Mittwoch, 30. Dezember 2009

Rügengeplaudere (3): Manche nehmens persönlich

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Rügen (FK) Eine „NABU-Verpreller-Straße“ plakatieren Freunde und Auftragnehmer der neuen B96n öffentlichkeitswirksam und mit kostenintensiven Schildern neben der alten B96. Das ist Rügens Wirtschaftsmacht: persönliche Beschimpfung statt sachlicher Auseinandersetzung von angeblichen Wirtschaftsbossen, die auf satte Pfründe hoffen. Um die Sache geht es hier nicht, muss einmal deutlich gesagt werden.
Anders der Streit in Rambin. Der geht quer durch die Bevölkerung des Ortes, da die Trassenführung dort einerseits nicht allen gefällt, andererseits die Straße wegen Verkehr häufig kaum querbar ist.
Rügen ist also einmal mehr im Fieber der Neubauten. Und schießt sich mal wieder ein. Hier einige persönlich gefärbte Hintergründe.

Nur Ortskundige werden das Wortspiel auf dem Acker nach Stralsund rechts und nach Samtens links der Straße identifizieren können, das eine einzelne Person mit professionellen Mitteln zum Symbol diverser Versäumnisse um den Straßenneubau und der gesamten öffentlichen Debatte macht: Marlis Preller, NABU-Mitglied.

Die frühere Vorsitzende vor dem derzeitig eher farblos und in Endzeitstimmung agierenden NABU-Chef Joachim Kleinke kam schon häufiger ins Ziel solcher Gegner aus der angeblichen Wirtschaft und deren Attacken. Beispielsweise 2004 bei einer Kreistagserörterung im Vorfeld des Planungsverfahrens der neuen Rügenbrücke und B96n, als eine komplett getarnte Bergener Baufirma die damalige Vorsitzende und Aktivistin des NABU Rügen namentlich auf ihren Transparenten angriff und zum Freiwild erklärte. So viel Freiheit konnte der Inhaber dann doch nicht ertragen. Ein klarer Angriff auf einen gewählten Souverän. War sie doch damals auch Kreistagsabgeordnete.
Pikant dabei für die professionell mit Baumaterial und Werkzeug ausgestatteten „Demonstranten“: ihr Chef stand früher mal unter SED Vorzeichen als Parteisekretär auch ganz oben und hat sein Handwerk für das Volk der Demos von der Pike auf gelernt. Das Handwerk des Kapitalisten übrigens auch, legen manche einstige Genossen nach und so verwundert nicht, dass seine ganze Firma in Erwartung von Arbeitsplätzen und Profit das Recht auf „freie“ Meinungsäußerung „demonstrierte“.

„Nach der Wende hatten wir die Illusion, wir könnten hier einen anderen, einen sanfteren Tourismus entwickeln“, erinnert sich Marlies Preller im Greenpeace-Magazin im Jahr der Brückeneröffnung, „aber diese Chance wurde verschenkt.“
Nicht immer allerdings agierte die frühere Vorsitzende und Kreistagsabgeordnete des „Bündnis für Rügen“ so diplomatisch geschickt. Manche werfen ihr zwischenzeitlich auch eine gewisse Selbstherrlichkeit in ihrer Rolle vor. Titelte das Greenpeace-Magazin 2007 nur noch „Kreidefelsen und Beton“, wurde die Umweltschützerin schon früher einmal in einer Schlagzeile des selben Blattes zur „Retterin der Insel“ mit Portraitfoto gemacht. Was ihr unter dem Aspekt Personenkult nicht nur Freunde einbrachte. Denn hatte sie nicht wenigstens den einen oder die andere MitstreiterIn?
Als Kreisvorsitzende des Naturschutzbunds (NABU) war Preller so etwas wie die oberste Anwältin der Natur auf Rügen. So sah es das Magazin und so sehen es ihre tatsächlichen Feinde, die das kaum sportlich nehmen, noch heute. Ihnen geht es ja meist um persönliche Vorteile, wie anhand dr Positionen leicht zu überprüfen ist. Doch im Gegensatz zum geschassten früheren Nationalparkchef Michael Weigelt ist sie Rüganerin und diesen Bonus nimmt ihr keiner. Er trug wohl auch samt ihrer Unabhängigkeit zum inhaltlichen Überleben bei. Wo immer es also das Gesetz und ihre Einsicht verlangt, Umweltschützer in Planungsvorhaben einzubeziehen, ist die wortgewandte, jung wirkende 59-Jährige gefragt. Sie hat ihr ganzes Leben auf Rügen verbracht, kennt und liebt die Insel und kämpft darum. Oft stellveretend für viele Schweiger. Und oft auch vergeblich. Doch werden wohl erst Generationen nach ihr die Rolle ihrer Aktivitäten um die Resource Natur auf Rügen wirklich einschätzen können.
Wer ihr allerdings beim Buhlen um die Gunst der Publicity in die Quere kommt, darf sich auch als vermeintlich befreundeter BUND oder als Partei Die Grünen warm anziehen, sollte die Fahne des NABU oder ihr Gesicht nicht zu sehen sein. Eine einzige gemeinsame Aktion von NABU, BUND und den damals im Erstarken befindlichen Grünen Rügens wurde zumindest der Schlüssel zum Auflösen der Partei auf Rügen zugunsten von Einzelinteressen. Dank dem Taktieren Marlis Prellers, die einen offenen innerparteilichen Konflikt zum Ausbruch brachte und es selbst nicht einmal merkte.
Dennoch steht sie seit der Wende für den Widerstand gegen die Meyer-Werft ebenso wie vieles mehr und nimmt nicht als Person sondern als Mitglied einer der sogenannten Träger öffentlicher Belange (TÖBs) eine gesetzliche Rolle jenseits persönlicher Vorteile ein. Wer will ihr das vorhalten? Während die touristischen Gegner eines Fischwerkes aus Binz wegen der Einleitung von Abwässern in die Binzer Bucht anfangs erbittert fochten, später die wichtigsten Caterer der Betreiber bei Großveranstaltungen wurden, ist von Marlis Preller so etwas eben nicht zu berichten. Ihr Geschäft bleibt die Natur und sie bleibt klar und redlich, keinesfalls käuflich.
Die rote PDS-Landrätin dagegen will es allen recht machen. Sie möchte gerne auch für die Gegner des früheren Klassenfeindes CDU wirtschaftsfreundlich sein und vielleicht wurden auch daher aus ihrem Hause die Ausgleichsflächen für die verlorenen Vogelschutzgebiete erst nach einer Rüge der EU mit zweijähriger Verspätung benannt. Schließlich kennt man sich unter anderen Vorzeichen vielfach schon vor der politischen Wende. Verzögerung in Einheit mit der Landesregierung übrigens, die das toleriert hatte. Eine Rüge für das Land ebenso wie für den ohnehin schon überforderten und unterbevölkerten Landkreis war die Folge. Und die heutige Verzögerung der Straße zur Brücke, was den Unmut und das Schild nach sich zieht. Doch klar und deutlich: es war die Aufgabe des NABU, dieses anzuprangern und der EU zu stecken. Immerhin ist Rügen Zielregion eins für zahlreiche Subventionen, die auch Tourismus fördern sollen. Und Natur gehört zu dessen Hauptkapital.
Kritik konnte sicher nicht kommen von Koryphäen wie dem Geschäftsführer des Bauernverbandes. Der wenige Tage vor Ende der damaligen Einspruchsfrist gegen die Straße sich erstmalig im Büro des NABU die maßstäblich in voller Länge über einen Flur aufgehängte Karte mit dem Landverbrauch anschaute und vom Verlust wertvollen Ackerlandes von über 200 Hektar für Ausgleichs- und Baumaßnahmen angeblich schockiert war. Doch was hätte ein solcher Interessensvertreter noch tun sollen, wenige Tage vor Ende der Fristen? Wo war er davor? Wo doch jeder schon lange vorher wusste und auch heute weiß, dass die Flächen Rügens kostbar, das Ackerland unersetzlich ist. Zumal das ökologisch zertifizierte wie das von René Thom in Samtens. Er verliert gleich zweimal Land: in Samtens für eine Auffahrt die Weidefläche seiner Hühner und Gemüseacker und in Stönkvitz für Ausgleichsflächen. Da werden Büsche auf Ökoland gepflanzt.
Es gibt weitere Aktive, ebenfalls heute populär in Sachen Wirtschaft, A20 und B96n. Davor über fast 20 Jahre als Chef des Fährhafens Sassnitz-Mukran und heute eben Lobbyist im Stand des Rentners. Ob er wohl jemals die als Touristennotwendigkeit vorgeschobene Brücke und Straße als das benennen würde, was sie wirklich ist? Eine Infrastrukturmaßnahme für die Logistik des Fährhafens, der 3,5 Stunden Revierfahrt mit Lotsen nach Rostock spart, eisfrei ist und nicht zuletzt mit dem derzeitigen Nord-Stream-Pipelinegeschäft expandiert und angeblich Straßenkapazität benötigt, obwohl er den umfangreichsten Bahnanschluss der Ostsee gewährleistet und nicht so stark auf Lkw setzen müsste? Favorisiert das Verkehrskonzept der EU sowieso schon lange die Devise from Road to Ship. Zudem mit Terminal zum Umachsen von oder nach der russischen oder künftig finnischen Breitspur und Verladung auf die RoRo-Fähren.
Niemand von den „Wirtschaftslobbyisten“ wird bis zur Fertigstellung der Straße nach Bergen mit 18 Brückenbauwerken sagen, dass der Stau, der auch nach Eröffnung am 20. Oktober 2007 nicht abgenommen hat, künftig vor der Kreisstadt stehen wird, da beispielsweise das Mönchgut dem Verkehr einfach nicht mehr gewachsen ist. Auch nicht der kreiseigene Öffentliche Personnennahverkehr (ÖPNV), weil ebenfalls straßenabhängig und keinesfalls auf eine Ersatzleistung statt des Individualverkehrs aus. Dafür ist die Kfz-Lobby wieder zu groß. Vor allem, wenn die Brücke für bisher über 125 Millionen Euro nun freie Fahrt suggeriert und die schnellen Tagesgäste von Hamburg und Berlin antreten, die nachhaltigeren Wochenurlauber dann zusätzlich zu verärgern. Auf Hiddensee im Kleinen lange schon zu beobachten.
Niemand hört auch heutzutage mehr gerne, dass der zwischenzeitlich wegen Bordellbesuchen in St. Petersburg, finanziert aus der Portokasse des Fährhafens, verurteilte frühere Geschäftsführer als Lobbyist beim IHK Verkehrsausschuss gar intern diskutierte, ob man nicht einen Einbahnverkehr am Hafen vorbei über die Feuersteinfelder leiten solle. Das hat ihm dann vor seinem Fall glücklicher- und wohl auch schlauerweise jemand ausgeredet. So leicht wollte man es Marlis Preller und den sogenannten Grünen, wer immer das auf Rügen auch heute sein soll, dann doch nicht machen.

