Donnerstag, 27. August 2009

Erster XING Rügen-Botschafter  trifft Todd Hudson aus New York

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Bergen/Rügen. (PM ostSeh) Erst im Juni gründeten sieben Enthusiasten aus verschiedensten Lebenszusammenhängen das XING-Forum RÜGEN - DIE INSEL. Seither sind über 1100 Menschen aus ganz Deutschland beigetreten. Sie alle fühlen sich der Insel verbunden. Sie wollen in ihrem eigenen und unabhängigen Netzwerk über Rügen diskutieren, sich informieren und nach Perspektiven für die Insel oder ihre persönliche Planung Ausschau zu halten. Es wurden schon Jobs vermittelt, Tipps gegeben oder Besucher betreut. Eben ging im Selliner Cliff-Hotel der erste Businesstreff (B2B) erfolgreich über die Bühne. Er wird monatlich fortgesetzt.

Am 5. September um 13.30 Uhr findet im Großen Zelt der Rügana in Bergen auf Rügen am Stand der Face & Eyewear Optic GmbH ein weiteres, richtungsweisendes Ereignis statt. Standbetreiber Heiko Zohner, maßgeblich für die Werbung von über 300 Mitglieder des Rügener XING-Netzwerkes verantwortlich, wird auf Grund dieser Leistung als der erste XING-Rügenbotschafter ernannt. Eine Gründung des "diplomatischen Corps" als weiterer Plattform, dem nach außen aktive Xing-Mitglieder beitreten können. Passender Anlass ist der Besuch des Xing-Aktivisten Todd Hudson aus New York, der Rügen schon immer intensiv bereisen wollte. Dies geschieht nun unter praktischem Einsatz des Netzwerkes und mit Vorbereitung der Rügen-Gruppe.

Hudson und Zohner werden am Rügana-Stand von Jana und Heiko Zohner mediengerecht mit der Urkunde des Störtebeker-Grafikers Wolfgang Behrendt für Fotos zur Verfügung stehen. Zeit für Gespräche soll ebenfalls sein. Todd Hudson freut sich darauf, sein Deutsch in der Praxis und nicht nur mittels Skype (Internettelefon)zu erproben.

Todd Hudson will auf Rügen in Thiessow kitesurfen, einmal in Kreide gepackt sein und die Kreidefelsen ebenso in Natura sehen. Was ihm sonst noch vorschwebt und was die XING-Gruppe auf Rügen nach dem ersten Businesstreff weiter plant, kann im Zelt am Stand ebenfalls erfahren werden.

Es stehen vor Ort zur Verfügung:
Ulrich Pommerenke (Hauptmoderator), Ralf Eppinger (IT), Heiko Zohner (Rügen-Botschafter), Andrea Rensen-Krapf (Events), Wolfgang Behrendt, (WEbdesign) und Andreas Küstermann (Presse). Gast ist Todd Hudson.

© 2009 ostSeh / ANDREAS KÜSTERMANN

Anmerkung der Redaktion:

  • Der Beitrag ist honorarpflichtig!
  • Kontakt und Planung: Küstermann unter 0171 5254076

Sonntag, 23. August 2009

Xing Rügen startet B2B-Treff

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Foto: ostSeh/Küstermann

Sellin (ostSeh) Rund 20 Teilnehmer fanden sich am 20 August ein zum Business to Business
(B2B)-Treffen im Cliff Hotel Rügen. Ulrich Pommerenke aus der Rügener Moderatorengruppe hatte dazu erstmalig für Xing RÜGEN - DIE INSEL eingeladen. Der spätestens am 5. November ins diplomatische Xing-Corps aufgenommenene Rügenbotschafter Heiko Zohner – er warb für die Rügen-Gruppe mittlerweile weit über 200 Mitglieder - war ebenso gekommen, wie als Referent Rolf Kammann, Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern.

„Was können wir und welches Potenzial ist vertreten“, fragte Pommerenke durch kurze Vorstellungstalks ab. Die sicherlich bei 40 Teilnehmern so nicht mehr ausgereizt werden könnten, sofern die Konzentration an einem Abendtermin noch für einen Referenten ausreichen soll. Doch was ist denn eigentlich im Angebot an solch einem Abend, fragten sich die Betrachter der Pinwand mit Firmenportraits oder Visitenkarten? Da kam Jochen Hoppe eigens aus einem kleinen Ort in Vorpommern, wo er Maßhemden produziert. Wolfgang Hinze aus Binz erzählt, wie sich der Immobilienmarkt die letzten fünf Jahre verändert hat. Heiko Zohner spricht von seiner Vision, als Augenoptiker nicht nur Brillen, sondern direkt vor Ort, am Arbeitsplatz, Augenmassagen anzubieten, um Brillen möglichst lange zu vermeiden. Rudolf Markl und seine Gattin Sigrun Ott-Markl sind wiederum eine aufregende Unternehmensgruppe, betrachtet man deren gemeinsames Potenzial als Steuerberaterin, Kneipeninhaber, Stretchlimousinenvermieter, Reiseführerin .. etwas vergessen?
Sicher, aber dazu sollten Xingler und solche, die es werden wollen, die Gelegenheit der künftig monatlichen Netzwerk-Treffen ja wahrnehmen. Nur so werden die Netzwerkknoten an einem solchen Abend zu Verknüpfungen führen. Der Treffpunkt im Cliff-Hotel Sellin ist dank Heike Seelenbinder, zuständig für das Marketing im Cliff, weiterhin für XING-B2B reserviert. Beispielsweise, wenn Uwe Ambrosat, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Rügen, am 17. September zu Gast ist. Dann wird es ab 19 Uhr wieder heißen: „bringen sie doch bitte ihre Vistitenkarten an.“

Auch Rolf Kammanns Thesen sollen hier nicht ganz untergehen. Wie die Tatsache, dass er darauf abhebt, dass trotz aller Globalisierung künftig doch wieder regionale Märkte in der Praxis und bei Förderung Bedeutung haben werden. Nicht so sehr den Neugründungen, sondern der Pflege des Bestandes, gehört das Augenmerk. Hilfe angedeihen lassen könnte schon heißen, die Expansion vom städtischen Standort an den Rand zu begleiten. „Der Tourismus dominiert zwar auf Rügen, doch muss der Fokus ebenso auf den jetzt für EUPEC erschlossenen Flächen im Fährhafen Sassnitz liegen“, hob Kammann ab, der daran erinnerte, dass dort das einzige Industriegebiet der Insel existiert. Trotz aller Erfolge in den letzten Jahren habe das auch 20 Jahre brach gelegen.

© 2009 ostSeh / ANDREAS KÜSTERMANN

Rügen stabil im Gastro-Wettstreit

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AKTUELL im BILD: Restaurantleiter Steffen Woller und Küchenchef Andre Vujtech

Foto: ostSeh/Küstermann

Rügen. (ostSeh) Das wird ja noch ein wenig dauern, bis andere lokale Medien durch Fremdautoren darauf aufmerksam gemacht werden, dass der neue Feinschmecker erschienen ist. Und dass Gastronomie auf Rügens größter Insel Wirtschaft bedeutet. Schaun wir also mal, wie lange.
Das Heft neun für September jedenfalls kürt die neuen und alten, vor allem aber 600 besten Restaurants Deutschlands. Und da gibt es einige Querverbindungen für Deutschlands Schönste zu betrachten. Wenngleich Rügen dabei nicht unbedingt die erste Geige spielt. Die Insel hat zwar Masse, doch, wie im Tourismus, nicht immer die ausreichende Klasse. Doch der Mann mit der diesjährigen ersten Geige des besten Restaurants des Jahres, Frank Rosin, hat ja immerhin mal auf Rügen in einer Küche als Gast fürs Foto die Kartoffelpfanne geschwenkt, damit der Rosmarin Geschmack abgibt. Genützt hat es dort zumindest nichts.

Unweit davon jedoch hat sich von Usedom kommend und ursprünglich aus dem Scharzwald, an der Promenade Ralf Haug mit seiner ‚nixe‘ angesiedelt. Er ist für Rügen neu im Feinschmecker mit 1,5 F. Und bekommt gleich Geschmacksgemälde attestiert, heimst gar den Bewertungssatz ein, „Ralf Haug könnte ein Großer werden.“ Das braucht die Insel, wenngleich sie auch etwas mehr Kommunikation mit dem wortkargen Koch vertragen würde.

