg-Vorpommern inzwischen sieben Klimawälder eingerichtet worden. An der Pflanzung im Klimawald auf Rügen beteiligten sich am 17. Oktober mehr als 50 Waldaktionäre, von denen 21 mit einer extra aufgelegten Pauschale des Reiseveranstalters Ameropa mit der Bahn angereist waren. Beteiligte hatten vor zwei Jahren bei Beginn der Aktion bemängelt, dass alle mit dem Auto bis in den Wald fahren, um danein Klimabäumchen zu setzen.

In diesem Herbst sind noch weitere Pflanzungen vorgesehen: Im Rahmen der 5. Usedomer Wildwochen ( www.usedomer-wildwochen.de ) wird am 24. Oktober auf der Ostseeinsel gepflanzt. Vier Tage später, am 28. Oktober, wird der Klimawald Schuenhagen südlich der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst zum ersten internationalen Klimawald, wenn die Teilnehmer der Jahreskonferenz der American Tourism Society gemeinsam mit Touristikern und Studenten aus Mecklenburg-Vorpommern Bäume in die Erde bringen. Weitere Pflanzungen am 31. Oktober 2009 im Buga-Klimawald in Neuhof in der Region Mecklenburg-Schwerin sowie im Klimawald Mirow in der Mecklenburgischen Seenplatte vervollständigen den Reigen.

Weitere Informationen: www.waldaktie.de


Hintergrund Waldaktie:
Für den Kaufpreis einer Waldaktie in Höhe von zehn Euro können auf einer Fläche von zehn Quadratmetern Bäume gepflanzt und gepflegt werden, welche die im Urlaub von einer vierköpfigen Familie verursachten Kohlendioxid-Emissionen ausgleichen - 500 Kilometer An- und Abreise inklusive. Dabei setzt eine Familie im Durchschnitt rund 850 Kilogramm CO² frei, was gemessen an den Emissionen durch Flugreisen ein vergleichsweise geringer Wert ist. Urlauber können sich für die mehrmals im Jahr stattfindenden Pflanzaktionen in den sechs Klimawäldern im Nordosten anmelden und ihren Baum selbst in die Erde bringen. Ebenso können sie ihn als langfristige Bindung natürlich auch begleiten.

Die Waldaktie ist als Dekadeprojekt der Vereinten Nationen anerkannt sowie als Projekt im "365 Orte im Land der Ideen". Zudem war sie im Jahr 2008 als eines von sieben Projekten für den Deutschen Tourismuspreis nominiert.

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Stralsund: Vortrag über Rückbau von Atom-U-Booten in Murmansk

Stralsund (ostSeh) "Ein Muss für Wracksucher, Taucher und andere Schiffsinteressierte". Weist Dr. Thomas Förster, im Meeresmuseum für Ausstellungen zuständig, nochmals explizitauf diese Veranstaltung hin. Am 19. Oktober wird um 19.00 Uhr zu einem besonders spannenden Montagabend ins Stralsunder NAUTINEUM auf dem Kleinen Dänholm eingeladen. Ein Thema, das so frei Haus nicht jeden Tag geboten wird. Denn dort wird Detlef Mietann, Projektleiter der Energiewerke Nord aus seiner Arbeitswelt berichten. Mietann ist verantwortlich für den Bau des Langzeit-Zwischenlagers von 150 Atom-U-Boot-Reaktor-Sektionen. Darüber wird der studierte Kernphysiker an diesem Abend, vor allem jedoch den Rückbau aus den Atom-U-Booten in Murmansk berichten.
Moderieren wird den Abend der pensionierte Fernsehjournalist und Schauspieler Lutz Riemann aus Stralsund.

Der regionale Bezug zur Veranstaltuing kommt vom Abbau der Reaktoren in Greifswald. Das dort erworbene know how wird zwischenzeitlich in der ex-Sowjetunion eben für diese Projekte angewandt und an Bedeutung gewinnen.

Es stehen kostenlose Besucherparkplätze direkt am Besucherzentrum im NAUTINEUM zur Verfügung. Dies befindet sich von Rügen kommend vor der Zugbrücke links, von Stralsund kommend danach rechts.

Montag, 12. Oktober 2009

Rügen: Schneckenfarm geht in Winterschlaf

Jean Luc Robert ist mit seinen Burgunderschnecken in Scharpitz erfolgreich

Foto: ostSeh/Küstermann

Scharpitz/Rügen. (ostSeh) Damit das Süppchen nach Scharpitzer Art mit Rügener Schnecken schmeckt, müssen die Schneckenzüchter L. Udo Perrey und Achim Hechtner noch einiges tun. Die Geschäftsidee der beiden Hartz-IV-Empfänger entwickelt sich seit 2006 zu Norddeutschlands erster Schneckenzucht. Im Heimbetrieb, weil für professionelle Arbeit 100.000 Euro investiert werden müssen. Doch für die gastronomische Vermarktung haben die Ideengeber seit diesem Jahr den Koch und Feinschmeckerexperten Jean Luc Robert hinzugeholt. Auf Rügen kein Unbekannter. Der gebürtige Franzose hat als Eigenkapital sein Wissen um die Burgunderschnecken, die Grand Cru, mitgebracht. Den Weinbergschnecken ähnlich, wachsen sie schneller und werden größer. Diese legten jetzt erstmalig in Scharpitz, wenn auch noch bescheiden, Nachwuchs.

2006 hatten die beiden Züchter mit etwa 5500 in Polen eingekauften Weinbergschnecken begonnen. Im eigenen Garten legten sie drei Parzellen an, in denen die Tiere inzwischen kräftig für Nachwuchs sorgen. Und auch die Parzellen, in denen es im Sommer und Herbst schön bunt blüht, haben zugelegt. Sechs sind es zwischenzeitlich geworden und eine soll die Grand Gru beherbergen. Dafür wird nun nochmals bis 15. Oktober unter den letzten wärmenden Strahlen der Nachwuchs eingesammelt.