Doch merke: ebenso wie die verdeckte Lobby für Brücke, Straße, Verkehr und weitere Großbauten ihre Unterstützer hat – beispielsweise das mittlerweile abgelehnte DONG-Kraftwerk, wo sich die selben Befürworter immer wieder treffen –, so steht Marlis Preller nicht alleine da. Sie ist nur ein Kopf, dessen sinnbildlich gesehen, Hände und andere Gliedmaßen von vielen anderen mit bewegt werden. Da muss man dann für die Sache eben auch mal eine (grüne) Kröte schlucken.

© 2009/Felix Krull


Montag, 28. Dezember 2009

Rügen: Deutschland genehmigt Nord Stream-Pipeline

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Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) erteilt Genehmigung für die ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ).

Alle deutschen Genehmigungen sind damit erteilt.

Die Karte der Verlegetrasse der Pipeline

Modell des Verlegeschiffes

Lagerung der ummantelten Röhren mit enem sogenannten Reach-Tacker-Spezialfahrzeug von Ferrari.

Produktionshalle zur Ummantelung der Rohlinge in Sassnitz
Fotos: © ostSeh/Küstermann

Nur die zweite finnische Genehmigung steht noch aus, 28. Dezember 2009 (ostSeh) Die Nord Stream AG hat heute vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg die Baugenehmigung für den 31 Kilometer langen Abschnitt der Nord Stream-Pipeline durch die ausschließliche Wirtschaftszone Deutschlands erhalten. Damit sind alle deutschen Genehmigungen erteilt. In den Ländern Dänemark, Schweden und Russland hat das Konsortium die Baugenehmigungen schon erhalten. In Finnland steht noch die zweite Genehmigung aus. Der Bau in der ausschließlichen Wirtschaftszone wurde bereits genehmigt.

“Wir liegen sehr gut im Zeitplan und gehen davon aus, im Frühjahr 2010 mit dem Pipelinebau beginnen zu können. Im Folgejahr 2011 können wir dann erstes Erdgas nach Europa liefern”, sagt Matthias Warnig, Vorsitzender der Geschäftsführung der Nord Stream AG.

Nach Fertigstellung des zweiten Pipelinestrangs wird Nord Stream im Jahr 2012 insgesamt 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas von Russland nach Deutschland liefern, wo es in das europäische Erdgasnetz eingespeist wird. Gazprom hat bereits in mehreren EU-Staaten langfristige Verträge über Gaslieferungen durch Nord Stream abgeschlossen. Dazu zählen Deutschland, Dänemark, die Niederlande, Belgien, Frankreich und Großbritannien.

Die Umweltverbände laufen dagegen Sturm.
Gigantische Eingriffe in unterseeische Lebensräume, sagt der der BUND MV
Corinna Cwielag: Genehmigung für Nord Stream-Pipeline birgt große Risiken

“Die Pipeline wird das größte Bauwerk des Ostseeraumes darstellen und erfordert gigantische Eingriffe in unterseeische Lebensräume. Allein die mehrmonatigen Baggerarbeiten werden viele Quadratkilometer Meeresboden mitsamt dem darin enthaltenen Leben zerstören.” so Corinna Cwielag, Landesgeschäftsführerin des BUND in Mecklenburg-Vorpommern.

Aus Sicht des BUND bedarf es angesichts dieser gravierenden Eingriffe in europarechtlich geschützte Lebensräume eines sogenannten ´Abweichungsverfahrens´ bei der Europäischen Kommission, das jedoch unterlassen wurde. Ausgleichsmaßnahmen seien derzeit nur für einen Teil der geplanten Eingriffe geplant.

"Das Vorhaben ist unter diesen Umständen naturschutzrechtlich angreifbar." stellt Corinna Cwielag vom BUND fest. "Hier wurde den Interessen eines Privatunternehmens auf schnellen Baubeginn trotz völlig unzureichender Antragsunterlagen nachgekommen. Niemand kann sonst eine Genehmigung für derart schwerwiegende Eingriffe erhalten, wenn der Ausgleich nur zu vierzig Prozent nachgewiesen wurde." Der BUND behalte sich deshalb rechtliche Schritte gegen das Vorhaben vor.

Der WWF fordert Kompensation und leitet rechtliche Prüfung ein.

Der WWF fordert vom Betreiber Nord Stream eine volle Kompensation der entstehenden Umweltschäden und wird die Genehmigungsbescheide rechtlich prüfen lassen. Für den deutschen Küstenbereich sind Ausgleichsmaßnahmen bislang nur für etwa 40 Prozent der Eingriffe in die Meeresumwelt vorgesehen. Durch Baggerungen für die Trasse der Gaspipeline am Meeresboden und Freisetzung großer Mengen Stickstoff und Phosphor drohen massive Schäden im Ökosystem der Ostsee.

"Der WWF kann der Pipeline nur zustimmen, wenn in der Summe die Bilanz von Eingriffen und Kompensation ostseeweit gleich Null ist. Die Ausgleichsmaßnahmen müssen der geschunden Ostsee direkt zugute kommen" sagt Jochen Lamp, Leiter des WWF Ostseebüros in Stralsund. ”Der WWF wird daher die Genehmigungsbescheide durch seine Fachjuristen prüfen lassen, bevor sie rechtskräftig werden.”

Die geplante Trasse durchschneidet mehrere EU-Naturschutzgebiete, darunter das geschützte Riff der Schwelle zwischen Greifswalder Bodden und Ostsee. Hier müsse für die Verlegeschiffe der Pipeline eine neue Fahrrinne gebaggert werden. Auf einer 400 Hektar großen Klappstelle vor Usedom soll der Meeresboden aus der Pipelinetrasse im Greifswalder Bodden zunächst ins Meer geschüttet und später wieder abgebaggert werden. Pipelinebetreiber Nord Stream hat anerkannt, dass sich diese Eingriffe erheblich auf das Ökosystem auswirken werden.

Ein weiterer schwerer Eingriff ist nach Auffassung der Umweltstiftung WWF die Freisetzung von 53.000 Tonnen Stickstoff und 12.000 Tonnen Phosphor aus dem Meeresboden in den Wasserkreislauf der Ostsee. Dies entspricht einem Drittel des jährlichen Gesamteintrags dieser Stoffe. ”Im schlimmsten Fall drohen durch diese massive Überdüngung neue Todeszonen in der Ostsee, wenn wir nicht gegensteuern”, warnt Jochen Lamp. Eine Ausgleichsmöglichkeit wären großflächige Feuchtgebiete, die den Flüssen Nährstoffe entziehen, bevor das belastete Wasser in die Ostsee gerät und das Überdüngungsproblem verschärft.

Die Nord Stream Pipeline soll zwischen dem russischen Viborg und dem deutschen Lubmin entstehen und führt durch die territorialen Gewässer von Russland, Finnland, Schweden, Dänemark und Deutschland. Nach der Genehmigung durch das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH) sowie das Bergamt Stralsund liegen sämtliche Genehmigungen vor.

INFO:

Die 12,5 Tonnen scheren Rohre werden auf Rügen in einem eigens erbauten Werk der nordfranzösischen Firma Eupec seit April 2009 ummantelt und nach Vor- und Zwischenlagerung auf einer gigantischen Fläche per Schiff zu den weiteren Lagern oder zum italienischen Verlegeschiff gebracht. Dann wiegt ein rohr rund 24 Tonnen. Der Fährhafen Sassnitz-Mukran profitiert gleich mehrfach. Einerseits kommen die Mineralien zur Ummantelung per Schiff hier an. Eine Logistikfirma transportiert die Fracht ins Werk. Ebenso die Röhren, die andererseits 100 Stück pro Tag per Zug ankommen. Nach Fertigstellung wird alles wieder per Schiff via Hafen abtransportiert. Danach berechnen sich die Frachtgebühren für den vom Land und der Stadt betriebenen Hafen. Endlich ein lukratives Geschäft nach den Investitionen der letzten 20 Jahre.