Wandert der Gast die Bäderküste weiter runter, bleibt erfahrungsgemäß auf Rügen zumindest für den Feinschmecker nicht mehr sehr viel. Es sei denn, die Gäste empfehlen penetrant das ihrer Meinung nach unterschätzte Restaurant, von denen der Autor selbst auch zwei bis drei auf der Insel wüsste. Offiziell kommt nun das Dorint –Hotel Park Ambiance in Sellin unter Küchendirektor Stefan von Heine. Das punktet ebenfalls mit 1,5 „F“ und es heißt, „kein anderer Koch der Insel ist so aktiv wie Stefan von Heine.“ Wie wahr! Und dieser quittiert es mit Freude. Hält er doch trotz Auf und Ab diese gastronomische Bewertung auch durch seine ‚erlebte landschaften‘ auf Rügen seit sieben Jahren.

Im Süden der Insel liegt Göhren. Dort hält das ‚Meeresblick‘ als letztes Restaurant des Rüganer Ensembles die beste Note mit zwei „F“. Nicht ohne auch eine kräftige Ohrfeige für Restaurantleiter Steffen Woller ausgeteilt zu bekommen. „..dafür nehmen wir auch den distanzlos schwadronierenden Oberkellner in Kauf. Noch.“ Also Achtung. Mancher Feinschmecker bewertet auch Ambiente. Dennoch bleibt zu bemerken, dass es André Vujtech geschafft hat, trotz aller Skepsis den Platz nach Peter Knobloch an der Spitze des offiziellen Rankings mit dem von seinem Maitre erarbeiteten Konzept der Wiesenkräuter zu halten. „Ganz ohne Schäumchen und Anrichteakrobatik“, erläutern die Tester die subjektive Komponente des halben Punktes Unterschied. Man beachte: auch auf die Nebentöne kommt es an.

Große Töne werden gerne auf und über Sylt gespuckt. Tatsächlich aus Gründen gewachsener Substanz und, nicht zu vergessen, einem zahlungskräftigen Publikum, das die Locations annimmt. Und die Leistung einer Spitzenküche finanzierbar macht. Eben verglich der Stern wieder Rügen mit Sylt, was aus Gründen, die bei der Größe liegen, eigentlich nicht geht und dennoch immer wieder praktiziert wird. Nun ja, ist ja auch reizvoll und Konkurrenz belebt das Geschäft.

Bei Sylt sind 1,5 „F“ das Minimum, bei manchem wie dem ‚Kleinen Restaurant‘ in Westerland gar schon eine Abwertung, drei bis vier „F“ jedoch fast schon normal im Reigen der konstant zehn Gastronomen. Das ‚Fährhaus‘ in Munkmarsch oder Jörg Müllers Hotel führen.

Am Ende nochmals Rügen. Denn auch der Feinschmecker weiß, dass nicht alle, die rausfallen, wegen Qualitätsmängeln abgetreten sind. Auch die Krise ist verantwortlich. Immerhin werden diese dann nochmals positiv genannt. Eine „Ehre“, die auch dem ‚negro‘ im Binzer Hotel ‚ceres‘ zuteil wird. Als eines von nur drei bundesweit bekommt es den Verlust seines Platzes als „zuletzt leider nicht mehr empfehlenswert“ kommentiert. Dabei war gerade das ‚negro‘ höchst erstaunlicher weise fast parallel zur Eröffnung schon im Feinschmecker vertreten, als sich alle fragten, wann denn um Himmels Willen da die Tester getestet haben wollen.
Da kann es doch schlussendlich manchen Sitzenköchen und Inhabern von Gutshäusern oder anderem lieber sein, wie jedes Jahr auch diesmal wieder das nette und diskrete Absage-Schreiben aus der Redaktion für den Feinschmecker-Guide zu erhalten. So nach dem Motto: ganz nett aber eben nicht ausreichend für unsere Empfehlung. Diskret allerdings nur so lange, wie es der Empfänger nicht voller Zorn herumzeigt.

Rügen hat also weiterhin Potenzial. Schaun wir mal, wie es sich entwickelt. Und was die folgenden weiteren Gastro-Guides für Urteile fällen. Wer darüber hinaus seine kulinarischen Erfahrungen eigenständig noch etwas ausweiten möchte:

http://www.restaurant-ranglisten.de/ranglisten/cc/germany/pr/mecklenburg_vorpommern/di/mecklenburg_vorpommern/co/ruegen/yr/5/index.html

Aber Achtung: diese Listen hinken wegen Vorrang der Print-Ausgaben meist mehr als ein Jahr hinterher und es stimmen häufig weder die Bewertungen noch die Namen der Küchenchefs. Aber als Location sind sie sicher noch anlaufbar.

© 2009 ostSeh / ANDREAS KÜSTERMANN

C.S.: Haben Sie eigene Erfahrungen mit der Gastronomie auf Rügen, so tragen sie mit ihrem Wissen doch zur Bereicherung des Xing-Forums der Gruppe RÜGEN - DIE INSEL bei.

Jagdschloss Granitz auf Rügen wird attraktiver

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Foto: ostSeh/Eppinger

Binz/Schwerin. (ostSeh PM) Das meist besuchte Schloss in Mecklenburg-Vorpommern – das Jagdschloss Granitz – soll noch schöner werden. Mit Investitionen von rund 130.000 Euro werden ein Kulturpfad zum Schloss und ein einheitliches Beschilderungs- und Leitsystem eingerichtet. "Wir investieren, um die beliebte Ausstellung noch interessanter zu machen", sagte Volker Schlotmann, Minister für Verkehr, Bau und Landesentwicklung Mecklenburg-Vorpommern. Der Kulturpfad ist ein Weg gesäumt durch literarische Stelen, mit Zitaten berühmter Literaten, die einst ihre Empfindungen über das Schloss Granitz und dessen Umgebung niederschrieben.

Die Arbeiten haben bereits begonnen und werden 2010 abgeschlossen. Zusätzlich ist zu Beginn des nächsten Jahres unter anderem der Bau eines auf das Schloss themenbezogenen Spielplatzes am Forst- und Gasthaus geplant. Die Baukosten werden sich auf rund 300.000 Euro belaufen. Rund 250.000 Besucher besichtigen das Jagdschloss und Forsthaus Granitz pro Jahr. "Das Schloss ist nicht nur kulturell bedeutsam, sondern wirkt auch als Anziehungspunkt für Touristen", sagte Schlotmann.

Seit 1982 wird das Jagdschloss bei laufendem Museumsbetrieb nach und nach saniert. Insgesamt investierte das Land Mecklenburg-Vorpommern von 1996 bis Ende 2008 rund 7,5 Millionen Euro in die Schlosssanierung. Im Frühjahr 2008 wurde der erste Bauabschnitt der Dauerausstellung mit dem Thema "Fürst Wilhelm Malte zu Putbus und die Baugeschichte des Jagdschlosses Granitz" auf 200 Quadratmetern in sechs Räumen des Erdgeschosses eröffnet. Die Investitionskosten betrugen rund 290.000 Euro. Davor kam es allerdings mehrfach zu verschiebungen, was die Zusammenarbeit mitder Kulturstiftung Rügen als Ausstellungsort für Rügener oder auch international bedeutende Künstler mit Bezug zu Rügen noch etwas verlängerte. Derlei Ausstellungen sind nach dem Willen der Verwaltung Schlösser und Gärten künftig dort nicht mehr anzutreffen. Stattdessen sollen die Räume zunehmend der Architektur und Fürst Malte zu Putbus gewidmet werden.

Ab 1837 wurde das Jagdschloss Granitz vom Berliner Architekten Johann Gottfried Steinmeyer für Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus erbaut. Das Schloss liegt im Südosten der Insel Rügen, inmitten eines der größten zusammenhängenden Buchenwaldgebiete Rügens, der Granitz. Der Mittelturm überragt die Bergkuppe und ist weithin sichtbar. Ebenso die Aussicht vom Turm. Von 1900 bis 1944 war das Jagdschloss als Museum für die Öffentlichkeit zugänglich. Ab 1944 wurden dort Umsiedler einquartiert, bis es ab 1959 wieder für die Öffentlichkeit als Museum geöffnet war.

"Den Menschen in Mecklenburg-Vorpommern und ihren Gästen die landeseigenen Schlösser und Gärten zu erhalten, ist eine wichtige Aufgabe der Landesbauverwaltung. Bauten und Gartenkunstwerke sind Teil der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns. Sie machen die Vergangenheit für die Gegenwart und zukünftige Generationen anschaulich", sagte Minister Schlotmann.