Abnehmer für die als Delikatesse geschätzten, aber europaweit geschützten Weinbergschnecken gebe es vor allem in Frankreich, Italien und Spanien, sagt L. Udo Perrey. Daher komme die Ergänzung mit der Burgunderschnecke gerade richtig. Der geplante Verkauf der Schnecken ist für 2010 angedacht, nachdem die Beete auf bis zu einer Gesamtfläche von einem halben Hektar erweitert worden sind. Mangold, Mais, Sonnenblumen, Raps, Futterkohl und Zichorie sorgen für das Wohlbefinden. Das sind die Lieblingsspeisen der Zwitter, die vor allem in warmen Morgenstunden dort zu Dutzenden hängen oder auch auf der Flucht eingesammelt werden müssen. Deren französische Art allerdings erreicht schon binnen eines Jahres die Schlachtreife. Weinbergschnecken hingegen sind nur zweijährig geschlechtsreif und benötigen bis zum Auswachsen ebenso lange. Mitte Juni war die Eiabgabe beider Arten und zusammen mit Jean Luc Robert sind die Schneckenfarmer nun nicht nur auf der Suche nach den letzten Jungtieren. Sie suchen auch einem Gastronom, bei dem vor der eigenen Investition in eine Verarbeitungsküche nach Kriterien der Hygiene Varianten von Schneckenprodukten getestet werden können.

Zurzeit leben rund 70000 Schnecken auf einen halben Hektar. 25 000 sind nach Züchterangaben im laufenden Jahr geschlüpft. Doch jetzt kommt die Ruhezeit. Noch einmal wird in dieser Woche der Nachwuchs an kleinen Schnecken eingesammelt, während die alten Tiere sich schon fleißig verkapseln.

Jean Luc Robert hat sich kürzlich nochmals davon überzeugt, dass seine Grand Cru, übrigens in Burgund auch eine so bezeichnete Weinlage, tatsächlich unter diesen Bedingungen Nachwuchs produziert haben. Und ist fündig geworden. Als Franzose kann er diese Delikatesse noch weitaus mehr schätzen und hat eine Unzahl von Gerichten während des Rundgangs zumindest verbal auf der Pfanne. „Letztlich macht es doch die Wertschöpfung, ob wir damit erfolgreich sind“, sagt L. Udo Perrey. „Daher müssen wir eigene Formen der Verarbeitung direkt für die Gastronomie anbieten.

© 2009 ostSeh / ANDREAS KÜSTERMANN

Sonntag, 11. Oktober 2009

Rügen: Erfolge bei Lohmer Hangsicherung - keine grundsätzliche Klärung

Der Hafen in Lohme bleibt weiterhin trotz aufwändiger Sanierung gesperrt.

Foto: www.luftikus-rügen.de

Lohme (ostSeh) Rund zwei Wochen nach Beginn der Sanierung des seit 2005 absturzgefährdeten Küsten-Steilhangs in Lohme auf Rügen zeigt sich ein erster Erfolg. Wie Jörg Gothow von Wastra-Plan der Agentur dpa sagte, konnte der Wasserspiegel im Hang bereits um rund zwei Meter gesenkt werden. Inzwischen seien vier mit einem Filtersystem ausgestattete Drainagerohre bis zu 40 Meter tief von Hafenseite in den Hangfuß getrieben worden. Seitdem laufen über diese Rohre große Mengen des hinter der Hangkante angestauten Wassers aus dem Hang und mindern den Druck. Weitere dieser Bohrungen werden als Sanierung eingebracht, bevor entschieden wird, ob Teile der Hoteliers, Pensionsbesitzer und Privatinhaber Lohmes ihre Häuser wieder gewerblich nutzen dürfen.

Unklar hingegen ist weiterhin das Schicksal des Hafens, der beim Abrutsch 2005 durch die Erdmassen ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wurde. Als Nothafen betrieben, blieb die Gemeinde Antworten auf Nachfragen nach den Einnahmen aus Liegegegebühren meist schuldig, wie auf der Pressekonferenz zur Hangentwässerung von Presseseite angemerkt wurde. Denn nach Sturmfahrt ansteuernde Segler bezahlen in einem Nothafen für die erste Nacht nichts. Gleichzeitig ist jedoch das Genehmigungsverfahren vereinfacht.

Nach mehreren aufwändigen Sanierungen des Hafens mit staatlichen Geldern, zuletzt 1,5 Millionen Euro kurz nach der ersten Eröffnung in neue Geovliese und Steinpackungen an der Nordwestseite, waren Erdmassen von der Fläche mindestens zweiter Fußballfelder im März 2005 abgerutscht und wieder eben da in Teilen des Hafens gelandet. Der heutige Bürgermeister und Hotelier Mathias Ogilvie (CDU) bezeichnet den Hafen jedoch nicht als solchen, sondern will ihn als Küstenschutzmaßnahme bezeichnet wissen. Geologen hatten jedoch seit der Planung 1993 immer wieder davor gewarnt, den Hang anzurühren und empfohlen, höchstens einen Strand entstehen zu lassen. Seit dem Abrutsch versucht die Gemeinde Lohme neben der Hangsanierung auch Mittel für die Sanierung des derzeit gesperrten Hafens zu erhalten.

Auf die Frage an einen Vertreter des Innenministeriums und Landrätin Kerstin Kassner (PDS) bei besagtem Auftakt der Hangsanierung, wie lange die Öffentlichkeit für die labile und extrem bebaute Küste vor Lohme einspringen soll, blieb eine Antwort aus. Lohme hatte zu Hochzeiten seiner Probleme gar Solidargelder von anderen Kommunen eingefordert. Ob bei touristischem Erfolg des Lohmer Weges auch Gelder an andere wie die ständig klamme Stadt Sassnitz geflossen wären, bleibt ungewiss.