WEITERE INFORMATIONEN

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© ostseh 2009/ andreas küstermann

Donnerstag, 24. Dezember 2009

"buch-und-troedel" zieht weiter über Rügen

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Bergen/Rügen. (PM ostSeh) Bergen im Januar und Sassnitz im Februar sind die beiden nächsten Ziele von ostSeh-buch-und-troedel. Vielleicht auch ein Anlass, beim Trödeln Weihnachtsgeschenke zu tauschen oder auch nur anzubieten. Gelegenheit dazu mit anderen Anbietern gibt es am 16. und 17. Januar im Nachbarschaftszentrum Bergen (NBZ), Rotensee. Ein beheizter Saal lädt in der sonst ereignislosen Zeit zwei Tage lang zum Stöbern und Finden, aber auch Träumen ein. Im Angebot finden Sammler Glas, Literatur, Zubehör für Landart oder einfach Kitsch. Die verschiedenen Anbieter haben aus ihren gehorteten Schätzen einiges zu bieten und auch der NDR kommt zu Besuch, wenn Punschi seine Überraschungskisten auspackt und noch nicht weiß, was drinsteckt. "Alles zum halben Preis" ist die Devise des Proraners.

Am 6. und 7. Februar zieht der Trödelzirkus dann nach Sassnitz. Im dortigen e-werk herrscht wieder eine ganz andere Atmosphäre. Gäste von Jasmund und Wittow sind dann besonders eingeladen, sowohl einen Bummel durch die Trödelwelt zu machen als auch selbst einen Stand anzubieten. Gegen eine geringe Kostenbeteiligung für die Vorbereitung und Durchführung kann jedeR aus Speicher und Keller all das entsorgen, was schon immer im Weg stand, jedoch für den Müll zu schade war. Nur ein Tapeziertsich ist notwwendig und genug Ware, die sich aus Büchern und Trödel zusammensetzt. Und keine Sorge: private Flohmärkte unterliegen nicht der Steuer. Der NDR strahlt dazu am 5. Febraur Abends bei Land und Leute auch einen Beitrag aus.

Im März als Vorschau ist dann Ende der indoor-Veranstaltungen, weil die Saison für Außenflohmärkte wie beispielsweise in Sellin am dortigen Bollwerk ab April wieder beginnt oder zumindest gemütlicher wird. Aber einmal noch im Dorfkrug in Gingst bei Ina Puchert am Markt soll die Gelegenheit bestehen. Am 20. und 21. März im Saal des Gasthauses. Möglicherweise lassen sich sogar noch einige Gingster Gewerbetreibende zu gleichzeitigen Aktionen rund um den Markt heinreißen. Und die Funde? Eisenbahnteile hat jemand kürzlich erstanden, Wiking-Autos für die Spur H0 oder auch ein paar alte Werkzeuge für die Wand eines Traditionszimmers. Porzellanhunde, von einem Sammler bestellt, warten allerdings noch immer ihrer Abholung. Auch sowas gibt es... Ansonsten Bücher, Bücher, Bücher...

Alle drei Veranstaltungen finden in der Kernzeit von 11 Uhr bis 16 Uhr am Wochenende statt. Das Ende ist je nach Andrang flexibel. Der Eintritt ist frei und weitere Teilnehmer sind weiterhin je nach Platzkapazität nach Voranmeldung herzlich willkommen.

Info 0171 5254076 oder post@ostseh-buch-und-troedel.de


Dienstag, 22. Dezember 2009

Rügen: Vorsicht lebensgefährlich:  Aufenthalt auf den gefrorenen Eisflächen ist mehr als waghalsig!

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Rügen (ostSeh/PM WSP) Die sehr tiefen Temperaturen und der anhaltenden Frost in den letzten Tagen ließen auf vielen kleineren Gewässern die Oberfläche teilweise oder auch vollständig mit Eis bedecken. Die Wasserschutzpolizei des Landes Mecklenburg-Vorpommern warnt ausdrücklich vor dem Betreten dieser Eisflächen. Die Eisflächen brauchen Zeit und länger anhaltende Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, um tragfähige Eisdicken zu bilden.

Die Wasserschutzpolizei überwacht nunmehr verstärkt die Gewässerbereiche, um waghalsiges Betreten zu unterbinden.

Wir möchten uns auch ausdrücklich an alle Eltern wenden:

Achten Sie auf Ihre Kinder, erklären Sie Ihnen die Gefahren des Eises und lassen Sie die Kinder niemals alleine und unbeaufsichtigt in unmittelbarer Nähe von Eisflächen spielen oder gar aufs Eis gehen!

Grundsätzlich sollten sich Wintersportler nur an bewachten Gewässern und nie alleine oder bei Dunkelheit aufs Eis wagen, sich vorher bei ortskundigen Fachleuten über den Zustand des Eises informieren sowie auf Warnungen in lokalen oder regionalen Medien achten.

Wer trotzdem das Feeling des Schlittschuhgleitens außerhalb von Eislaufhallen auf einen der vielen kleineren Binnenseen erfahren möchte, sollte immer vorsichtig und umsichtig sein sowie verantwortungsbewusst einschätzen, ob das Eis wirklich sicheres Befahren und Betreten erlaubt. immer auch in dem Bewusstsein, dass das Betreten einzelner weitere Eisläufer nach sich zieht.

Besondere Aufmerksamkeit erfordern die selten deutlich sichtbaren, schneebedeckten Risse und überfrorene Löcher im Eis. Besondere Vorsicht ist hier geboten:
  • an Einmündungen von Fließgewässern,
  • auf küstennahen Gewässern,
  • in der Nähe von Brücken, Schleusen, Wehren, Häfen und Fahrrinnen.


Freitag, 18. Dezember 2009

Rügen - NaturNah: Betreten nur begrenzt erlaubt – Die geheimnisumwitterte Insel Vilm

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Programmtipp aktuell

Die Fahrwasser um die Insel Vilm sind so begehrt, dass die Reederei Lamara und die Reederrei weiße Flotte regelmäßig gegenseitige Präsenz zeigen. Und natürlich kann die Weiße Flotte den eben 50 Jahre alt gewordenen Oldtimer MS Lamara locker überholen und abhängen. Wer es braucht :-)
Foto: ostSeh/Küstermann

Rügen (ostSeh) 40 Jahre war die kleine Insel Vilm vor Rügen streng abgeschirmt. Schon zu DDR-Zeiten durften nur hohe DDR-Staatsfunktionäre die Insel betreten. Sie nutzten sie als Feriendomizil. Erich Honecker beispielsweise war lieber auf Vilm als im eigens für Funktionäre und Staatsgäste erbauten Cliff-Hotel. Philipp Galen (1813 bis 1899) widmet in seinem Roman "Die Insulaner" der Insel Vilm eine Schlüsselszene. Auch Lyonel Feininger soll dort gezeichnet haben.

Heute können nur bis zu 12 externe Menschen täglich auf die nur einen Quadratkilometer große Insel. Sie ist ein Naturparadies von einzigartiger Schönheit und steht unter hohem Schutz. Neben den Mitarbeitern der INA (Naturschutzakademie Insel Vilm) kommen nur Gäste mit einer geführten Tour der Reederei Lenz ab Lauterbach dorthin. Auch die Lamara fährt rund um die Insel Vilm, ebenso die weiße Flotte

Kein Mensch greift ansonsten in den natürlichen Zyklus der Insel ein, die nach einer Phase der Waldbauern geschlossen und geschützt wurde, zu Beginn der DDR-zeit kurz geöffnet war und heute als einzigartiger Urwald Studien zulässt, die so nirgends sonst in Deutschland zu sehen sind. Beispielsweise, wie die Buche nach zwei jahrhunderten ihres Wachstums die Deutsche eiche verdrängt. Die Natur auf dem Weg zum Ur-Naturwald.

Während eines Jahres hat NDR Redakteurin Christina Walther mit einem Kamerateam die kleine Insel besucht. Entstanden ist ein Film für die Reihe NaturNah im NDR Fernsehen am 22. Dezember. Dieser zeigt eine Natur, wie sie sich nur an wenigen Orten in Deutschland entwickeln konnte - darunter beeindruckende Baumveteranen.

Schon zu früheren Zeiten hat die Insel Künstler angezogen. Sie war ein bedeutender Treffpunkt von Landschaftsmalern. Noch heute lassen sich Maler und Fotografen von der Natur dieser Insel inspirieren. Aber auch Mitarbeiter der Landesforst kommen hier her, um den Naturwald zu dokumentieren. Ziel ist es, mehr über die grundlegenden Zusammenhänge des Ökosystems Wald zu erfahren.

NaturNah: Betreten nur begrenzt erlaubt – Die geheimnisumwitterte Insel Vilm. Zu sehen ist die 30-minütige Reportage am Dienstag, 22. Dezember, um 18.15 Uhr im NDR Fernsehen.