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Freitag, 21. August 2009

Die Rügenbrücke – Ein Jahrhundertbauwerk am Sund

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Bergen auf Rügen (ostSeh) Hans Georg Reibiger hat den Bau der neuen Rügenbrücke vom ersten Spatenstich bis zur Eröffnung fotografisch dokumentiert. In seinem Diavortrag lässt er den Bauprozess noch einmal Revue passieren. Dabei gibt er Einblicke in höchst interessante technische und technologische Details, welche die Leistung der Planer, der Baufirmen, aber auch einzelner am Bau beteiligter Fachleute sichtbar macht.

In seinem Vortrag am 3. September 2009 in der Bergener Kreisvolkshochschule Rügen geht er auch auf die kontroversen Diskussionen im Vorfeld des Baus differenziert ein und setzt das neue Bauwerk in Bezug zum Bau der ersten Strelasundquerung und den damals überlegten Bauvarianten.

Die Veranstaltung beginnt um 19:00 Uhr in der Schulstraße 2 in Bergen. Es wird ein Kostenbeitrag von 5,00 € erhoben. Um Anmeldung unter 03838-200580 oder 2005812 wird gebeten.


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Erstes barrierefreies Hotel auf Rügen wird eröffnet

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Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) weiht offiziell Vier-Sterne-Haus ein

Ostseebad Baabe (ostSeh PM) Rügens erstes komplett barrierefreies Vier-Sterne-Hotel wird am 29. August von Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) offiziell eröffnet. In zweijähriger Bauzeit ist das ACÁ Hotel Mönchgut im Herzen des Ostseebades Baabe auf Rügen errichtet worden.

Das Hotel verfügt über 30 Zimmer und vier Suiten für Menschen mit Handicap. Bei der Sanierung und dem Umbau des ehemaligen Bettenhauses wurden konsequent die DIN-Vorschriften 18024 und 18025 berücksichtigt. Alle Zimmer und Suiten sind auf die Bedürfnisse von Rollstuhlfahrern und Gehbehinderten ausgerichtet. So sind die Badezimmer befahrbar und verfügen über alle entsprechenden Vorrichtungen. Jedes Zimmer in der Hotelanlage verfügt über ein Notrufsystem. Alle Bereiche des Hauses, wie das Restaurant, der Tagungsraum, die Kaminlounge mit Bar oder auch der Wellnessbereich sind schwellenlos erreichbar. Sämtliche Aufzüge im Hotel weisen eine Türbreite von 90 Zentimetern auf. Das Hotelpersonal ist besonders geschult und gibt alle notwendigen Hilfeleistungen.

„Gerade für Menschen, die in ihrer Bewegungsfreiheit nicht immer flexibel sind, besteht ein großer Bedarf an Urlaubsangeboten, welche in Deutschland bislang kaum vorhanden sind. Um diesen Gegebenheiten Rechnung zu tragen, wurde dieses Projekt im Ostseebad Baabe realisiert“, so Geschäftsführer Jürgen Wauer.

Nach einer Studie des Bundeswirtschaftsministeriums würde jeder zweite Behinderte öfter reisen, wenn es entsprechende Angebote gäbe. In Deutschland leben rund 8,6 Millionen behinderte Menschen. Mehr behindertengerechte Angebote können zu einer besseren Auslastung der Hotels und Pensionen in der Vor- und Nachsaison führen.

Zu den Chancen und Entwicklungsperspektiven des barrierefreien Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern soll es am 29. August ab 13 Uhr im Rahmen der Hoteleröffnung ein Pressegespräch mit Minister Seidel und weiteren Verbandsvertretern geben.

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Mittwoch, 19. August 2009

Vom Wunsch, Spuren zu hinterlassen

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Foto: ostSeh/Küstermann

Sellin/Rügen (ostSeh) Schneeengel frieren nicht. Hinterlassen aber sehr wohl Spuren. Besser: der Schneeengel ist in seiner Vertiefung die Spur ansich, der Eindruck. Das könnte das Resümèe des Tierarztes Dr. Berndt Seite sein, der bis 1998 gar Ministerpräsident in MV war und bis 2002 dem Schweriner Parlament angehörte.

Seite las am 17. August im Selliner Cliff-Hotel aus seinen Erinnerungen unter obigem Titel, wurde aber den Erwartungen der Vorankündigung nicht gerecht. Der Mann, der 27 Stasi-Akten sein Eigen nennt, diese derzeit in einem anderen Projekt auch mit Jugendlichen und jungen Journalisten aufarbeitet, erzählte trotz entsprechender Vorankündigung wenig bis eigentlich gar nichts darüber, wie er in Kontakt mit Horch und Guck geraten war. Und wie sich das auf sein exemplarisches Leben als DDR-Bürger und kirchlicher Funktionsträger auswirkte. Einzig dass er 1974 nach Wahl ins Konsistorium der evangelischen Kirche eine Vorladung der Verkehrspolizei „zur Klärung eines Sachverhalts“ erhielt, die dann im Nebenzimmer bei den drei obligatorischen Herren endete.

Was hatte der bis dato unbescholtene Tierarzt gemacht? Nach langem Zögern und einer Kopfwäsche seiner Frau war er dem Ruf der Kirche nachgekommen, in deren Kirchenparlamant als neutraler und unbescholtener, parteiloser Bürger einzutreten und sich zu engagieren. „Bis dahin schwamm es sich gut im Meer der kleinen Fische“, ließ er auch Selbstkritik anklingen. Diese Vorarbeit relativiert auch den leichten Spott über seine Regierungszeit, bei der die Bevölkerung oft anklingen ließ, „nur“ von einem Tierarzt regiert zu werden. Mehr eigenständige Erfahrungen in anderer als der zentral gesteuerten parlamentarischer Arbeit brachten wenige hier aufgewachsene Politiker mit. Und der Rest hatte seine Meriten bei den Blockparteien verdient.

Literarisch ausgefeilt las er distanziert aus seinen Kapiteln in der dritten Form, was zwar durchaus anspruchsvoll klang, auch in die vor DDR-Zeit der Vertreibung führte, doch irgendwie an den Erwartungen zumindest eines Teils des Publikums vorbeiging. Die sich ihm gegenüber schuldig bekannten, die Akten der Stasi gefüllt zu haben, seien sehr wenige gewesen, erzählt er. „Wenn jemand sich schuldig gemacht hat, kann ich doch auch eine Entschuldigung erwarten“, erläutert Seite weiter und beklagt den Begriff der Wende, den er für fatal hält. „Auch unsere Mutter schon hatte alte Soldatenmäntel gewendet und uns Kindern daraus Kleidung gemacht,“ komplettiert er das Bild, das er meint.

Seite bedauert, dass die Stasi so in den Vordergrund gerückt worden sei und die Täter nicht wirklich zur Verantwortung gezogen worden sind. Die Täter? „Die Volkskammer hatte nicht den Mumm dazu, die eigentlichen Repräsentanten des Staates anzuklagen. Und von 10 000 Anklagen insgesamt gab es 63 Verurteilungen“, bedauert er. „Was sollen spätere Generationen daraus ableiten? Sicher ist: Wenn das Rudel unterwegs ist, beißt nicht nur der Anführer.“ Seite ist sich jedoch auch sicher, dass wir nach wie vor mehr Faschismus als DDR aufarbeiten und es noch eine Zeit lang dauere. „Der Komplex DDR ist noch gar nicht aufgerufen. Wir beschäftigen uns noch mehr mit Hitler“, ließ er verwundert vernehmen und man fragt sich im Publikum, ob nicht der Film „Das Leben der Anderen“, in der Aufarbeitung von Inhalt und Zeit nicht durchaus eine neue Qualität gegenüber der Aufarbeitung des Faschismus in der BRD darstellt.

Dass er durchaus auch streng moralisch urteilt, zeigte die Passage, als sein Gemeindepastor sich gen Westen verabschiedete, sozusagen seine Schäflein im Stich ließ. Das empörte ihn. „Wir haben dafür gesorgt, dass Pastoren im Westen keine Pastorenstelle mehr bekamen. Unserer musste bis in die Schweiz gehen“, scheint es ihm heute noch Genugtuung gegenüber den „Fahnenenflüchtigen“

Was Berndt Seite übrigens noch bedauert, ist die Entscheidung, in dieser so spannenden Zeit der politischen Verantwortung kein Tagebuch geführt zu haben. „Davon hatten mir politische Kollegen angesichts von Untersuchungsausschüssen abgeraten, da auch das Gegenstand von Vernehmungen werden könne. Heute fehlt ihm das, weshalb er sich die Zeitschiene und die Ereignisse mühsam wieder erarbeiten habe müssen. Und manchmal kam im Publikum auch der leise Zweifel auf, ob der eine oder andere geschichtliche Fakt wirklich genau so einer Prüfung standhält.