Bürgermeister Mathias Ogilvie jedenfalls fordert, statt in neue Maßnahmen lieber in Bewährtes wie Lohme zu investieren. Er verschweigt allerdings, dass er selbst die Hangbebauung um umfangreiche Pläne in Form von Bungalows auf der Obstwiese neben dem Kapitänshaus in der Schublade hatte. Ein Wellnesszentrum für sein Panorama Silence Hotel sollte dort entstehen. Nur durch das Veto der Gemeinde und den Nichtverkauf der Eigentümer unterblieb diese Baubauung. Was ihn heute vermutlich wegen Sperrung seine Existenz gekostet hätte.

(c) ostSeh/2009/Küstermann



Donnerstag, 8. Oktober 2009

Rügen: Grabraub und -frevel in Grosow bei Teschvitz auf Rügen

Foto: ostSeh/Küstermann

Grosow (ostSeh) Die Ortslage Grosow weiß niemand richtig einzuordnen. Wo einst ein Gutshof zwischen Silenz und Teschvitz stand, ist heute ein Wald, in dem die Pferde des Pächters Unterschlupf bei großer Hitze finden. „Eigentlich gibt es die Ortslage so richtig gar nicht mehr“, sagt Bürgermeister Jürgen Briese, von den Vorkommnissen sichtlich erschüttert. Denn im vergangenen Sommer, wohl schon im Frühjahr vorbereitet, wurde dort erneut ein Grab geschändet. Vermutlich in der Annahme das Grab der Eigentümer mit möglicherweise versteckten Schätzen zu öffnen, gruben unbekannte Vandalen bis auf 1,80 Meter Tiefe an der nordöstlichen Seite ein Loch. Zeugen berichteten, dass der Platz als Grabstätte kenntlich gewesen sei. Da weder der Stein noch Gebeine im Aushub zu finden waren, kann nur gemutmaßt werden, ob die Grabung im Sinne der Räuber erfolgreich gewesen ist. Aus Erzählungen bekannt wurde, dass die letzte, ältere Bewohnerin wohl nach Kriegsende an Typhus erkrankt und in Tücher gewickelt, dort beigesetzt worden sei. Was die Grabräuber offensichtlich nicht wussten: sie schändeten nicht die Grabstätte der Eigentümer, die wie viele andere die Erlaubnis hatten, auf eigenem Grund und Boden ihresgleichen beizusetzen. Da bleibt nur zu hoffen, dass Typhusbakterien lange aktiv sind...

Dass auf Rügen nicht nur historische Hügelgräber mit Sonden ausgespäht und geöffnet werden, sondern nun auch ganz normale Ruhestätten, ist eine neue Qualität und ein Skandal. Zuletzt wurde ein Hügelgrab in Sassnitz geöffnet. Wer derlei Aktivitäten beobachtet, sollte nicht schweigen. Auch in Grosow muss über einen längeren Zeitraum gegraben worden sein. Zumindest dem Jagdpächter sollte ein Auto aufgefallen sein, das für einen möglichen Abtransport sicher mit von der Partie gewesen sein dürfte.

Grosow ist im Hebungsregister von 1314 nicht genannt. Es erscheint erst in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts im besitz des Melchior von Platen auf Freesen (gest. 1698). Dessen Wappen in der Trenter Kirche führt die Bezeichnung Herr auf Freesen, Grosow und Rentz. 1705 heißt es bei Wackenroder: „Grosow, ein Hof und Ackerwerk, denen Herren von Platen von Freesen zuständig“. 1789 geht der Besitz an die benachbarte Familie zu Usedom, um 1840 an Ewert verkauft zu werden. 1855 hatte es in dessen Besitz ein Wohnhaus und 21 Bewohner. 1892 wird der Greifswalder Westphal als Eigentümer der 250 Hektar angegeben, was heute zumindest namentlich auch wieder passen würde. 1935 stand es im Besitz des Gutsbesitzers Nehls und soll neben 968 Morgen auch 56 Seelen gezählt haben.

Ohle und Baier, das Standardwerk über den Kreis Rügen, verzeichnet im Jahr 1963 ebenfalls fehlende alte Belege, gibt jedoch als älteste Besitzer die Familie von Rotermund in Boldevitz an, die 1636 verkaufte. Der Einzelhof lag am Niederungsrand zur Koselower See. Heute sind dort nur noch ein paar Treppenfragmente und überall unzählige von Schuhen in der Landschaft sichtbar. Ab und an ragt etwas Eisen aus der Erde. Nahebei sollen noch Reste eines alten, windbetriebenen Schöpfwerkes von 1990 liegen, beschrieben Ohle und Baier es 1963 und erinnerten damit bis heute daran, dass dort einst Wind das verrichtete, was heute mit Elektromotoren zu enormem Verbruach und Schwankungen für die Anwohner führt, damit einige wenige Bauern das nasse Land bewirtschaften können.

© 2009 ostSeh / ANDREAS KÜSTERMANN

Sonntag, 4. Oktober 2009

Rügen: Internationales Starterfeld wie nie bei Deutschen Hangsegelflug-Meisterschaften

AKTUELL im BILD: Der amtierende Weltmeister Martin HERRIG beim Flug mit Zeitnehmer und Wettbewerbstafel. Er musste den Gewinn des Wettbewerbs diesmal seinem Bruder Andreas HERRIG überlassen.

Foto: ostSeh/Küstermann


Andreas HERRIG siegte bei den offenen Deutschen Meisterschaften auf Rügen vor Alexis MARECHAL (F) und Stefan HOELPFER (F).

Die Mannschaftswertung gewann die TU DRESDEN vor den USA und FAF, einer weiteren deutschen Mannschaft um Klaus KOWALSKI.