Mittwoch, 16. Dezember 2009

Rügen: Saßnitz wird daher nie  ein bedeutendes Seebad

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Frank Biederstaedt: Die Geschichte der Seebäder Crampas und Sassnitz in der Edition Pommern

repro Frank Biederstaedt

Sassnitz/Berlin. (ostSeh) Frank Biederstaedt ist studierter Archivar. Das ist erfreulich, weil sich seine Arbeiten in der Systematik von den zahlreichen selbsternannten Forschern und Ortschronisten der Stadt Sassnitz unterscheiden. Vielleicht kommt der Sassnitzer ja auch mal wieder in seine Heimatstadt zurück, mit der er sich mittels Publikationen in Print-Form und einer Internetseite auch aus Berlin beschäftigt.

Mit der Geschichte beider Ortschaften hat sich Frank Biederstaedt schon lange auseinandergesetzt. Davon zu hören war beispielsweise in der ReiheMuseumsgespräch des Fischerei- und Hafenmuseums, wo er mehrfach mit detailreichen Vorträgen zu Gast war. Dank seiner Großväter, die immer irgendwelche Anekdoten ausgruben, kam er schon frühzeitig mit der Geschichte von Sassnitz und Umgebung in Berührung, erzählt er. Das wird heute auch wieder gern genommen, weil es scheint, die Abstinenz der DDR, vor 1945 stattgefundene Geschichte aktiv als Grundlage für die neuere Entwicklung mit einzubeziehen, erzeugt heute ein großes Vacuum an Aufarbeitung. Wie Atemluft inhalliert eine geschichtsinteressierte Bevölkerung alle Publikationen und sammelt Fakten zur eigenen Abwägung. Stehen viele Alte doch nach wie vor im Misstrauen gegenüber dem früheren Geschichtsbild.

Seit einigen Jahren beschäftige sich Frank Biederstaedt intensiv mit der Geschichte von Sassnitz und ist auch selber Sammler von allerlei antiquarischen Druckerzeugnissen. Oder besser, er sammelt eigentlich nach und nach alles, was er zu Sassnitz in die Finger bekommt. Seine Website dokumentiert auch Filme, die in Sassnitz zu Hauff gedreht wurden. Und wer ein wenig das DEFA-Spektrum kennt, weiß, dass da noch einiges hinzukommen dürfte.

So konnte er am Ende seiner Ausbildung auch das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden und schrieb seine Diplomarbeit über die Geschichte der Dörfer Crampas und Sassnitz und deren Zusammenschluss. Auf Grundlage dieser Diplomarbeit ist das Buch, „Saßnitz wird daher niemals ein bedeutendes Seebad...“ - die Geschichte der Seebäder Crampas und Sassnitz, entstanden und es reicht bis in die 1920-er Jahre. Obwohl er sicher gerne auf Rügen geblieben wäre, arbeitet er heute bei der UFA in Potsdam und ist so viel als möglich auf „seiner“ Insel. Diese bringt er als Fotograf auch in der Fotocomunity anderen Liebhabern nahe. Insulaner sind so.

Seine kleine Broschüre von 78 Seiten umfasst die Entstehungsgeschichte der heutigen Hafenstadt, die, anders als ihre rügenschen Pendents der heutigen Bäderorte, immer etwas gespalten über ihr Schicksal ist. Denn der Satz zu Anfang ist nicht ganz falsch, auch wenn es die Lokalpatrioten sofort auf den Plan ruft. Schon zu Zeiten des Theologen Friedrich Schleiermacher musste Sassnitz mit an- und abgeschwemmten Sand kämpfen und auch der Wahlkampf neuerer Zeit machte vor der Tatsache nicht halt, dass Sassnitz direktemang gegenüber von Binz fast strandlos ist. Einer der Jungpolitiker im auslaufenden 20. Jahrhundert brachte unter lautem Lachen der Altsassnitzer Sand an den (Stein-)Strand, der dann schon vor der Wahl bei Sturmflut wieder weggeschwemmt war. Das deutet auf ein Handicap der Stadt Sassnitz hin, die als eine der letzten Städte überhaupt in Deutschland 1957 Stadtrecht erhielt. Da waren die Weichen der DDR schon gestellt, dass aus dem Kurort mit dem einzigen Kreideheilbad weit und breit eine Fischfangstadt wurde. Denn der Fisch wurde zum Lebensmittel erhoben und Sassnitz neben Rostock die Erzeugerstadt dafür. Die DDR liebte Spezialisierung im großen Stil. Also wurden bis Sachsen Menschen als Fischer angeworben und alles, was auf die Entwicklung der kleinen Fischerkaten zum kleinen, verträglichen Tourismus hindeutete, verschwand, verkam oder musste Plattenbauten weichen. Politik sorgte jedoch auch dafür, dass Bergen als Kreisstadt nicht größer als Sassnitz werden durfte und so siedelten die damaligen Strategen auch Hafenarbeiter in Bergen an. Die fuhren dafür jeden Tag nach Sassnitz. Nur das Rathaus, früheres Warmbad, zeugt noch in ganzer Schönheit nach einer geschmackvollen Restaurierung davon. Solche Bilder stellt der Autor in schwarz-weiß – leider teils etwas blass – und in sepia im Buch zur Verfügung.

Doch DDR, das ist nach der Zeit, die Biederstaedt beleuchteet. Er gräbt nochmals die Fundamente späterer Entwicklung aus. Der Leser erfährt dort schadlos von der langen Konkurrenz der beiden Ortschaften Sassnitz und Crampas, die erst vom Theologen zu Wylch, dem Begründer der Sagarder Brunnenaue, mittels Wanderweg ins Visier genommen wurde, bevor dann Schleiermacher und der Berliner Intellekt kam. Aber auch davon, dass die strategische Bedeutung von Sassnitz die Post, die Fähre, jedoch auch das Militär anzog, die der beschaulichen Badeidylle schon in den 1920-er Jahren die Grundlage und vor allem die Ruhe nahmen.

Wer das alles liest, kann auf dieser Basis philosophieren, ob es Sinn macht, dass Sassnitz mit einem seit langem geplanten Kurgebiet und Betten um die Tausend rund um das alte Schloss Dwasieden tatsächlich wieder in den Bäderreigen eingreifen kann. Oder sich mit seiner Rolle als interessanter Industriestadt mit wechselnder Vergangenheit abfindet und was daraus macht. Wie weit das Geschick für den großen Wurf mit internationaler Beteiligung reicht, zeigt ein kleines Beispiel mit großen Folgen. Ebenfalls international, in diesem Fall russisch-finnisch. Da wollte ein Konsortium einen Yachthafen aus dem alten Stützpunkt des Fischkombinats Stadthafen Sassnitz machen. Der alternierende Vorschlag des Yachtenthusiasten und Fischverarbeiters, der im Hafen angesiedelt tagtäglich das Revier vor Augen hat, war angeblich zu teuer. Die russischen Experten hatten zwar eine clevere Art, die Grundgewichte für die Anlegeplattformen zu versenken. Doch das Material insgesamt oberhalb der Wasserlinie hielt nicht einmal dem ersten kleinen Sturm, geschweige denn einem ordentlichen Eiswinter stand. Kohorten von Freizeitkapitänen und reihenweise deren Sprachrohre, die Jachtzeitungen, machten sich über die drei Jahre dauernde Geschichte lustig. Zumal Sassnitz auch vorher schon glücklos mit den Seglern umging und immer vom großen Wurf ohne Segler und Fischer im Hafen träumte. Nun ist dem Konsortium gekündigt und die Grundsteine werden wohl mit viel Mühe und einem Schwimmkran geborgen werden müssen. Man munkelt, das werde teurer, als die gesamte Anlage bisher. Und solcher Sachverstand soll sich mit Investoren in Größenordnungen eines Kurgebiets erfolgreich befassen? Von der einzigen Seebrücke auf Rügen, die nicht wenigstens eine provisorische Bedeutung für Schiffe erhalten hat, als der Förderreigen im Land 17 Seebrücken als Fragmente mit der Gießkanne finanzierte, ganz zu schweigen... Aber zurück!

Der Diplomarchivar wird da noch lange auszuwerten haben, was die Kollegin der Stadt vor Ort seit 1989 dokumentiert. Und so darf man hoffen, dass er sich der neueren Geschichte bald zuwendet und professionell die Dinge bearbeitet, die bisher immer die Auswärtigen oder nebenberuflichen Lehrer als Ortschronisten für Sassnitz meist unkritisch weil Teil des Systems bearbeitet haben. Bestes und positives Beispiel ist jener Steward, der von den Stasimachenschaften auf der Fähre Rügen zusammen mit dem Landesbeauftragten der Stasiunterlagen berichtete. Deren Macht natürlich für den Fährhafen ebenso galt. Doch die noch immer agilen Beteiligten werden das wohl nicht von selbst aufdecken.

Also Frank Biederstaedt, das wäre zwar heikler als reine und alte Geschichte, aber nun könnten Sie das doch mal als etwas wirklich Relevantes übernehmen.....

© ostSeh/Andreas Küstermann


Freitag, 11. Dezember 2009

Rügen: WWF BEGLÜCKWÜNSCHT DÄNISCHEN KRAFTWERKSBETREIBER DONG ZU AUSSTIEG AUS KRAFTWERKSPROJEKT IN LUBMIN

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Greifswald, Berlin - (ostSeh/WWF) Der halbstaatliche dänische Energiekonzern DONG hat am Sonnabend seine Pläne für den Neubau eines Steinkohlekraftwerks am Greifswalder Bodden in Lubmin aufgegeben. Der WWF beglückwünscht in einer Pressemitteilung das Unternehmen zu seiner längst überfälligen Entscheidung.