Dr. Berndt Seite, geboren 1940 in Schlesien und aufgewachsen in der DDR, kam nach 1989 als Seiteneinsteiger in die Politik. Von 1990 bis 1991 war er Landrat des Landkreises Röbel, 1991-1992 Generalsekretär der CDU Mecklenburg-Vorpommern und von 1992 bis 1998 Ministerpräsident des Landes. Er lebt mit seiner Familie in Mecklenburg-Vorpommern.

© 2009 ostSeh / ANDREAS KÜSTERMANN

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Positives Tourismus-Halbjahr in MV

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Nur Rügen (-1,2 Prozent) krankt noch am langen Winter

Schwerin (ostSeh) Mecklenburg-Vorpommern bleibt im Tourismus auf Rekordkurs und konnte im ersten Halbjahr 2009 weiter deutlich zulegen. "Der Tourismus trotzt im Urlaubsland der Wirtschaftskrise mit 10,9 Millionen Übernachtungen und einem Zuwachs von 3,1 Prozent", sagte Wirtschaftsminister Jürgen Seidel am Mittwoch in Schwerin. Auch für den Juni verzeichnete die Branche deutliche Zuwächse, die Zahl der Gästeankünfte in Mecklenburg-Vorpommern stieg um 11,2 Prozent auf 802.000 an der Zahl. Campingplätze konnten mit 501.000 gezählten Übernachtungen im Juni sogar ein Plus von mehr als 14 Prozent verbuchen. Nur die Insel Rügen hat im ersten Halbjahr den langen Winter noch nicht ganz ausgleichen können (-1,2 Prozent).

"Ein weiterer Gewinner ist Dank der BUGA Westmecklenburg", sagte Seidel. "Plus 40 Prozent (198.000 Übernachtungen) verzeichnete die Region im Juni, die Landeshauptstadt verbuchte sogar Zuwächse gegenüber dem Vorjahr von 80 Prozent (63.000)." Jetzt müsse alles getan werden, um den Schwung der Bundesgartenschau auch im kommenden Jahr zu nutzen. "Sie ist ein gutes Beispiel, wie sich Investitionen in die touristische Infrastruktur, saisonverlängernde Angebote und zusätzliche Veranstaltungen, Ausstellungen und Angebote im Erlebnisbereich auszahlen können. Ich rate Schwerin sehr, diese Erkenntnis für eine nachhaltige Entwicklung der Stadt zu nutzen."

Eine weitere positive Entwicklung: "Zulegen konnten im ersten Halbjahr bis auf die Reha-Kliniken fast alle Betriebsarten, von der Hotellerie bis zu den Campingplätzen", sagte Seidel. "In allen Ferienregionen des Landes gab es im Juni bis auf Rügen deutliche Zuwächse." Überdurchschnittliche Zuwächse bei den Übernachtungen gab es von Januar bis Juni an der Mecklenburgischen Ostseeküste (plus 5,4 Prozent) und an der Seenplatte (plus 6,7). Die Auslastung der angebotenen Betten lag im ersten Halbjahr bei 34,0 Prozent (Vorjahr 32,9), im Juni lag sie bei 53,9 Prozent (Vorjahr 49,8).

Mecklenburg-Vorpommern hatte 2008 mit 27,5 Millionen Übernachtungen seine touristische Rekordmarke gesetzt und damit zum zweiten Mal nacheinander das beste Ergebnis seit 1991 erreicht. "Um das insgesamt hohe Niveau im Tourismus des Landes halten zu können, bleibt aber viel zu tun. Wir müssen rund ums Jahr attraktiv sein: für die Touristen und für die Beschäftigten. Hier ist die ganze Branche gefordert", sagte Seidel.

"Rückläufig und eine Folge der weltwirtschaftlichen Gesamtsituation sind die Übernachtungen ausländischer Gäste", sagte Seidel. Beispielsweise kommen weniger Gäste aus Schweden oder Dänemark nach MV. "Wir werden hier und in anderen wichtigen Quellmärkten das internationale Marketing für Mecklenburg-Vorpommern verstärken", sagte Seidel. "Ein weiterer Schwerpunkt ist die Entwicklung der touristischen Zusammenarbeit im Ostseeraum. So findet der zweite Ostsee-Tourismusgipfel im kommenden Herbst in der europäischen Kulturhauptstadt Vilnius statt."

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Montag, 17. August 2009

Freie Fahrt zum 11. Vilm-Schwimmen auf Rügen

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Neubrandenburg/Rügen. (ostSeh) Am Sonnabend dem 22. August findet auf der Insel Rügen das 11. Internationale Vilm-Schwimmen statt. Aus diesem Anlass lädt die Ostseeland Verkehr GmbH (OLA) zwischen Bergen, Putbus und Lauerbach Mole kostenfrei für die An- und Abreise alle Aktiven, Rüganer und Gäste zum Zugfahren ein, teilte das Unternehmen mit. Seit seiner Premiere vor zehn Jahren zählt der Wettbewerb heute zu den fünf größten und beliebtesten Langstrecken-Wettbewerben im Nordosten.

Am letzten August-Wochenende werden einmal mehr Hunderte Sportbegeisterte erwartet, welche die 2,5 km lange Schwimmstrecke von der Naturschutzinsel Vilm zum idyllischen Hafen Lauterbach auf Rügen absolvieren möchten. Seit 1999 wuchs die Fangemeinde in allen Altersgruppen Jahr für Jahr, da die Bedingungen ideal für das Training im Vorfeld gewerteter Wettbewerbe sind. Inzwischen hat sich die Durchquerung des Greifswalder Bodden zu einem Volksfest mit vielen Schaulustigen entwickelt. Die besten Schwimmer benötigen etwas über eine halbe Stunde für die Distanz, die weniger Trainierten bis zu zwei Stunden.

Ausgerichtet wird das Vilm-Schwimmen vom Tourismus- und Gewerbeverein Putbus, dem DRK-Kreisverband Rügen, der DLRG-Ortsgruppe Bergen sowie der Stadt Putbus. Die OLA unterstützt den Sportevent mit einem Freifahrtstag. „Wir wünschen uns viele Fahrgäste und eine erfolgreiche Veranstaltung für jung und alt“, so OLA-Geschäftsführer Dirk Fischer.

Die OLA betreibt die südöstliche Inselverbindung seit fünf Jahren und muss die Konzession nach Neuausschreibung demnächst an den Betreiber der Rügenschen Bäderbahn abgeben.

Freifahrtag auf der OLA-Strecke Bergen auf Rügen über Putbus nach Lauterbach Mole
Abfahrt Bergen am Sonnabend, 22. August 2009
5.36 Uhr, 6.36 Uhr, 7.36 Uhr, 9.36 Uhr, 11.36 Uhr, 13.36 Uhr; 15.36 Uhr, 17.36 Uhr, 19.36 Uhr

Abfahrt Lauterbach Mole am Sonnabend, 22. August 2009

(c) 2009 ostSeh_KüSTERMANN

Donnerstag, 13. August 2009

Rügen: Historie mit Stil genießen

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Exklusive und historische Ferienwohnung



Sassnitz/Rügen. (ostSeh) Die Erdgeschoss- und Kellerwohnung sind um das Jahr 1860 erbaut. Das ehemalige „Magnus Küsters Hotel“ wurde nun von Thomas Kaul und seiner Gattin Kati ( K+T KAUL GbR) mehr als aufwändig zu einer stilvollen Urlaubswohnung saniert. Rund 12 Personen finden darin nach Ideen des Eigentümers generationenübergreifend Platz. Beispiele des Konzeptes für eine solch große Wohnung sind verlängerte Familiengeburtstage oder selbstredend auch gemeinsame Feiern über drei Generationen.