53 internationale Teilnehmer nahmen an den offenen deutschen Meisterschaften des Deutschen Aeroclubs (DAeC) am Kap Arkona von 2. bis 4. Oktober teil. Darunter Weltmeister wie Martin Herrig (TU Dresden) oder Tim Bigley, Californien, Inhaber des Zeit-Weltrekords von 27 Sekunden auf 1000 Meter.

Ziel der Modellpiloten der extrem schnellen Klasse ist es, im Hangaufwind ohne Motor eine Strecke von 1000 Metern in einem 100-Meter betragenden Messfeld zu bewältigen. Anfang und ende sind elektronisch gesichert.

Nach dem Wurf des Modells durch einen Helfer steuert der Pilot mittels Fernsteuerung das Modell in ein Startfeld und jagt auf Kommando zehn Mal vor der Hangkante über dem Wasser hin und her. Die Kunst ist es, verschiedene Windsituationen bis hin zu Böen möglichst schnell und ohne Antrieb außer dem herrschenden Wind zu bewältigen. 44 Sekunden waren bei Winden bis zu Windstärke zehn parallel zum Hang und nicht 90 Grad darauf schon gute Zeiten im Wettbewerb.

Ausrichter ist der Modellsportclub der TU Dresden, dessen Mitglied Franz DEMMLER gleichzeitig der Beauftragte des DAeC für diese Flugsportart ist.

Teilnahmeländer waren Frankreich, Dänemark. Tschech. Republik, Australien, USA, Emirates, Venezuela, Österrich, Norwegen und natürlich Deutschland.

(c) 2009 ostSeh/KüSTERMANN

Mittwoch, 30. September 2009

Rügen: Kriegsfetzen und Südstaatenflagge statt Hirnmasse

Rambin (ostSeh) Gleich zu Anfang der Insel, direkt sichtbar am Bahnübergang in Rambin bei der alten Pommernkate, hängt die Kriegsflagge aus dem Kaiserreich, also der Vorläufer der Reichskriegsflagge mit Hakenkreuz. Immer wieder aus Gedankenlosigkeit oder auch vermeintlicher Opposition "der wahren Rebellen" auf Rügen gezeigt. In Gingst hängt neuerdings eine Preußenflagge. Erstere werden gerne auch in Verbindung mit der sogenannten Rebellenflagge der Südstaaten der heutigen USA vor dem großen Bürgerkrieg gehisst. Die für Sklaverei und Menschenhandel stand und steht und nicht für Selbstbestimmung, deretwegen der Bürgerkrieg geführt wurde. Mit Amerikas Tradition verbundene Menschen wie die Linedanzer zeigen diese Flagge gerne und sind schwer darauf ansprechbar, dass in den USA das viele ebenso wenig witzig finden, wie unsere Reichskriegsflagge.

Wikipedia sagt: In Deutschland ist die Verbreitung und Darstellung der Kriegsflagge des Dritten Reiches (in der seit 1935 verwendeten Version mit Hakenkreuz) strafbar gemäß § 86 und § 86a StGB.

Für die schwarz-weiß-rote Flagge des Kaiserreiches und die Reichskriegsflaggen gibt es keine bundeseinheitliche Regelung:
* In Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Berlin, Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland stellt die Verbreitung und Darstellung dieser Flaggen einen „Verstoß gegen die öffentliche Ordnung“ dar, da sie zunehmend von Rechtsextremisten missbraucht wird. Die Flagge wird eingezogen.
* In Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Sachsen, Baden-Württemberg und Bayern kann es zur Verfolgung als Ordnungswidrigkeit kommen. Das hängt hauptsächlich vom Zusammenhang ab, in dem die Flagge gezeigt wird, zum Beispiel, wenn die Flagge als Provokation gedeutet werden kann. (Wikipedia Ende).

Vielleicht sollte der Betreiber des Pommernkatens in seiner Nachbarschaft das Thema einfach mal ganz zwanglos aus seiner geschäftlichen Sicht ansprechen. Oder das Fischkombinat24 einen Dorsch dort dezent entsorgen. Das hilft manchmal mehr als eine Streife, nach deren Verschwinden der Fetzen wieder hängt und bei Gästen für Irritation sorgt.

Nein, liebe Urlauber, wir sind mehrheitlich nicht alle so. Wirklich. Auch wenn das mediale Bilder des "rechten Ostens" mal wieder allzu leicht bedient. Der Autor hat sie aber auch schon im "Westen" hängen sehen.

(c) 2009 ostSeh/Küstermann

Dienstag, 29. September 2009

Rügen: Tag der offenen Tür auf dem Jugendzeltplatz Prora

Prora/Rügen. (ostSeh) Zum Ende der Urlaubssaison öffnet der Jugendzeltplatz Prora für seine Nachbarn aus Prora und die Inselbewohner seine Tür. Gäste erhalten Einsicht in die tägliche Arbeit auf dem Platz und sind eingeladen, gemeinsam mit dem Team des Zeltplatzes das Ende einer erfolgreichen Saison zu feiern.

Am Freitag dem 9. Oktober erleben am Vormittag zwischen 10.00 und 14.00 Uhr Kinder (im Alter zwischen 9 und 13 Jahren) und Familien auf dem Jugendzeltplatz Prora einen spannenden Tag mit bunten Spielen und Aktionen. Die Kinder und ihre Betreuer haben die Möglichkeit, an einer Schnitzeljagd teilzunehmen, sich an einer Kletterwand zu versuchen, naturwissenschaftliche Experimente mit Kreide und Tinte durchzuführen und andere spannende Aktivitäten aus den Bereichen Sport, Kunst und Geschichte auszuprobieren.

Ab 19.00 Uhr wird die große, moderne Mehrzweckhalle zum Ballsaal umfunktioniert. Alle sind zum Oktoberfest eingeladen. Gegrilltes, Getränke und Musik laden ein, sich miteinander zu unterhalten und das Tanzbein zu schwingen. Ein DJ sorgt für musikalische Unterhaltung.