"Das Kraftwerk wäre ein anachronistischer Dinosaurier geworden und hätte den Weg in eine klimafreundliche Energieversorgung verbaut. Wir sind froh, dass der Vorstand des Unternehmens die Risken offenbar erkannt hat. Mit dem Bau einer solchen CO2-Schleuder wären nicht nur Gefahren für die Umwelt, sondern auch ein hohes finanzielles Risiko für den Konzern verbunden gewesen", betont Brick Medak vom WWF Deutschland. Der Sinneswandel sei nicht zuletzt auf den großen Einsatz eines landesweiten Bündnisses von Bürgerinitiativen und Umweltverbänden zurückzuführen.

In den vergangenen Wochen hatte das Unternehmen bekanntgegeben, seinen bisherigen Energiemix mit einem Anteil von 85 Prozent fossiler Energieträger bis zum Jahr 2040 auf 15 Prozent zu reduzieren. Zu diesem Zeitpunkt will DONG 85 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Energien gewinnen. "Mit einem Neubau in Lubmin wäre das nie zu schaffen gewesen", so Medak. Deshalb sei die Entscheidung folgerichtig und außerordentlich zu begrüßen.

Nach Ansicht des WWF mehren sich die Anzeichen, dass in der Energiewirtschaft ein Umdenken stattfindet. Nach der Aufgabe der Kraftwerkspläne in Karlsruhe und Dörpen in dieser Woche lande Lubmin als drittes Projekt auf dem Friedhof der gescheiterten Projekte. Dies sei ein Sieg der Vernunft und ein Ergebnis monatelanger Proteste des WWF und der Klima-Allianz.

Spannend dürften nun die Reaktionen aus der Politik sein. In Mecklenburg-Vorpommern wurde das Kraftwerksprojekt unter einer rot-roten Regierung eingeleitet. Dort ebenso wie in der jetzigen Regierung zieht sich durch alle Parteien im Schweriner Parlament ein Riss der Uneinigkeit in dieser Frage. Das sollte bei Beurteilung der nun folgenden Stellungnahmen nicht vergessen werden.

WEITERE INFORMATIONEN
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Donnerstag, 10. Dezember 2009

Rügen: Gastro-Hitlisten für 2010: immer wieder verblüfend!

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Andre´Vujtech (mit neuen Teller von Kathrin Grünke) und damit sein Meeresblick Göhren rutschte erstmalig im Ranking hinter Stefan von Heine mit seinem Le Jardin( hier Kochschule Wild an der Kirche Landow).

Peter Knobloch beginnt, die Liste nochmals ganz von hinten aufzurollen....

Fotos: © ostSeh/Küstermann


Rügen/MV. (ostSeh) Wer glaubt, das Lesen der Hitlisten lohnt sich nicht, ist schon wieder eines Besseren belehrt. Die Endwertung der Mittelsumme aus sechs Gastro-Führern ergab nochmals etwas anders, als die Einzelwertungen haben vermuten lassen. Dass die sechs Sterne die Liste in MV anführen, muss sein. Sonst wäre der Beliebigkeit gar keine Grenze mehr gesetzt. Und dass damit auf Rügen Ralf Haug von Platz 16 auf sechs steigt, ist auch normal. Ein Ausnahmekoch, der wohl auch weitere Ausnahmewertungen nach sich ziehen wird. Dafür hat er seine nixe an deer Strandpromenade gut gewählt. Groß genug, um wirtschaftlich sein zu können, jedoch klein genug, um manchen Wünsche entgehen zu können. Und da lässt sich wohl auch eigener Stil noch konsequenter entwickeln. Rügen tut (es) gut. Nochmals Glückwunsch.

Da hat Stefan von Heine als oberster Küchenchef von vier Restaurants im Dorint-Hotel Park Ambiance in Sellin mit seiner verjüngten Crew doch ganz andere Voraussetzungen. Und in diesem Jahr kann er mit dem Weggang von Barbara Lembke, seiner langjährigen Sous-Chefin und Arbeitsgefährtin über mehrere Hotelstellen auch von großen Umbrüchen in seiner Küche sprechen. Doch das macht Kontinuität aus, wenn einer über Qualität wacht, obwohl der Chefkoch mit Hoteldirektorenaufgaben selbstkritisch sagt, dass er dieses Jahr nicht immer wusste, was so über den Pass ging. Von 12 auf sieben ist das Le Jardin im Ambiance wieder gestiegen. Um so beachtlicher, weil Andre Vujtech im Göhrener Meeresblick nach Inhaberwechsel und doch nur halbherziger Abnabelung von Peter Knobloch, der in der Nachbarschaft als Kochlehrer privatisiert, zwei Plätze auf den zehnten Rang verloren hat. Das hatten aber die Tester schon ins Stammbuch geschrieben, dass sie nun eine eigene Linie erwarten und nicht das nach dem Wechsel propagierte „weiter so!“. André Vujtech mit seiner Crew ist jung und sollte eingespielt sein. Doch wenn sie Küchenparty oder Lehrlingskochen wie früher unter Peter Knobloch weiter praktizieren, sollten sie eben auch mal ein Paar Multiplikatoren hinzubitten, um die kulinarischen Ergebnisse und Erlebnisse ins Land zu bringen. Vor allem, wenn die Gäste ausbleiben. Sonst bleibt der Laden dauerhaft leer.

Auch Stefan Frank im Greifswalder Le Croy übrigens muss die Gratwanderung zwischen wirtschaftlicher und populärer Tagesküche machen und die Abendküche a la Carte im Auge behalten. Und nebenher auch noch die Trüffelherstellung. Das kostet dann auch schon mal zwei Plätze.

Erwähnenswert dass die Rüganer Restaurants zwischen Platz 20 und 30 alle aufgewertet wurden, den größten Sprung dort jedoch der Flug von Henry Krüger, Landgasthof Kiebitzort auf Ummanz, der von 54 auf 24 jumpte. Und das, obwohl Rammstein dann doch ihre Proben für die neue CD nicht in der Einsamkeit ihres früheren Bandkochs absolvierten. Er hatte es sich übrigens abgewöhnt, auf die Punkte zu schielen, sagt Henry, frischer Vater und aus dem Ungarn-Urlaub zurück, als Kommentar auf die Gratulation. Und freut sich bei dieser Überraschung um so mehr.

Im Segment der weiteren 30 Plätze bis 64 in der Liste aus MV kommen übrigens alteingesessene Restaurants aus Binz, Sellin und sogar Lohme vor. Erstaunlich dabei, dass die Masse an Gästen offensichtlich den Wettbewerb in Binz nicht so vorantreibt, wie man das erwarten dürfte. Dort ist man in der Küche wohl früher satt, als der Gast. Und dann wäre eigentlich alles gesagt, würden wir nicht unverhofft als neuen Senkrechtstarter den altbekannten Küchenmeister und Kochlehrer Peter Knobloch mit seinem Kräuterrestaurant in Göhren in den Rängen entdecken. Jetzt will er es also nochmals im Einzelwettbewerb wissen. Das wird spannend, weil so drei hervorragende Häuser in Göhren dem Ort doch noch die Rolle geben können, die Ulrich Grampp sich als Gourmet-Treff wünscht. Und die vier Rügener Titanen dann noch für weiteren Wettbewerb mit den Aufrückern wie Henry sorgen.

Für die Statistik. 20 Restaurants von 64 sind in MV mit einer erwähnenwerten Punktezahl in den Gastroführern für Rügen gelistet. Und sie nehmen weiter zu. Da kann sich die Insel mit ihrer gesunden Konkurrenz doch was einbilden....

Auch, weil sich am Horizont an der Versorgungslage auf Rügen mit frischen Kräutern, Gemüse und Obst etwas ändert. Und damit an der schon gehobenen Qualität. Aber davon später.

Ganz lokal betrachtet, lautet das dann für die Rügen-Five so:

  • niXe
  • Ambiance - Le Jardin
  • Meeresblick
  • Berliner Salon, Göhren
  • Landgasthof Kiebitzort, Ummanz

Das Ranking im Land ist dieses...


Hier hinter dem link stehen die weiteren Platzierungen in Mäc-Pomm :-) bis Platz 66, entstanden aus der Bewertung von sechs hochrangigen Gourmetführern und zusammengefasst bei Restaurantranglisten, vormals Volkenborn-Liste. Auch beim Betrachten der ersten dreißig Plätzen nehmen noch immer heftig viele Rügener Spitzengastronomen mit ihren Restaurants und Häusern am hochrangigen Wettbewerb teil. Was diese subjektiv häufig natürlich nicht so sehen, betrachten sie die hier vor ihnen platzierten Kolleginnen und Kollegen. Frauen übrigens sind in der Spitzengastronomie selten. Was in der Regel nichts mit Qualität sondern mit Arbeitsteilung zu tun hat. Und vermutlich auch Rollenteilung.