Vermutlich begann alles an diesem Fleck als Kreideschuppen, nachdem der Naturwissenschaftler und Forscher Hagenow deren Nutzung entdeckte und ausbaute. Abbau und Verarbeitung der Kreide befanden sich zu dieser Zeit inmitten des heutigen Stadtkerns und erste Gäste der touristischen Entwicklung kamen im Erdgeschosse unter während die oberen beiden Stockwerke noch zur Kreidetrocknung dienten, meint Stadthistoriker Frank Biederstädt. Mit der touristischen Entwicklung der Umgebung und damit auch Sassnitz und Crampas gab das staubige Gewerk bei Abbau und Trocknung jedoch Konflikte. 1874 kam die heutige Form zustande und schon ab 1886 ist ein großer Saal als ‚Schacht‘ benannt. Säulen sollen noch davor gestanden haben bis auf die Hälfte der heutigen Bergstraße. 1908 bis 1914 lief das Haus mit dem Türmchen als Hotel Bristol. Auch eine Wulf Crona’sche Weinhandlung betrieb es einmal und freute sich vermutlich über den wohltemperierten Keller.

Die 1914 für 150 000 Mark an die Stadt gegangene Immobilie mit zwischenzeitlich einem Westflügel war fortan der Sassnitzer Hof und nach dem Krieg sowohl Gewerkschaftshaus, Discothek als auch Privatwohnhaus. Es verfiel zunehmend. Der angrenzende Steinbach füllte die ausgeklügelten Keller ohne Pflege nach und nach mit Schlamm. Rund 180 Kubikmeter, sagt Thomas Kaul, hat er mit seinem Beschäftigten dort rausbefördert, bevor die für Rügen typischen Steine der Eiszeit gereinigt und einfach verfugt werden konnten. Vormals umfloss der Bach den Keller in einer Doppelmauer und sorgte für eine Kühlung von konstant sechs Grad Celsius.

Die T+K Kaul GbR übernahm die Immobilie 2006 zur Vermarktung. Neben einer festen, altersgerechten Nutzung in den oberen vier Stockwerken wurden für die Ferienimmobilie etwas Besonderes entwickelt. Dazu gehörte zuerst, die Feldsteinfundamente freizulegen und optisch durch eine schwarz-weiße Fliesenstruktur zu betonen. Offene Mauern sorgen für Luftzirkulation innerhalb der dicken Fundamente Nischen für Rückzugsmöglichkeiten auf rund 300 Quadratmetern, in denen sich zum Essen wie für Freizeitaktivitäten die Bewohner in kleinen wie großen Gruppen treffen können.

Die einfache und stilvolle Einrichtung ist passend mit ausgewählten und abgestimmten Kunstgegenständen der Galerie am Steinbach gegenüber kombiniert. Die Hauptebene ist von den 1,1 Meter breiten Außentüren oder der Tiefgarage bis zum Bad komplett barrierefrei zugänglich. ebenso die auf dieser Ebene liegenden Schlafräume. An Stelle des früheren Kühlkellers sind weiter Schlafräume durch eine gestaltete, luftig konstruierte Wendeltreppe erreichbar. Dort vor den unteren Fenstern plätschert auch weiterhin der neu gefasste Steinbach am Fuß eines Grillplatzes mit Sitzecke vorbei.

Die Küche in Feldstein gehalten, ist mit Edelstein und Granit kombiniert. Weiße, bequem gefederte Barhocker machen kommunikatives Kochen ebenso wie Essen möglich, sofern es nicht der angrenzende, große Tisch sein soll.

Ein weiterer Keller, der ursprünglich die Räucherkammer und Bevorratung bis weit unter die Bergstraße beherbergte, birgt heute etwas verkleinert eine Sauna mit Tonnengewölbe nach einem langen, ursprünglichen Gang, der oben mit schwarzen, schmiedeeisernen Gittern geschützt ist..

Flachbildschirm und überall angebrachte Medienzentren für Radio und CDs geben den Nischen weitere Nutzen. Oder sie sind einfach mit Kunst stilgerecht von der gegenüberliegenden Galerie dekoriert.

Über Geld möchte Thomas Kaul eher nicht sprechen. Dass er ohne Fördermittel sanieren musste, ist ja stadtbekannt. Aber die Investition eines Hauses dürfte er mit den eigenen Leuten dort schon getätigt haben. „Was wir gemacht haben, geht nur in eigener Regie. Hätte das alles vergeben werden müssen, wäre das nicht gegangen.“ Das solls dann auch sein zum Thema Finanzen. Vermietet wird die Wohnung ab Minimum zehn Gästen.


Weitere infos : Kaul, Tel.: 038392 / 33053 | 18546 Sassnitz www.ruegen-reisen.com

Dieser Text ist gegen Vorlage des Beleges HONORARFREI.

Ebenso die dafür verwendetenFotos! (bei Bedarf druckfähig anfordern)

(c) 2009 ostSeh_KüSTERMANN


Mittwoch, 12. August 2009

Rügen: Ummanzer Tonnenabschlagen erstmalig mit Großpferden

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Schon mancher Reiter hatte angenommen, kurz vor dem Ziel zu sein. Doch je weniger Widerstand die Reste des eigens nachgebauten Heringsfasses bieten, um so schwerer fällt dergute Treffer vom laufenden Pferd und das Abschlagen. Hier beim 29.Wettbewerb, bei dem es eine Tonnenkönigin gab.

Foto: ostSeh/Küstermann

Waase. (ostSeh) Am kommenden Sonnabend dem 15. August findet in Waase auf Ummanz das traditionelle Tonnenabschlagen statt. Ab 13 Uhr reitet der geschmückte Festumzug ab Wirtschaftshof durch die Ortsteile, um sich dann zur Ermittlung des Tonnenkönigs 2009 am Festplatz zu treffen. „Erstmalig laden wir auch Reiter anderer Pferde mit einer Widerristhöhe bis zu 1,45 Metern ein“, erklärt Organisator Norbert Briesemeister. Bisher hatten ausschließlich Haflinger die Veranstaltung bestritten, bei der so lange im Kreis unter einer Tonne durchgeritten und darauf eingeschlagen wird, bis diese sich Stück für Stück zerlegt und bis zum letzten Stück fällt.

Neben dem Tonnenkönig werden auch einzelne Zerlegungszustände der Tonne gekürt und auch der Reiter oder die Reiterin als SandkönigIn, welche(r) zuerst unfreiwillig absitzt.

Die Veranstaltung auf Ummanz ist die einzig ernstzunehmende dieser Art auf Rügen mit weit zurückreichenden Wurzeln. Könige welcher Art auch immer und die dazugehörigen Standarden waren zu DDR-Zeiten laut Briesemeister nicht so gerne gesehen. Gleichwohl kamen sie alle wieder nach 1989 aus der Versenkung. Auf Dachböden hatten Standarden und Schmuck überlebt.

Die Anreise von Reitern mit Pferden sollte bis 11 Uhr abgeschlossen sein. Die Schläger für das nachgebaute Heringsfass stellt der Veranstalter wegen der Einheitlichkeit selbst.

Am Abend treffen sich alle Teilnehmer zum Reiterball im Jugenddorf Ummanz. Parallel findet tagsüber auch die Kreisjungkaninchenausstellung statt.

Kontakt zur Meldung: 0172 3015619 oder fax 038305 55457

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Rügen: XING Gruppe begrüßt 1000-stes Mitglied

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AKTUELL im BILD: Melanie EPPINGER - im Hintergrund der Strand von Baabe/Göhren.

Foto: ostSeh/Eppinger

Rügen. (ostSeh/RE) Die Mitgliederzahl der XING Gruppe RÜGEN - DIE INSEL zählt seit dem 11.August "vierstellig".

Melanie Eppinger wurde als 1000.Gruppenmitglied in der Rügen-Gruppe aufgenommen. "Ich freue mich sehr über neue Kontakte und das Event auf der Seebrücke im Ostseebad Sellin am 5.September" so die Rheinländerin Melanie Eppinger, die dann mal wieder auf der Insel weilt. Auch sie führt wie viele Mitglieder der XING-Gruppe RÜGEN - DIE INSEL ein Doppelleben. Ihre erfolgreiche Hochzeitsagentur war schon mehrfach auf Rügen Partner für Hochzeitsmessen. Mittlerweile hat sie auch ihren Stand auf der Insel gefestigt, bestreitet jedoch ihren Lebensunterhalt wie wie andere Rügenfans weit ab ihrer Trauminsel.

Die XING Gruppe Rügen startete am 21.Juni und kann bereits nach sieben Wochen über 1000 Mitglieder vorweisen. Ziel ist es, neben Geschäftskontakten auch die Insel regelmäßig über das Gespräch in der Öffentlichkeit zu halten.