Mehr Informationen gibt es beim Team des Jugendzeltplatzes unter Tel. 038 393 133 880 oder online auf www.jugendzeltplatz-prora.de.

Besucher sollten den Tag über auch die Gelegenheit wahrnehmen, Verantwortliche des Zeltplatzes und später auch der geplanten Jugendherberge zu befragen, wie es um die Dokumentation der letzten Verwendung des Blockes fünf in Prora steht. Dort waren nach den Fallschirmjägern die Bausoldaten kaserniert, die maßgeblich unter harten Bedingungen den Bau des Fährhafens Mukran mit vorantrieben. Während sich eine Organisation der Bausoldaten um den Historiker Dr. Stefan Wolter, selbst Betroffener und daher nach Vorlage diverser Publikationen kompetent in Vorleistung, um einen Raum der Dokumentation bemüht und Öffentlichkeit schafft, bekommt der Verein Prorazentrum, der dort wie selbstverständlich im Block fünf eine riesige Ausstellungsfläche betreiben darf, Gelder zur Aufarbeitung der Geschichte der Bausoldaten. http://www.prora-zentrum.de/

Pikant dabei, dass Landrätin Kerstin Kassner im Vorstand dieses Vereins um Geschichtslehrerin Susanna Misgajski und Kunsthistoriker Dr. phil Rainer Stommer sitzt. Ein Verein, der sich schon bei seiner Gründung missverständlich verwechselbar mit dem Dokumentationszentrum Prora benannt hat. Denn das Dokumentationszentrum Prora beschäftigt sich schon ausreichend und ausgiebig mit der NS-Aufarbeitung von Prora über über die Stiftung Neue Kultur mit großem Einsatz und Kompetenz.


Auch Kerstin Kassner (PDS) ist der Nationalsozialismus in Verbindung mit Prora offensichtlich zur Aufarbeitung wichtiger, als die über 40-jährige Militärgeschichte der NVA, die das als Seebad der 20 0000 von Robert Ley geplante Gebäude letzlich zur Kasernierung, Ausbildung bis hin zur Hochschule Otto Winzer ja genutzt hat.

Warum hier Kräfte gesplittet statt gebündelt werden, kann nur der Kampf um Förder- oder Wissenschaftsgelder erklären. Besucher sollten das also zur Sprache bringen.


Jugendherbergen in Mecklenburg-Vorpommern

»Die Jugendherbergen« des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) sind 100 Jahre alt und damals wie heute Spezialisten für junge und jung gebliebene Gäste. Mit 26 Jugendherbergen, einem Jugendzeltplatz, ca. 430.000 Übernachtungen im Jahr und ca. 250 Beschäftigten ist der DJH-Landesverband der größte Jugendtourismusanbieter in Mecklenburg-Vorpommern. Die Jugendherbergen sind Teil einer weltumspannenden Idee, die mit über 4.000 Häusern in mehr als 80 Ländern für Begegnung, Austausch, Toleranz und Verständigung steht. Ihnen stände gut an, in Prora diese Rolle auch zur politischen Bildung zu nutzen und eigene Vorgaben zu machen, statt seltsam um Forschungsgelder rivalisierenden Organisationen das Feld zu überlassen. www.jugendherbergen-mv.de

(c) 2009 ostSeh/Küstermann

Rügen: 53 Teilnehmer bei offenen deutschen Modellflugmeisterschaften

2007 an der Kreptitzer Heide im Norden Rügens bei den Weltmeisterschaften.

Foto: ostSeh/Küstermann


Dresden/Putgarten. (ostSeh) 53 internationale Modellflieger finden sich zum kommenden Wochenende vom 2. bis 4. Oktober am Kap Arkona ein. Ihr Ziel: die offene Deutsche Meisterschaft. Ihre Modelle sind sogenannte F3F Modelle, die im Hangaufwind eine Strecke von 1000 Metern in 100-Meter-Streckenabschnitten durch geschicktes hin- und hermanövrieren bewältigen. Ziel ist die schnellste Strecke, die in vielfachen Durchläufen bewältigt und mittels Ausschlussverfahren ständig verbessert und bewertet wird. Dafür kommen Teilnehmer sowohl aus dem benachbarten europäischen Ausland wie aus den Emiraten oder gar Australien. "Schon regelmäßiger Gast ist beispielsweise Carlos Rivero aus Venezuela", sagt Organisationsleiter Franz Demmler vom Modellsportclub der Uni Dresden. Demmler verpflichtet die Teilnehmer im sensiblen Naturschutzgebiet an der Hangkante zusätzlich der Statuten des Deutschen Aeroclubs (DAeC) zu konsequentem Verhalten in Sachen Naturschutz. Die Preisverleihung findet am Sonnabend im Gutshaus Putgarten statt. Touristisch ist die vermeintlich exotische sportart im Oktober für die nördliche Region ein Renner. jedes Team besteht meist aus mindestens zwei Personen, die Übernachtungen buchen und nicht nur an der Hangkante stehen.

© 2009 ostSeh / ANDREAS KÜSTERMANN

Freitag, 25. September 2009

Filmaufnahmen auf Rügen - "Heimweh" mit Renate Krößner und Dieter Mann

Nachwuchsfilmer auf Rügen

Foto: Anna Wendt Filmproduktion
Großer Bahnhof für großes Kino – Ende September werden die Drehaufnahmen auf Rügen fortgesetzt. Momentan stehen Dieter Mann und Renate Krößner noch in Berlin vor der Kamera.