Doch bevor mich wieder klein Adolf verklagen möchte oder ein loyaler Gast seines immer unterbewerteten Gutshauses nahe Bergen fragt, wodurch ich denn eigentlich prädestiniert wäre, übers Essen zu schreiben und das dann auch noch zu veröffentlichen, folgendes Beispiel. Das zeigt, wie alles dem einsteinschen Gesetz der Relativität unterliegt.
Und ein letztes Mal: was hier an Bewertungen steht, ist natürlich nicht auf dem Mist des Autoren sondern mit meist teuer bezahlten Essen der Tester entstanden. Die sich, so seriös, nicht aushalten lassen, was dem Journalisten manchmal mehr Rückrat abverlangt, da dieser kein Spesenkonto einer Fachzeitschrift sein Eigen nennt. Dieser schmückt die Erkenntnisse dann allerdings mit Lokalkolorit und damit auch fast nur ihm vorbehaltener Sachkenntnis aus..

Wie subjektiv Bewertungen sein können, zeigt also ein Beispiel, das jedoch nur vor Ort wahrzunehmen. Da ist das 'negro' in Binz. Angesiedelt in einem Design-Hotel. Mehrfach ausgezeichnet, das Hotel. Für seine ohne Zweifel beachtliche Architektur. Dessen Küche, wir erinnern uns, schon mit Eröffnung einen Platz im Feinschmecker hatte, obwohl der Redaktionsschluss das eigentlich nicht zugelassen hätte. Aber irgendjemand vom Feinschmecker soll auch auf Rügen eine Kochlehre gemacht habe.. Soll mal so vage hier eingeflochten sein.. :-)
Vor Ort weiß man natürlich um die Probleme, im das negro tragenden Hotels, einen Spitzenkoch oder auch eine Geschäftsführung zu etablieren, die sich auch halten können. Gerüchte vom Spüler an der Frühstücksküche oder Fremdversorgung von Gesellschaften mangels eigener Kapazität halten wilde Urständ. Daher also eine Küche, die in der Restaurantbewertung keinem persönlichen Namen eines Kochs trägt. Der Wechsel war zu häufig und abrupt. Doch immerhin, mag man, schon so subjektiv eingestellt, konstatieren, in Binz würde dann mindestens auch noch die Strandhalle bewertet gehören. Oder in Gagern (Westrügen) die Alte Schule, deren Jungkoch ein exzellenter Knobloch-Absolvent, auch eine eigene Land-Küche etabliert hat. Dort gibt es übrigens auch im Winter Koch-Erlebnisse, indem Themenabende auf Reservierung auf der Karte stehen.

Ein wirklich letztes Kuriosum ist, dass der Feinschmecker in seiner Wertung vom September 2009 die Küche des negro als „nicht empfehlenswert“ eingestuft hat. Das 'Privileg' hatten nur zwei Häuser in Deutschland. Und nun steigt trotz dieser Bewertung seine Platzierung von Platz 54 auf 36. Da reiben wir uns schon etwas erstaunt die Augen, gelle?

Was also tun mit den Bewertungen, die der Leser gut findet, gar teilt? Soll er diese wegen vorgenanntem nun aussondern und allesamt als Rubbish, shit, Müll deklarieren? „Korruptes Pack, verfressene Gourmands“ schreien? Nein, natürlich nicht. es bringt einen wieder an diesen Punkt zu sagen, dass Tester auch keine Götter sind, nichts Absolutes an sich haben und dass es sich lohnt, mal wieder selbst die Probe aufs Exempel zu machen.

„Schatz, gehen wir mal wieder schmackofatzen, ähhh essen? T''schuldigung, Frank Rosin sagt das eben nach wie vor so treffend. Und die Häuser, bei denen Preis und Leistung stimmen, die haben wir ja. Das kann natürlich auch einfach der durchgehend seinen Pizza-Ofen heizende Süd-Italiener Cosimmo Sanzone im Sassnitzer Hafen sein, der manches Gericht seines Porto-Fino auch zur Bewertung geben könnte.

© ostseh/andreas küstermann

Dienstag, 8. Dezember 2009

Rügen: Ein Autor ist nicht allein zum Lesen da

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Michael Jürgs in der Stralsunder Weiland-Buchhandlung

Friedrich Schorlemmer im Sassnitzer Grundtvig-Haus

Fotos: © ostSeh/Küstermann

Sassnitz/Stralsund. (ostSeh) Gut erinnere ich mich noch an die Ausstellung von oder besser über die Künstlergruppe Clara Mosch in Prora. Das bedeutende Rüganer PEN-Mitglied ARTus bemängelte damals an der Berichterstattung in einer lokalen Zeitung, dass ich mich an diesem Abend journalistisch auf die Stasi-Überwachung der Gruppe zu sehr konzentriert hätte. Dabei sei Clara Mosch doch soooh relevant, die Kunst doch soooh bedeutend gewesen. Diese Kunst oder was davon übrig geblieben war, konnte jedoch von der Öffentlichkeit noch drei Monate betrachtet werden. Die Filmdokumentation über die noch lebenden Künstler beim Öffnen der Stasi-Akten 1992 war jedoch nur einmalig vorgesehen gewesen und für mich das thematisch wichtigere Ereignis, wenn man sich als Autor beschränken muss. Da dies Thema ja nach Aussage mancher Jungredakteurinnen heutzutage sowieso niemanden mehr interessiere, gleich zweimal. Wohl auch mit ein Grund, warum die hier betrachtete Schorlemmer-Veranstaltung in Sassnitz nicht von den Print.-Medien besetzt war und nur für ein launiges Künstlerportrait gut war.

Diesmal also bemängelt ARTus genau das Gegenteil.
http://www.ostsee-zeitung.de/ozdigital/archiv.phtml?param=news&id=2634157

Auf einer Lesung mit dem Autoren und vor allem Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer im Sassnitzer Grundtvighaus ist ihm, ARTus, dieser zu weich, zu launisch. Es fehlt ihm die Schärfe. Das Motto seines aktuellen Buches „lass es gut sein“, abgeleitet vom Beatles-Song 'let it be' bezeichnet er als launige Wortwahl. „Ich bin nicht der Typ, der den Dingen ihren Lauf lässt, sie sein lässt“, hatte Schorlemmer zu Anfang aber deutlich und unüberhörbar erklärt. Doch im Sinne eines Kriseninterventionsteams erläuterte er auch, dass es gut sei, vor Eskalation eines Streits mal zu sagen: „komm, lass es gut sein!“. Schorlemmer belegt das mit einem Beispiel. Er erzählt, auch Parteimitglied zu sein. Brüstet sich jedoch nicht damit sondern spricht eher peinsam davon, dass er manche Veranstaltungen vorsichtshalber nicht mehr besucht, ihnen fern bleibt, weil er die Partei sonst als Reaktion auf den Umgang untereinander verlassen müsste.

„Im Interessenskampf um die Güter des Lebens sollten wir uns an Regeln halten. Wie wäre es zudem, wenn wir wieder dialektisch denken?“ Freiheit, Gerechtigkeit, Verantwortung hätten etwas miteinander zu tun, sollten nicht im Terror der Ökonomie untergehen. „Markt muss sein, aber nicht bis zum Marktismus“, sagte Schorlemmer teilweise sehr weise und nahtlos seine Gedanken überleitend. „Doch der Markt darf nicht alles regulieren“, galt die Aussage der heutigen Zeit und nicht 20 Jahre davor. Um das zu verstehen, muss man jedoch auch am Markt und in ihm agieren und nicht in einer Kunstwelt.

„Ihr konntet wählen, wir falten. Ihr wart westorientiert – wir auch!“, war eines der Bonmots des Abends, der ansonsten leise, nachdenkliche Töne aus Schorlemmers hiesigem Lebensumfeld hervorbrachte. In einer Veranstaltung, die nahezu 100 Gäste zählte. „Achtung und Respekt vor dem Selbstgefühl ohne entstellende Narben“ verlangte der Bürgerrechtler in Worten, denen ich beim Zuhören eine gute Dramaturgie statt reiner Lehre, keinesfalls jedoch „joviales kaschieren“ oder die Forderung, etwas „ad acta zu legen“, entnahm. Schorlemmer sprach Klartext im Sinne der heutigen Zeit. Die zumindest für ihn offensichtlich nicht stehen geblieben ist. Man könnte auch sagen, dass er sich entwickelt hat und die Probleme der Zeit weiterhin in den Augen behält. Einer mit seinem Arbeitspensum, der heute sagt, er fliegt nicht mehr im Inland, hat Konsequenzen gezogen. Nicht radikal genug?

Bei ihm scheint die Zeit jedenfalls nicht stehen geblieben oder gar mit Wehmut vergangen zu sein. Aber er hat sich auf ein Publikum eingestellt, das etwas von ihm erwartet. Und sei es nur intelligente Unterhaltung Ihn deshalb perfide mit der Blödel-Figur Horst Schlämmer zu vergleichen, ist schon ein ganz spezieller KunstARTgriff.

Weil wir schon bei Literatur sind, welche die Gemüter bewegt und dennoch unterhält, hier einen Szenenwechsel in die Hansestadt Stralsund.

Buchhandlungen sind Geschäfte, die Bücher feilbieten. Manchmal holen sie auch ihre Autoren da hin. Wie weiland gleichnamige Buchhandlung in Stralsund. Michael Jürgs lockte weit über 60 Zuschauer an, was ich bis dato nur Stralsund für eine Lesung zugetraut hätte. Irrtum, musste ich Tage später eingestehen. Schorlemmer, übrigens mit einem weitaus älteren Publikum als Jürgs, toppte das. Deutlich. Auf Rügen wohlbemerkt.