Diese Meldung ist honorarfrei!

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Rügen: Glockenfehlguss ist in Sagard erste Wahl

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Die Sagarde Kindten-Orgel ist eine von zwei des Orgelbauers auf Rügen. Sie wurde 2004 restauriert. Nur wenige dürfen darauf spielen.

foto: ostSeh

Sagard. (ostSeh) In allem Schlechten kann auch etwas Gutes liegen. Diese Weisheit hat die Kirchengemeinde Sagard zu spüren bekommen. Der Glockensachverständige Joachim Huse aus Greifswald konnte Pasdtor Nieber schon kurz nach dessen Amtsantritt offerieren, dass er von einem Fehlguss einer Glocke Kenntnis hat, die dennoch ohne Fehl und Tadel sei. Der Grund: In der Glockengießerei Lauchhammer war eine bestellte Glocke gegossen worden, die nach dem Erkalten bei der Prüfung eine andere Tonlage (dis –7) als bestellt aufwies. „Sie hat einen klaren Klang, Tonaufbau und ausgezeichnete Resonanzwerte“, sagt Huse „Wie bestellt für Sagard!“ Es werde eine kraftvolle Klangentfaltung und eine gute Fernwirkung erwartet, ist der Sachverständige sicher. Und geht von einem sehr wünschenswerten Moll-Dreiklang aus. Und würde mich sich sehr freuen, wenn seit Beginn der Aktivität um die Glocke seitens Wilhelm Hacker, der sich schon als Kind auf dem Glockenturm rumgetrieben und verewigt hat, der Gemeindekirchenrat die Angelegenheit nach zehn Jahren abschließen könnte. Die Taufglocke sei zudem natürlich auch etwas günstiger als eine reine Auftragsarbeit, lautet das Verlockende Angebot.

In Sagard wurden wie in vielen anderen Kirchen Deutschlands mehrfach die Glocken für Kanonen geopfert. So musste 1916 die große Glocke dran glauben, die 1925 mit ihren beiden Nebenglocken jedoch von der Glöckengießerei Störmer aus Erfurt ersetzt wurde. Für den zweiten Weltkrieg kamen erneut die große und mittlere Glocke ins Feuer , kann Chronist Wolfgang Lübke aus seinen Unterlagen und den sogenannten Memorabilien der Kirche berichten.

Die Gemeinde hat sich nun nach Sichtung ihrer Finanzen entscheiden und möchte in absehbarer Zeit ihre neue Glocke würdevoll in Empfang nehmen.

KÜMA

INFO: Am Freitag, dem 14. August um 20 Uhr spielt übrigens Matthias Eisenberg auf der Sagarder Kindten-Orgel barocke Stücke zusammen mit Susanne Erhardt auf der Flöte und barocker Klarinette. Eintritt 8,00 Euro


Rügen: Landesrabbiner in Landow

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Foto: ostSeh/Küstermann

Landow/Rügen. (ostSeh) Der Landesrabbiner von MV, Dr. William Wolff, predigt am Sonntag dem 16. August um 18 Uhr in Landow. Traditionell hält er am Trinitatisfest des kirchlichen Kalenders anlässlich der Zerstörung des jüdischen Tempels 70 Jahre nach Zeitrechnung einen gemeinsamen Gottesdienst mit dem Landower Pastor zur wechselhaften Geschichte des jüdischen Volkes und aktuellen Bezügen.

Im Anschluss daran zeigt der Freundeskreis der Kirche Landow um 19.30 Uhr den israelischen Film Lemmon-Tree aus dem Jahr 2008. Dieser erzählt als Parabel den Konflikt um einen im Grenzgebiet der Westbank zu Israel ererbten Zitronenhain und dem schwierigen aber auch hoffnungsvollen Zusammenleben.

Landesrabbiner William Wolff predigt am 16. August auch um zehn Uhr in Altenkirchen zusammen mit Pastor Christian Ohm. Ohm, der neben Theologie Arabistik studierte hat, ist Begründer dieser Verbindung zum christlich-jüdischen Sonntag auf Rügen und betreut nun nach Landow die Gemeinde Altenkirchen. Dem Ort auf Rügen übrigens, in dem bis zur Machtergreifung der Nazis und der Reichsprogromnacht die meisten Familien jüdischen Glaubens auf Rügen lebten.

KÜMA


Dienstag, 11. August 2009

Ein Leben für eine Legende

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Foto: ostSeh/Küstermann

Lohme
. (ostSeh) „Dass so ein großer Mann in so einen kleinen Ort kommt“, haucht eine Urlauberin fast ehrfürchtig im Haus Linde am Montag. Sie war schon früh erschienen und hatte sich nicht nur einen vorderen Platz, sondern auch das preiswerte Hardcover-Buch für den Preis eines Taschenbuchs geholt. Gespanntes Murmeln, während Veranstalter Torsten Rollin von der Touristik GmbH letzte Einstellungen am Licht vornimmt. Das Transparent des Aufbau-Verlags mit jugendlichem Foto leuchtet orange. Dann läuft der wirklich große Mann im Nadelstreifen-Anzug zu den Klängen der Puhdys auf sein Abbild zu. „Wenn ein Mensch kurze Zeit lebt..“. In der Hand hält Winfried Glatzeder einen Beutel. Daraus holt er sein Buch, legt es ab und fängt stehend an zu deklamieren. „Das macht die Natur aus einem“, verweist er auf das Foto von 1971 an der Wand und auf sich selbst. Sein Kollege Friedrich Schönfelder am Theater Hamburg rate ihm immer ab, so alt zu werden. „Da bist du nur noch Ersatzteillager“, sage dieser immer mit seinen 93 Jahren. Doch Glatzeder will die Versicherung ärgern und braucht dazu noch Zeit. Kommendes Jahr wird er berentet.

Doch zuerst die Zeugung 1944 bei einem Fronturlaub. „Der Vater kam im selben Jahr durch die Russen in einem Eiskeller um“, beginnt Glatzeder locker zu plaudern und bemängelt die Zurückhaltung des norddeutschen Publikums. Vergangenes Jahr im Herbst neigte er beim Antritt seiner Lesereise in Sellin noch dazu, sich zu verzetteln. Jetzt kommen die Geschichten glatt und mit Pointe. Die Flucht mit den Großeltern im Leiterwagen nach Berlin, die Oma nach Shalimar duftend und das Silberbesteck in seinen versch.. Windeln versteckt. Wie Großvater Gustav Adolph Werner Bürgermeister von Lichtenberg und Friedrichshain wird, den Job aber wieder verliert, weil er nicht in die SED eintritt. Das alles begreift er. „Die Liebe zu meiner Mutter jedoch blieb mir ein Leben lang unbegreiflich.“ Diese war just mit seiner Geburt erst einmal fünf Jahre in verschiedenen Sanatorien verschwunden. Als sie nach Berlin kam, hatte er mit der Großmutter plötzlich zwei Mütter. „Der Bettnässer wurde bald zum Hypochonder“. Sagt er und schweift nun doch aus, dass Hypochonder den Vorteil haben, lieber mehr als zu wenig zum Arzt zu gehen und das sei bei älteren Männern wichtig. Und wirft ins Publikum: „Keine Sorge, ich komme gleich zu Paul und Paula.“ Das findet jedoch auch andere Episoden spannend und hatte (noch) nicht gemurrt.

Dann die Besetzungsgeschichte mit Angelika Domröse und ihm, der als neuer Typ das Glück hatte, nicht mehr das Arbeiterdenkmal früherer DEFA-Filme verkörpern zu müssen. Nur selten berichtet er aus seiner Westzeit. Wie da, wo ihm ein Regisseur erklärt, er könne nicht immer Rennpferde reiten sondern manchmal eben auch schnelle Schweine. Rennpferde, das waren Kunstwerke wie die Legende um Paul und Paula. Schnelle Schweine, nun, darüber lässt er sich heute nicht mehr sehr aus. Gemeint wohl die anderen Filme, eben Tagewerk. Für eine Legende nicht ausreichend.

Das Publikum war dennoch begeistert. Und stand dann fast vollzählig am Signiertisch. Jeweils mit einem frisch gekauften Buch. Die Autogrammkarte dazu Gratis wie die Widmung.

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Aktion Störtebeker, ein Rügenkrimi

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Politthriller oder Rügenkrimi?