Neubrandenburg/Rügen (ostSeh) Die Ostseeland Verkehr GmbH (OLA) und zwei Bahnhöfe auf Rügen werden zur Filmkulisse. Am Dienstag, dem 29. September 2009, beginnen die Dreharbeiten für den Kinofilm „Heimweh“. Für die Studenten der Hochschule für Film- und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam und ihren Abschlussfilm wird die OLA ausnahmsweise einmal einen Takt Schienenersatzverkehr (SEV) mit einem Bus fahren. Das betrifft den Zug von Lauterbach Mole nach Bergen um 10.05 Uhr und zurück von Bergen nach Lauterbach Mole um 11.36 Uhr. „Wir bitten unsere Fahrgäste für diesen Sonderfall um Verständnis“, so Geschäftsführer Dirk Fischer.

Das ambitionierte Konzept des Drehbuchs verspricht Kurzweil und eine besondere Sicht der Dinge. Auf Rügen entsteht ein Melodram mit herausragenden Schauspielern wie Renate Krößner und Dieter Mann. Ebenso dem auf Rügen aufgewachsenen Jungregisseur Andreas Kannengiesser. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die eigentlich für die Filmbranche weniger von Interesse sind, Rentner mit Problemen, die keinen Ausweg für sich selbst und ihre Situation sehen. So landen die Berliner Nachbarn Hannelore (65/Renate Krößner), die ihren demenzkranken Mann pflegt, und Günther (67/Dieter Mann), der seinen Lebensgefährten verloren hat, auf Deutschlands größter Insel. Hannelore weiß nicht weiter und Günther will sich das Leben nehmen…

Die OLA unterstützt die Filmcrew beim rund vier Stunden dauernden Dreh im Zug und auf den Bahnhöfen Bergen und Lauterbach Mole. „Es ist wohl das erste Mal und natürlich eine Einmaligkeit, dass die OLA Schienenersatz für einen Kinofilm fährt. Wir stehen den Nachwuchskünstlern aber gern zur Seite. Die Insel wird immer öfter zur angesagten Filmlocation, das tut auch dem Land gut“, freut sich Fischer. Der Low-Budget-Film „Heimweh“ soll schon nächstes Jahr im Kino zu sehen sein.

Weitere Infos
www.planetcarlos.de/heimweh/

Rügen: Baumgesichter ab Sonntag im IT-College Putbus

Putbus. (ostSeh) 260 Baumgesichter sind von der vergangenen Rügener Holzmesse geblieben. So viele Einsendungen kamen nach der spontane Idee des PR-Begleiters der Holzmesse, Andreas Küstermann, als Einsendungen zu einem Wettbewerb zusammen. Besucher erinnern sich noch der beeindruckenden Vielfalt am Kopfende der Halle. Wer es versäumt hat, kann am Sonntag ab 15 Uhr die Eröffnung und danach täglich außer Sonnabend von 8 Uhr bis 16 Uhr die Ausstellung im Pädagogium des IT-Colleges Putbus besuchen.

Zu sehen sind Bäume oder Teile, Reste von ihnen, die den Besucher mit einem manchmal überaus überraschenden Blick anschauen. Schauen Sie zurück, verweilen Sie und lassen Sie sich
inspirieren.

Übrigens: die nächste Holzmesse kommt bestimmt. Voraussichtlich am ersten Juniwochenende 2010. Sagt die Organisatorin vom Putbusser Tourismus- und Gewerbeverein, Regina Dabel.

Donnerstag, 24. September 2009

Rügen/MV: 20 Prozent mehr Erdgasfahrzeuge in Mecklenburg-Vorpommern

Erdgasturbos führen Liste der beliebtesten Fahrzeuge an.

MV/Rügen (ostSeh) Immer mehr Autofahrer entscheiden sich für die umweltschonende und sparsame Kraftstoffalternative: 6.561 Erdgasfahrzeuge wurden im ersten Halbjahr dieses Jahres bundesweit neu zugelassen. „Das sind 14 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum“, bestätigt Frank Schmetzke, Vorsitzender des Initiativkreises Mecklenburg-Vorpommern „Das Erdgasfahrzeug“. „In unserem Bundesland liegt die Steigerung inzwischen sogar bei knapp 20 Prozent. Hatten wir im Vorjahr bis zum heutigen Tag 67 Autos gefördert, so sind es 2009 bereits 80, nämlich 33 private und 47 gewerbliche Fahrzeuge“, ergänzt Schmetzke. Insgesamt sind über 80.000 Erdgasfahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs.

Besonders beliebt sind die serienmäßigen Erdgasfahrzeuge von Volkswagen und Opel. Allein 5.075 Neuzulassungen, das sind 77 Prozent aller Anmeldungen, gehen auf das Konto der beiden Hersteller. Gewerbetreibende entscheiden sich überdurchschnittlich häufig für den VW Caddy (2.476 Neuzulassungen). Im Privatsegment haben die Modelle Opel Zafira (839), VW Passat (758) und VW Touran (562) die Nase vorn. Sie schonen nicht nur Umwelt und Geldbeutel, sondern punkten zugleich durch mehr Fahrspaß und eine größere Reichweite, während Hersteller wie Peugeort ihren ohnehin mehr provisorisch umgerüsteten Partner 2007 als Erdgasvariante mit quer liegendem Tank hinter den Sitzen im Transportraum einstellten.

Hauptargument bei der Kaufentscheidung ist und bleibt neben der Umweltverträglichkeit die Sparsamkeit des alternativen Kraftstoffs. Der steigende Absatz von Erdgasfahrzeugen unterstreicht damit den seit Jahresbeginn beobachteten Trend der Automobilwirtschaft, dass sich Autofahrer zunehmend für besonders kostensparende Modelle entscheiden. So tankt der Halter eines Erdgasfahrzeuges im Vergleich zum Benziner für nur die Hälfte, gegenüber einem Diesel für nur ein Drittel. Ein Kilogramm Erdgas kostet in Mecklenburg-Vorpommern zurzeit etwa 0,89 Euro.