Jürgs also befasste sich mit seinem derzeitigen Lieblingsthema. Den regionalen Seichtgebieten. Da kommt ein ehemaligen Stern-Chefredakteur dann doch auch um klare Medienschelte nicht herum. Dennoch ohne Besserwisserei unterhaltsam und keineswegs seicht. Wie wohltuend. So widmete er nicht nur Sendungen mit dem Commedian Mario Barth ein Kapitel, von dem ich mich danach glücklich schätzte, dass ich ihn schon vorher nicht kannte. Und wohl auch hierüber hinaus nicht kennen muss. Aus seiner Sicht versuchte Jürgs zu belegen, dass mediale Seichtgebiete sowohl beim Fernsehen als auch beim Dudelradio überdurchschnittlich häufig in den neuen Ländern angesiedelt seien. Das „warum“ wäre dann allerdings nachzulesen. „Sprache oder Druckwerke von Sprachlosen“, nennt er es und meint auch Zeitungen. „Seichtgebiete“, so Jürgs, „sind gedruckte oder gesendete Verwahrlosung“. So definierte er seine Kritik am Verfall der Sprach- und Medienkultur. Und Jürgs ist dabei nicht zum Autor mutiert, sondern Journalist geblieben: „die Wiederentdeckung des Journalismus war die Folge meines Rauswurfs beim Stern.“

Jürgs Sprache hat eine andere Art von Deutlichkeit, die sich hart am Rande des Zynismus bewegt, die Grenzen jedoch kennt. Ebenso intelligent wie unterhaltsam, wortakrobatisch. Schulen als „little Horrorshops mit vielen kleinen Monstern“, die auch dem täglichen Fernsehkonsum entsprängen. Dort würde heute das Leergut gesammelt, das später Pfand im Sinne von ALGII nach sich zöge. Da muckte dann die Lehrerin schon mal auf, die im Publikum das Wort Oberlehrerin zu häufig vernommen hatte. „Sowas hatten wir doch gar nicht in der DDR“.

Übrigens konnte ich dank KollegInnen aus JoNet auch endlich das Rätsel lösen, warum mir bei Jürgs immer das Wort Schwanz oder Pimmel einfiel. Auch ein Unterhaltungswert des Abends mit Langzeiteffekt:

http://library.fes.de/cgi-bin/cour_mktiff.pl?year=198402&pdfs=198402_008


Was die beiden Autoren oder Veranstaltungen eigentlich verbindet, um sie hier so traut nebeneinander zu vereinen? Ehrlich gesagt, habe ich mir zu dieser Verbindung auch lange Gedanken gemacht.
Das Resultat: was ich bei beiden Sachbuchautoren berichtens- und bemerkenswert fand, war die Tatsache, dass mir mit der jeweiligen Veranstaltung jemand einen Mehrwert in Form von intelligenter Unterhaltung angeboten hat, den ich durch das Buch alleine vermutlich nicht wahrgenommen hätte. Es war wie bei einer Vernissage, wenn der Künstler anwesend ist: die Bilder, möglicherweise fern von meiner Kunst- oder gar Lebenswelt angesiedelt, bekommen nur an diesem Abend mehr Leben, mehr Bedeutung. Und mein fauler Geist konnte den Esprit des Autoren frei Haus genießen. Ja, es ist gar so, dass ich dieses Ereignis hätte missen müssen, wäre der Autor nicht in der Lage gewesen, aus seinem geschriebenen Wort auch ein lebendig gesprochenes zu machen.

Und da wären wir wieder bei Schorlemmer, bei der Frage, wie puristisch eigentlich eine Lesung sein muss?

Ich finde, werter ARTus, eine Lesung ist Unterhaltung, die nicht nur das Buch wiederkäuen sollte. Und sich von einer Laudatio deutlich unterscheiden muss... Deshalb bezahlt der Gast übrigens auch einen Obulus, obwohl er das Buch ja einfach kaufen könnte. Was viele Autoren, schlimmer noch, Laudatoren missverstehen. Der wirkliche Unterhaltungwert einer Lesung oder Laudatio liegt im authentischen Erlebnis der Veranstaltung, die sich mit dem Buch alleine (ersatzweise der Kunst alleine..) nicht wiederholen lässt. Und SO GESEHEN hat Friedrich Schorlemmer mit einem Schlämmer so viel gemein, wie sein oder andere ARTus-Portraits mit dem wirklichen Menschen.. :-) Das wolle ich schon immer mal loswerden. Auch wenn ein paar verbleibende Löckchen oberhalb der Stirn auf der Zeichnung noch feinsinnig die '89 modellierten...

© ostseh 2009/ andreas küstermann




Montag, 7. Dezember 2009

Rügen: Klimapiraten von Greifswald in See gestochen

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Rügen/Greifswald (PM ostSeh) Kurz vor Beginn der Klimaverhandlungen in Kopenhagen ist der Bau des größten Steinkohlekraftwerks Deutschlands (in Planung) leider immer noch auf der Agenda. Das Steinkohlekraftwerk in Lubmin (bei Greifswald) soll 9 Millionen Tonnen CO² jährlich ausstoßen, fast genausoviel wie ganz Mecklenburg-Vorpommern zusammen emittiert. Wird das Kohlekraftwerk Lubmin gebaut, sind die Reduktionsziele Deutschlands erheblich gefährdet. Die alternative Nutzung von ErneuerbaAuswirkungen durch die Anmutung eines Kohleschlotes am Horizont.

Gebaut wird das Kohlekraftwerk vom dänischen Staatskonzern DONG Energy, der in Dänemark ein recht ökologisches Image hat und sogar offizieller Partner der UN-Klimakonferenz ist. In Deutschland möchte der Konzern jedoch ein Steinkohlekraftwerk ohne Kraft-Wärme -Kopplung bauen - ein Vorhaben mit verheerende Folgen für das Klima das in Dänemark garnicht zulassungsfähig wäre.

Um Lubmin zu verhindern brauchen wir Ihre und viele weitere Unterschriften!

Die Klimapiraten, die Klima-Allianz, der WWF und der BUND fahren mit dem Schoner Lovis per Segel- und Motorkraft nach Kopenhagen zur Klimakonferenz zu DONG Energy und überreichen Ihre Stimme gegen das in Lubmin geplante, klimaschädliche Kohlekraftwerk.

Unter www.kein-kohlekraftwerk.de/ finden Sie unsere Petition. Bitte unterschreiben und möglichst an alle Freunde und über andere Verteiler senden. (Die es dann dreifach erhalten, werden sich bedanken..anm,. d. red.)

Bis zur Übergabe am 14. Dezember in Kopenhagen brauchen wir über 1.000 Unterschriften, am Besten viele, viele mehr!!!

Auf Facebook unter www.facebook.com/klimapiraten und unter www.klimapiraten.net berichten wir aktuelle über unsere Schifffahrt (mit zwei Traditionsseglern) von Greifswald nach Kopenhagen, über unsere Eindrücke bei der Klimakonferenz und natürlich über die Ergebnisse bei DONG Energy!

Bitte, bitte unterstützen Sie unsere Aktion und setzen Sie ein klares Zeichen für eine klimafreundliche Zukunft!

Vielen Dank für die Unterstützung und fürs Weiterleiten!
Ihre Klimapiraten, die Klima-Allianz, der WWF und der BUND




Freitag, 4. Dezember 2009

Gewerbliche Nutzung von Erdgasfahrzeugen steigt -  auf Rügen macht Inselzuschlag schlechte Laune

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Immer mehr Gewerbetreibende entscheiden sich für die Anschaffung eines wirtschaftlichen und umweltfreundlichen Erdgasfahrzeugs. Diesen Trend bestätigt der Initiativkreis (IK) Mecklenburg-Vorpommern „Das Erdgasfahrzeug“. So ist der Anteil der gewerblichen Förderungen von 52 Prozent im Vorjahr auf 60 Prozent in 2009 gestiegen. Neuzulassungen eines Erdgas-Serienmodells belohnt der IK MV mit einer Prämie in Höhe von 300 Euro. Wer zusätzlich von seinem Energielieferanten noch einen Zuschuss erhält, ist gut dran. Seit Jahresbeginn haben 102 Erdgasfahrer beim IK die Förderung abgerufen. Bis 31. Dezember können noch entsprechende Anträge eingereicht werden.