20 Jahre Deutsche Einheit. Bundeskanzlerin Angela Merkel ist als Abgeordnete in ihrem Wahlkreis und die neue Rügenbrücke soll nach einer Explosion zusammenkrachen. Ebenso der parallel laufende Rügendamm. Das wäre ein Fanal. Und diesmal führen die Wege nur partiell in bekannte extremistische Kreise. Auch wenn der Abzug der deutschen Truppen in Afghanistan eine der Forderungen darstellt.

In der Parallelhandlung steht am Anfang Mord. Am Göhrener Südstrand und mit einem speziellen, vermutlich sogar numerierten Messer sachkundig ausgeführt. Wie gelernt.
Kommissar Kurt Bratfisch (sic!!) und seine vietnamesische Kollegin Mandy Thi Pham nehmen Spuren auf. Und arbeiten sich durch Erzählung des Älteren mit einer jüngeren Kollegin in eine besondere Thematik ein, deren Geschichten sich langsam verzahnen.

Klaus Scheld ist Journalist und benutzt das Pseudonym eines bis dato kaum bekannten Störtebeker-Gefährten. Daher schon als solches die erste Überraschung. Von denen der exzellent recherchierende Kollege noch einige mehr parat hat. Denn er versteht es literarisch trotz Erstlingswerk, Lokalkolorit seiner Wahlheimat zu erarbeiten und damit die Handlung funkeln zu lassen. Denn – das wird alte Kader erneut wie 1990 aufschreien lassen – sein Plot führt in die alten Ausbildungsstrukturen rund um die Hochschule Otto Winzer und einer speziellen Kampfeinheit in Prora. Die wiederum bildete nach Schelds Szenario auch westliche Kader für die Übernahme von Aufgaben in der BRD hinter den Fronten eines Krieges aus. Mehr darf aus Gründen der Spannung vom Zusammentreffen alter und neuer Kader auf Rügen und deren Beweggründen nicht verraten werden.

Waffenkunde, eher jedoch ein brisantes Gemisch aus vermeintlich vergangener DDR und den neuen, rechten ebenso wie linken, extremistischen Strukturen des vereinigten Deutschlands bringt er so gekonnt und Top aktuell zusammen, dass nur wenige Stolperer zu entdecken sind. Die finden jedoch nur sehr versierte Rüganer. Und Books on demand (BoD), also Bücher auf Abruf sei dank, lässt sich das digitalisiert leichter als bei einer großen, komplett gedruckten Auflage korrigieren, was Klaus Scheld schon versprochen hat.

Es macht also auch dem Ortskundigen nicht nur Spaß, diese Sichtweise mancher Proraner NVA-Strukturen als Bereicherung zu ergründen, es bereichert auch in der Art, Dinge weiter zu denken. So muss lokale Krimi-Literatur aufgebaut sein. Da verzeiht man es auch, dass Scheld, ebenso im hessischen wie in Bergen auf Rügen ansässig, seinen Kommissar unbedingt Bratfisch nennen musste. Dieser entwickelt ansonsten eine nachdenkliche und alltagsphilosophische Natur und ist kein Komiker. Dass Bratfisch auch noch im Laufe der Handlung einige berufliche wie auch persönliche Konflikte ereilen, die bedenkenswert neben der eigentlichen Handlung Raum ergreifen, macht seinen Charakter sehr glaubwürdig.

Vermutlich hat Scheld aber auch die notwendige Distanz, um sich an das Thema der geheimen Strukturen Proras so unbefangen zu wagen, den Aufschrei manches Offiziers dabei in Kauf nehmend. Denn die haben das immer bestritten.

Eine weitere Besonderheit: Scheld spielt die Medienklaviatur gekonnt aus. Ein Buchtrailer auf seinem Rügenblog, also ein vertonter Werbeclip, setzt in Kurzform alles bildlich in Szene, der Störtebeker-Blog hat schon im Vorfeld dazu gedient, Neugierde zu schaffen und die Entstehung des Buches zu begleiten. Jetzt kann sich dort jeder einloggen und mit dem Autoren diskutieren. Oder an einem der Leseabende im Cliff-Hotel.

Übrigens: Klaus Scheld hat nicht nur einen eigenen Blog für den Krimi. Er ist auch Mitglied Der Xing-Gruppe Rügen – Die Insel und dort ansprechbar.
Klaus Scheld, Aktion Störtebeker, BOD Paperback, 200 Seiten ISBN 978-3-83911-524-4

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Montag, 10. August 2009

Schiffe der Hanse – Geschichte des Ostseeraums

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Lohme. (ostSeh) Lange war die Hanse ein Mythos. Nicht nur Störtebeker hat dazu beigetragen. Das Handelsmonopol hat ganze Städte aufblühen lassen und die Basis für deren heutige Bedeutung gelegt. Wenn also Thomas Förster, heute Meeresmuseum und Experte für unterwasserarchöologische Funde, noch diesen Monat sein Buch vorlegt, darf man auf Geschichte pur gespannt sein. Teile des Werks aus dem Hinstorff-Verlag hat er schon einmal vergangene Woche in Lohme vorgestellt, als er im Haus Linde vor deutlich weniger Publikum sprach, als bei klassischen Rügenthemen. Doch die Luchte von 1306, deren Betreiben Hiddenseer Mönche der Stadt Stralsund zusicherten, um die Zufahrt dorthin zu gewährleisten, ist nur ein Beispiel des Einflusses der Hanse. Darum schöpft Förster bei seinen Forschungen auch vor allem aus dem Wasser. Genau genommen aus den 1400 und mehr Wracks der Ostsee, die Aufschluss beispielsweise über die Baugeschichte der Koggen geben. Bis hin zu einem Nachbau des Ralswiek-Wracks oder der Poeler Kogge. Forschung, wie sie beispielsweise Schweden und Dänemark schon seit Jahrzehnten betreiben.
Lübeck, Wisby als Drehscheibe des Handels, Wismar, 1226 Stadtrecht, Rostock (1218), Stralsund (1243) und Danzig (1224) sind Städte unserer Region, deren Überlieferungen heutige Hanse-Bilder prägen. Am Beispiel von falschen und echten Koggen zeigte Förster auf, wie schwer es war und ist, autentisches Material Beispielsweise aus Petschaften von Siegeln zu erhalten und auszuwerten. So sind die Flagg-Schiffe eines populären Stralsunder Biers mitnichten Koggen, prägen jedoch als solche ein falsches Bild. Auch die Erkenntnis des hierzulande lange angewandten Schalenbaus ohne Pläne, bei dem die Spanten erst nachträglich an die Schale angepasst erden, verdankt man der Forschungstaucherei nach Wracks wie vor dem Darsser Ort (1313), das im Gegensatz zur unbenutzt gesunkenen Bremer Kogge (1380) sogar durch Ladung Rückschlüsse zuließ. Förster musste jedoch auch bedauernd sagen, dass die Erkenntnisse unserer angrenzenden Nachbarn seit mehreren Jahrzehnten in Ausstellungen und Forschungen Niederschlag finden, Rügen und damit MV jedoch weiterhin um das einzige Museum für Unterwasserarchäologie in Sassnitz kämpfen muss.

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Die letzten Fischer von Sassnitz?

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Die letzten Fischer von Lohme heißt schon ein Gemälde von Hans-Dieter Bartel, heute im preußischen Kulturbesitz und im Silence Panorama-Hotel ebendort hängend.

Nun begehren auch die Sassnitzer Fischer auf, die, wie sie auf dem Transparent hier schreiben, nach ihrer Meinung dank Brüssel und Merkel ebenfalls bald die letzten ihrer Zunft sein werden. Tatsächlich sind jährlich wechselnde Quotenregelungen und technische Neuerungen wie die der Maschenweiten der Netze von den meisten ihrer Zunft nicht mehr realisierbar. Eben den Dorsch eingeschränkt und auf Hering gegangen, ist es kommendes Jahr schon wieder umgekehrt.

Fangzeiten benachteiligen zudem die Kleinen, während große Flotten sich vor der Küste kaum um Quoten scheren, polnische Fachzeitschriften gar offen von überfischung ihrer Quoten sprechen.

Und wie Fischer möglicherweise bald nur noch per Holzfiguren folkloristisch anzusehen sind, kommen ihre Kutter bald nur noch als Räucherkutter vor. Doch wer liefert dann den Fisch?