Rügen glänzt dabei jedoch einmal mehr mit dem teuersten Preis von 92,9 Cent pro Kilogramm an der einzigen und nicht überdachten Erdgastankstelle von EWE in Bergen. Dort stehen die Kunden nicht nur sprichtwörtlich in Wind, Regen und bald auch Schnee, sondern bezahlen im Gegensatz zum Stadtgas in Stralsund auch auch gleich fast drei Cent mehr. Leider hat Rügen auch durch die zentrale Steuerung des Energieversorgers seit Jahren nur die Absicht, auf Jasmund eine zweite Erdgastankstelle zu errichten. Bei einer Fläche vergleichbar mit der Berlins wäre das angemessen. Doch wie gesagt, EWE hat seit Jahren die Absicht. Verbrauchern sei daher empfohlen, so häufig wie möglich den Gang zur Stralsunder Erdgastankstelle in der Greifswalder Chaussee anzutreten.

Aufgrund des höheren Energiegehalts beträgt der durchschnittliche Literpreis bei Erdgas umgerechnet rund 0,59 Euro pro Liter Superbenzin und rund 0,68 Euro pro Liter Diesel. Weil Erdgas als Kraftstoff die Umwelt schont, sparen Erdgasfahrer bei der Kfz-Steuer und der Versicherung. Neben der Förderung des Initiativkreises Mecklenburg-Vorpommern „Das Erdgasfahrzeug“ von 300 Euro in bar unterstützen auch die regionalen Gasversorger die Anschaffung mit individuellen und deutlich höheren Prämien bei der Anschaffung.

Auch Steigenberger verlässt Rügen

Resort in Neddesitz wird JASMAR

Foto: ostSeh

Neddesitz (ostSeh) Werner Kutter (Foto) ist neuer und alter Direktor des 1997 erbauten früheren Steigenberger und jetzigen JASMAR-Resorts in Neddesitz auf Rügen. Neben dieser Rolle übernimmt er auch die Geschäftsführung und kündigt in Übereinstimmung mit den Eigentümern die Investition von rund einer Million Euro an, teilte er auf einer Pressekonfernz am 23. September in Neddesitz auf Rügen mit. Vor allem in die Resorts Jugend und Familie soll dringend investiert und das Anwesen von 85 Hektar auch wieder grundlegend gepflegt werden. Für Kinder soll bei der Jasmund-Therme ein zweites Außenbecken zur Steigerung der Attraktivität in diesem Sinne erbaut werden. Auch ein hauseigener Kletterpark für Jugendliche ist in Planung. "Die rund 100 Mitarbeiter werden bei Erhalt der aktuellen Auslastung von rund 67 Prozent nicht nur weiterbeschäftigt sondern auch mit neuen KollegInnen ergänzt werden. Wir benötigen beispielsweise dringend einen Gärtner", so Kutter. Der Blick auf die Außenanlage vor dem Gutshaus gibt ihm recht.

Tagungen und Incentives seien laut Werner Kutter, der zwischenzeitlich in Meran war, ebenso zukunftsträchtige Geschäftszweige wie die Hochzeiten im hauseigenen Standesamt. Dafür stehen 129 Zimmer, 156 Suiten und 98 Appartements bereit. Der Vertreter der Eigentümer, Gesellschafter Dr. Dieter Hahn, versicherte jedoch auch, dass das JASMAR-Resort keinesfalls auf die benachbart geplante Golfanlage setzen wird. "Ich bin selbst fanatischer Golfer und würde da auf Rügen mein Geld dennoch nicht investieren, sondern lieber in Familien mit Kindern", so Hahn.


Ein "zurück zu den Wurzeln", wie Hahn es benennt, soll zudem die eigene Aquise wie beispielsweise bei Sonnenschein TV sein, da die Buchungen in den letzten beiden Jahren über das Steigenberger-System deutlich zurückgegangen seien. "Die Anlage muss sehr individuell vermarktet werden", weiß Werner Kutter aus seiner Erfahrung von 2001 bis 2007. Trotz komplizierter Lage und Größe hatte er es bei Steigenberger bis 2007 erstmalig geschafft, das kronisch bilanziell abgeschlagene Resort in die Erfolgszone zu führen. Die neuen Eigentümer der Steigenberger-Gruppe setzen nun offiziell jedoch ausschließlich auf fünf Sterne superior-Häuser. Da passe Neddesitz auf Rügen nicht mehr ins Konzept.


Am 30. September offizieller Flaggenwechsel. Nach Kempinski verlässt damit eine zweite Gruppe die Insel Rügen.

Ausblick:

Rüganer sind am 7. und 8. November eingeladen, ein Wochenende lang kostenlosem Badespaß in der Jasmund-Therme mit Schwimmbad und Sauna zu frönen.

© 2009 ostSeh / ANDREAS KÜSTERMANN

Hinweis der Redaktion: Fotos in druckfähiger Größe bitte direkt bestellen. Diese sind kleingerechnet fürs WEB nur für Print nur zur Ansicht!

Dienstag, 22. September 2009

Rügen: Wie der Bauer darfs keiner

Foto: ostSeh

Rügen (ostSeh) Haben Sie schonmal ein Auto ohne Zulassung irgendwo im Wohngebiet abgestellt? Vielleicht weil der Käufer erst in ein paar Tagen kommt? Schwupps, das dauert nicht lange, da haben Sie einen fetten, roten Kleber auf der Windschutzscheibe und die Anordnung, das sofort wegzuschaffen. Sonst würde es zwangsberäumt und das kostet viel Geld.