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Donnerstag, 6. August 2009

Sonderausstellung im Fischerei- und Hafenmuseum

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Modelle erinnern an Schicksale

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Sassnitz. (ostSeh) Noch bis September geht die Sonderausstellung Sassnitzer Schiffsmodelle im Fischerei- und Hafenmuseum. Und wer denkt, „nur Modelle,“ hat den Lebenslauf mancher Schiffe über mehrere Jahrzehnte unterschätzt. So liegt das beispielsweise das Modell des Dampfers Nautilus. Erbaut 1935 in Rostock und später gelaufen bei der Weißen Flotte in Stralsund. In diesem Fall nicht die sächsische Variante eines Dampfers, bei der ja bekannter Weise jedes Schiff ein Dampfer ist, sondern es handelt sich bei dem Schiff der Reederei Alwert aus Wiek auf Rügen wirklich um einen. Als zehnjähriger machte der Chef des Fördervereins für das Fsicherei- und Hafenmuseum, Achim Wöllner, seine erste Seefahrtserfahrung damit. Beim Datum des November 1945 wird jedem klar sein, dass diese Erfahrung eine war, auf die er vielleicht gerne verzichtet hätte, als es von Schlesien über Stralsund in das Quarantämelager Bug auf Rügen ging. So landete Achim Wöllner wie viele andere auf Rügen und wer die Geschichte still fortdenkt, erinnert sich auch an jene tausenden Flüchtlinge, die beispielsweise mit der Wilhelm Gustloff die Ostseequerung im Jahr davor nicht schafften. Die Nautilus übrigens machte den umgekehrten Weg vieler hiesiger Schiffe. Sie wurde 1990 an den Pfahl gelegt und durfte 1992 nach Travemünde ausreisen.

Auch das Segelschiff Anna Susanna erzählt eine Geschichte. Das Geschenk des Ostseegymnasiums spielte 1952 im DEFA-Krimi Anna Susanna mit, bei dem der Hamburger Reeder Brinkmann während der Weltwirtschaftskrise 1929 sein Schiff ohne Rücksicht auf die Besatzung versenkt, um die Versicherungssumme zu kassieren. Es erinnert auch ein wenig an die Zeiten, als die Fischer und Schiffe von Sassnitz etliche Rollen in Filmen besetzten, wenngleich die überlebenden Seeleute in diesem Fall auch vor Gericht gegen den Reeder den kürzeren zogen.

Der gesamte Raum für Sonderausstellungen ist mit zahlreichen Schiffen und deren Geschichten in Vitrinen gefüllt. Bemerkenswert dabei, dass sich Sassnitzer Modellbauer häufig Unikate nach historischem Vorbild erschaffen, deren Erinnerung so mitsamt den Geschichten bestehen bleibt. Übrigens: vor dem Museum liegt noch ein richtiger Kutter und die alten Seebären darauf erzählen ihre Geschichte sogar leibhaftig.

Anzuschauen bis September von 10 Uhr bis 17.30 Uhr.

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Montag, 3. August 2009

Rügener Pop-Art in Sellin

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Sellin. (ostSeh) Lichtkastenbilder. Das ist es, was einem zu Klaus Walter zuerst einfällt. Zumindest, wenn man sein Rügener Wirken verfolgt hat. Da standen mehrere Jahre zu Silvester comicartige Bilder an der Selliner Seebrücke. Zeitlich begrenzt, ebenso wie die einmalige Aktion an der Eisbahn. Von allen immer einsehbar sind die Kästen an den einzelnen Ladengeschäften in Göhren rund um die Promenade des ÜberSee. Leider unbeschriftet und nur für Insider kenntlich.

Solche zwei Kästen begrüßen einen wieder. In der Selliner Galerie Hartwich, die zum bevorzugten Ausstellungsort Walters gehört. Ein Caravan mit Elektroanschluss springt einem sofort ins Auge, also ein Pkw Kombi, in dem einer auf der Ladefläche schläft. Verkabelt an der Steckdose. Zum aufladen? Das schont die Batterie, könnte aber auch eine Metapher sein. Wie vieles nebensächlich scheint. Der Busfahrer, schemenhaft neben seinem weißen Reisebus und einen Reinigungseimer in Reichweite. Hundert mal mit Touristen gesehen, nie für wichtig befunden. „An welchem Punkt verschwinden die Stühle in der Masse?“, erläutert Walter dem Maler Günter Jagnow sein Anliegen bei den Monoblockstühlen. Sie warten auf eine Gesellschaft, die das Fasten gemeinsam brechen will. Denn Walter war in Istanbul und hat dort nicht die jahrtausende alten Behausungen, sondern Caravans gezeichnet. Jene Behausungen auf Zeit und Rädern. Ein weiterer davon hängt bei Hartwich noch im Kasten.

Dann sieht der Betrachter ein Rollgitter, mit dem fassadenbreite Schaufenster gesichert werden. Kettenglied um Kettenglied vor der verbretterten Fläche. Alltäglich, um Betrachten vermeintlich unnütz und doch filigran, ansehnlich. Auch vor den Stühlen ist ein Maschendrahtzaun akribisch dargestellt, während die Perspektive hinten alles langsam aufsaugt. Dargestellt in den knalligen Farben, der Pop-Art entsprechend. Oder Comics. Dann wieder eine Nachtstudie von vereschneiten Autos mit Neonlicht, die in Klaus Walters Stil plötzlich nochmals den Anschein erhält, man hätte da beim ersten Betrachten dieses hundertmal gesehenen Motives etwas übersehen.

Kurzum, was Walter da an der großen, erfreulich dicht gehängten Wand und den spärlich behängten Flächen in Facetten seines neueren Schaffens zeigt, lohnt auf jeden Fall einen Besuch.
Geöffnet bis 25. September, Sellin, Schulstraße 5, Di – Sa von 15 Uhr bis 19 Uhr. Oder 0174 9475424

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Sonntag, 2. August 2009

Strandhochzeit Kaulitz - Mutter von Tokio Hotel heiratet langjährigen Lebensgefährten Gordon Trümper

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Göhren. Sonnenschirm und Bodygard herrschten vor, als Braut Simone Kaulitz, Mutter von Bill und Tom, und Ziehvater Gordon Trümper an der Göhrener Promenade dem Auto entstiegen und durch die erstaunlich kleine Gruppe von Zuschauern mussten.

Die Malerin Simone kaulitz hat dann im Hochzeitszelt des Hotel Hanseatic Göhren den Musiklehrer und Förderer ihrer Kinder, Gordon Trümper (brauner Hut) am Sonnabend um 14.30 Uhr geheiratet. Die Göhrener Strandhochzeiten am Hoteleigenen Strand sind exklusiv und nur dort zu haben. Im Hotel Hanseatic Göhren und dessen Bernsteinsaal mit rund 260 Plätzen ging die Nacht dann zügig mit einer rauschenden Musikparty am Abend ab 18.30 Uhr weiter. Zwei rote Ferraris der brüder Tom und Bill sollen in der Tiefgarage gestanden haben. Sie selbst waren nicht zu sehen, gleichwohl aber ihre Musik spät nachts zu hören.

Eine Strandhochzeit übrigens erfordert, so will es das Gesetz, eine feste Bedachung. Trotz öffentlicher Hochzeit inmitten der Touristen und Gäste sind die Securities scharf und schrecken auch nicht vor den öffentlichen Gaststätten rundherum zurück. Man möge bitte die Fenster schließen weil sie Angst hätten, wurde von einer Wirtin verlangt. Dann sollten sie sich in ein Schlosshotel einquartieren, statt so öffentlich am Strand zu heiraten, entgegnete diese unerschrocken.

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Variete und Piano am Strand

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Foto: ostSeh/Küstermann

AKTUELL im BILD: Martin van BRACHT (Artist, kostüm) und Lena Ries beim sterbenden Schwan, begleitet von Thomas PUTENSEN, Piano. Alle traten zusammen mit dem Varieté van Brachts an der Selliner Seebrücke auf. Begleitet vom Piano Putensens oder Musik aus der Retorte gaben Bastian Mark an den Bällen, Franziska Riva auf dem Seil, Henrik Lüderwald, Lena Ries und Martin van Bracht eine Vorstellung, deren Elemente allerdings auch schon im Wintervarietée an der Eisbahn zu sehen waren. Bei klarem und trockenem Wetter frönten der Vorstellung im Sand rund 250 Gäste. Alles wohl etwas kurzfristig von der Kurverwaltung kommuniziert, da die Gastronomie auf der Seebrücke erst am Tag vorher davon erfahren habe und so die meisten Gäste am Strand trocken blieben.

(c) 2009 ostSeh_KüSTERMANN
 
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