In der Region Westrügen würde man sich das auch wünschen. Ein Trabant und zwei „Hundefänger“, also alte Kastenwagen, stehen dort verstreut auf den Äckern eines Bauern. Nicht als Schrottlager, wie man meinen könnte. Die Landwirte, schon vollgestopft mit EU-Mitteln, sind der Meinung, solche Erhebungen halten Gänse und Kraniche vom Fressen ihrer Saat ab. Zusätzlich wird dann jeden Tag mit Karacho auf die Rastplätze gefahren und ganz hart wird es, wenn die Schussanlagen zum Knallen installiert werden. Da fragt weder nach dem Anblick noch nach der akustischen Umweltverschmutzung irgend ein Amt. Zugegeben, früher erhielt der Landwirt eine Entschädigung für Fraßschäden. Doch will er nicht auch Naturpfleger sein? Und hat er nicht gleichzeitig jeden Quadratzentimeter Land für die EU-Prämie von Beschattung des Laubes freigemacht und beackert? Also wo sollen die Tiere hin, mit denen wiederum die Urlaubsregion wirbt? Welches Gut zählt wie und und wer ist vor welchem Recht gleicher?

Merke: Vom Großgrundbesitzer über das Rittergut zum LPG-Vorsitzenden und heute erneut den Großbauern führen sich manche auf, wie kleine Fürsten. Von überpflügten und zerfahrenen Wegen, abgeholzten alten Büschen und anderem haben wir ja noch gar nicht gesprochen...

© 2009 ostSeh / ANDREAS KÜSTERMANN

Montag, 21. September 2009

Rügen: Feiern mit dem "Tafelsilber"

Der Nationalpark Jasmund feiert am kommenden Samstag seinen dritten Nationalparktag. Zahlreiche Attraktionen bieten ein besonderes Naturerlebnis in Deutschlands kleinstem Nationalpark: Freier Eintritt ins Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL, Wanderungen mit den Rangern, Wild am Grill, Aktionsstände und vieles mehr.

Sassnitz (ostSeh) Deutschlands kleinster Nationalpark feiert am Sonnabend dem 26. September zum dritten Mal einen Nationalparktag. „Nationalpark tut gut“ ist das Motto des Tages für die Einrichtung, die heute als "Tafelsilber der deutschen Einheit" gilt. Dass der im September 1990 gegründete Nationalpark gut tut, davon können sich alle Gäste - die Einwohner der Insel Rügen genau so wie die Urlauber - überzeugen. Bleibt ihnen doch der seit geraumer Zeit auch für den Königsstuhl erhobene Eintritt an diesem Tag erspart.

Erlebniswelt Kreideküste
Es wird viel geboten am Nationalparktag. Bereits ab 9 Uhr können sich Besucher in der Erlebnisausstellung des Nationalpark-Zentrums auf Entdeckungstour und auf Zeitreise durch den Nationalpark Jasmund begeben. Geburtstagsgeschenk des Nationalpark-Zentrums Königsstuhl Der Eintritt ist frei!

Jeweils um 11 Uhr starten Wanderungen zum Königsstuhl mit einem Ranger: eine von Hagen (Treffpunkt Parkplatz Hagen), eine zweite von Lohme (Treffpunkt Haus Linde). Ziel beider Wanderungen ist der Festplatz am Königsstuhl.
Rund um das Nationalpark-Zentrum Königsstuhl ist für Unterhaltung und das leibliche Wohl gesorgt. Das Nationalparkamt Vorpommern, sonst fernab in Born und schwer erreichbar, präsentiert seine Wanderausstellung „Nationalpark tut gut“. Weil durch ein und dasselbe Amt verwaltet, bezieht sich die Ausstellung sowohl auf den Nationalpark Jasmund als auch auf den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Das gilt auch für den Informationsstand auf dem Freigelände.

An anderen Aktionsständen informiert beispielsweise das Müritzeum aus Waren über das Land der 1000 Seen. Der Zoo Rostock ist mit seinem Zoomobil dabei und aus dem Ozeaneum Stralsund kommt Wal Fred zu Besuch. Stündlich gibt es Kurzführungen zum Königsstuhl. Die Kleinen erleben im Naturerlebnisgelände Spiele, Wissenswertes, Kinderschminken und vieles mehr. Die Großen können bei einem spannenden Quiz herausfinden, ob ihr Tagesablauf nachhaltig ist.

Unberührte Natur
Gäste und Einwohner der Insel Rügen können sich vom Nationalparkgedanken an diesem Tag überzeugen. Hier gilt „Natur Natur sein lassen“. Alle diejenigen, die Eigenart und Schönheit der Natur respektieren und unmittelbar erleben möchten, sind in Nationalparks herzlich willkommen.

Samstag, 19. September 2009

Rügen: Crazy Hambones in Binz

Henry Heggen, Gesang, Mundharmonika
Ryan Donohue, Gesang, Gitarre
Micha Maass, Gesang, Schlagzeug


Binz (ostSeh) Hambone, das uralte Kinderspiel, bei dem das rhythmisch anfeuernde Schenkelschlagen, also das "klopfen auf den Schinkenknochen, den Hambone, die singenden Schuhputzer zu noch größerer Leistung antreiben soll, beschreibt die Geisteshaltung der Crazy Hambones: „Blues ist wie Lachen und Weinen, dicht an der Seele. Beides kann man nicht imitieren um echt zu sein. Deshalb bleibt es für uns ein Abenteuer.“

Auch hier in Europa hat der Blues moderne Abenteurer gefunden. Mit ekstatischen Mundharmonika-Specials, manischen Gitarren Klängen und stampfenden Schlagzeug-Grooves beschränken sich die Hambones auf das Wesentliche und schöpfen aus der Fülle der Hinterlassenschaften von Muddy Waters und Co.

Auf Rügen verbindet sich der Name Crazy Hambones natürlich unwiderrruflich mit dem Schlagzeuger Micha Maass. Er organisert seit Jahren das Blue Wave Camp in Göhren und das Blue-Wave Festival, das sich zunehmend auf Binz konzentriert. Daher loogisch, dass Maass und Co am 24. September um 20:00 Uhr in der Binzer Villa Salve an der Strandpromenade des Ostseebades auftreten. Vor und nach dem Konzert gibt es Informationen zum Blue Wave Festival 2010, dessen Thema Mississippi sein wird. KÜMA