90 Cent für Erdgas auf Rügen - das waren noch Zeiten. Solche Preise sind nur noch in Stralsund zu haben, wohin sich preisbewusste Verbraucher bei einem Unterschied von nahezu sechs Cent das Kilo auch wenden sollten. Bis auch bei EWE statt 96,9 wieder 90 Cent auf dem Schild steht.
Fotos: © ostSeh/Küstermann

Meck-Pomm/Rostock/Rügen (ostSeh) Positives Vorbild für die gewerbliche Nutzung von Erdgasfahrzeugen ist die Hansestadt Rostock. Bis Jahresende werden zwei weitere erdgasbetriebene VW Caddy den Fuhrpark der Ostsee-Metropole verstärken. Der erste der beiden Lieferwagen rollt ab sofort durch die Straßen, der zweite folgt am 10. Dezember. Seit Mai hat das Rathaus den Bestand an Fahrzeugen mit dem alternativen Antrieb um sieben Lieferwagen ergänzt. Zusammen mit dem Fiat Grande Punto Natural Power, der schon seit drei Jahren vom Umweltamt genutzt wird, sind dann insgesamt zehn Erdgasfahrzeuge für Rostock unterwegs.
Erdgasfahrzeuge überzeugen durch ihre niedrige Kohlendioxid-Emission (CO2) und ihre Wirtschaftlichkeit“, erläutert Wolfgang Putzier, Betriebshofleiter der Hansestadt Rostock im Amt für Stadtgrün, Landschaftspflege und Naturschutz, den Hintergrund der Anschaffung. „Im Bürgerschaftsbeschluss vom 10. Juni 2009 zur Begrenzung des Kohlendioxid-Ausstoßes im städtischen Fuhrpark haben wir uns verpflichtet, Pkw anzuschaffen, die den Emissionswert von 140 Gramm CO2 pro Kilometer unterschreiten. Ab 2012 haben wir die Grenze sogar bei nur 120 Gramm festgesetzt. Schon heute schaffen erdgasbetriebene Fahrzeuge wie Fiat Panda, Fiat Punto und VW Passat diesen niedrigen Emissionswert. Um die Vorgaben zu erfüllen, sind Erdgasautos bei einer jährlichen Laufleistung von 20 000 Kilometern deshalb ideal“, so Wolfgang Putzier weiter.
Umweltfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit – rund 1 500 Erdgasfahrer sind in Mecklenburg-Vorpommern von dem saubersten aller fossilen Kraftstoffe bereits überzeugt.

Zum Vergleich: in MV fahren pro 1000 Einwohner statistisch rund 633 Fahrzeuge. Es leben hier 1,65 Millionen Einwohner.
Auf Rügen wird weiterhin laut EWE von einer festen Zahl von ungefähr 100 Fahrzeugen ausgegangen. Leider nicht erfasst ist allerdings die Anzahl der rund zwei Millionen Urlauber, von denen saisonal etliche mit Erdgasfahrzeugen die Insel befahren. Sie sind enttäuscht von nur einer Tankstelle auf Rügen, während das LPG-Tankstellennetz expandiert.

Erdgas emittiert im Vergleich zu Benzin allerdings ein Viertel weniger des Treibhausgases CO2, zudem keine Rußpartikel und kaum Schadstoffe wie Kohlenmonoxid oder Schwefeldioxid. Dabei ist die Kraftstoffalternative sogar noch deutlich günstiger. In Mecklenburg-Vorpommern koste das Kilogramm derzeit 89 Cent, behauptet der Arbeitskreis Erdgasfahrzeuge, der allerdings von einer Leipziger Agentur betrieben wird. Damit verlässt er wider besseres Wissen die Ebene seines rechtschaffenen Anliegens zugunsten von Lobbyarbeit. Denn 89 Cent ist derzeit der absolut unterste Preis im Land. Die in der Regel preiswerte Stadtgastankstelle bei ARAL in Stralsund kassiert 90 Cent. Beachtlich bei einem weitaus höheren Durchschnittspreis in MV und Brandenburg. Immer wieder preislicher Spitzenreiter jedoch ist die einzige Erdgastankstelle auf der Insel Rügen, die dort ansässige Erdgasnutzer sowieso schon vor logistische Herausforderungen bei 1000 m²Km Insel stellt. Seit über zwei Jahren verspricht EWE einen zweiten Tankstützpunkt für Erdgas im Nordosten der Insel. In Bergen an dem nicht überdachten Tankcontainer, dessen Kompressor-Technologie zudem dafür sorgt, bei gleichen Temperaturen meist rund ein Kilogramm weniger Erdgas als in Stralsund zu tanken – Erdgas muss komprimiert werden, was temperaturabhängig funktioniert - kostet das Kilogramm sage und schreibe 95,9 Eurocent. Das mutet schon sehr wie Inselzuschlag an.
Das neue Signal, was zum großen Glück für EWE bisher wohl nur wenige Kunden bemerkt haben, ist jedoch doppelt fatal: eben brachte EWE die Plakette am Tankstützpunkt an, dass künftig Erdgas dieses Anbieters 30 Prozent Biogas beinhalte. Und schwupps, ist der Preis oben. Dabei sollte eer mit den anderen Mineralölpreisen variieren.
Die Urlaubsregion Rügen sieht sich zudem in diesem Zusammenhang auch anderen Herausforderungen gegenüber, die von besagter Gasgewinnung mit nachwachsenden Rohstoffen herrührt. So protestierten bei Bekanntwerden einer Gasanlage für Malkvitz bei Gingst Bürger, weil sie ein erhöhtes Aufkommen von Traktoren und anderen Fahrzeugen mitten in touristisch wichtigen Zeiten durch den engen Ortskern der 1 500 Seelen-Gemeinde befürchten. Ebenso zunehmende Monokulturen in der Landschaft. Denn viele Landwirte stellen sich darauf ein, Ackerfrüchte lieber derart zu nutzen, statt sie ihrer eigentlichen Verwendung zuzuführen. EWE will auch bei Gingst das Gas in sein Leitungsnetz speisen.
Richtig bleibt allerdings, dass aufgrund des höheren Energiegehalts – ein Kilo Erdgas entspricht 1,5 Liter Benzin und 1,3 Liter Diesel – Erdgasfahrer die Hälfte gegenüber Benzin und ein Drittel gegenüber Diesel sparen. Die Amortisation eines Neufahrzeuges liegt je nach Zuschüssen bei der Anschaffung nahe der Laufleistung von rund 20 000 Kilometern.
Für Erdgastanker auf Rügen gibt es zumindest eine positive Neuigkeit, die Petra Stanislav von der EWE-Unternehmenskommunikation preisgeben konnte. „Die Tankstelle in Bergen wird unter dem Dach der benachbarten Araltankstelle dahingehend komfortabler, dass dort die Bedachung das Tanken bequemer macht und zwei Tankstutzen den Stau zur Mittagszeit reduzieren, wenn die Zustelldienste ihre Flotte nachtanken.
Dann dürfte die Tankfläche auch nicht mehr Parkplatz für den nebenan liegenden Döner-Imbiss sein und nervige Diskussionen bleiben aus.

Ansonsten: Wow, es war schon immer etwas umständlicher, in Deutschland für etwas Vorreiter zu sein. Aber das wäre eine andere Geschichte..

© ostSeh/Andreas Küstermann

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Rügen: Engel, Licht & Meer,  Frauenweihnachtsmarkt und Adventskirmes

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Martina Graumann hat im Foyer des Gutshauses Streu beim alljährlichen Inner Wheel-Adventsarbeitskreis drei Fertigungsstufen des neu kreierten Bügelbaumes vor sich. Die aktuelle Vorsitzende Gesa Reimann sagt, er sei auch noch gut als Adventskalender nutzbar.
Foto: © ostSeh/Küstermann

Binz/Bergen/Gingst. (ostSeh) Am kommenden Wochenende findet in Bergen am Sonnabend und Sonntag der Frauenweihnachtsmarkt statt. Auf dem Hof des Kaufmanns Hermerschmidt ergibt sich unter der Linde auch im Winter ein zauberhaftes Ambiente. Ebenso im Restaurant und Tagungsraum, wo man jedoch wegen der Enge mit nicht allzu viel Gepäck eintreten sollte. Mit dabei neben Kunsthandwerk und Handel wie jedes Jahr der IWC, Inner Wheel Club Rügen. Das sind die weiblichen Rotarierinnen. Sie haben eine besondere Attraktion geschaffen. Ein Bügelbaum in der Tradition des Hiddenseer Exemplars, der leider auch seine traurigen Seiten mit sich bringt. Durch den Brand in der DRK-Werkstatt konnten nur bisher 20 Grundgestelle gefertigt werden. Diese haben einige der 17 Frauen von IWC am Mittwoch im Gutshaus Streu unter der Regie von Gesa Reimann gefertigt. Und es sah aus wie in einer Blumenbinderwerkstatt, begleitet vom Duft nach Kaffee und Kuchen. Doch weil es erst dann mehr gibt, wenn sich eine Werkstatt für die aufwändige Fertigung der Bügel gefunden hat, bringen die Damen auch noch einige ihrer zauberhaften Adventskränze mit. Wie immer dient der Verkaufserlös einem guten Zweck und den Tipp mit einer passenden Werkstatt nehmen die Damen sicher auch gerne an ihrem Marktstand auf.

Im Ostseebad Binz hat die Vorweihnachtszeit ihren besonderen Stil: Im erleuchteten Kurpark halten am 10. Dezember die Engel Einzug und eröffnen um 16:30 Uhr den Binzer Weihnachtsmarkt „Engel, Licht & Meer“. Es ist allerdings ein Gerücht, dass der Binzer Kurdirektor Horst Graf aujch diese Gelegenheit ergreifen wird, um als barocker Engel seine wöchentliche Medienpräsenz aufrecht zu erhalten.

Mitten im Ortskern, geschützt zwischen den alten Bäumen des Kurparks und doch nah am Meer präsentiert sich der Weihnachtsmarkt vom 10. bis 13. Dezember. Der Kurpark erstrahlt zu dieser Zeit in einem besonderen Lichtermeer. Vor allem dieses stimmungsvolle Ambiente ist es, das jedes Jahr Große und Kleine beeindruckt. Alle Besucher können sich auf besinnliche Stunden, weihnachtliche Musik, Engels-Cocktails, Weihnachtsgeschichten an der „lebenden Krippe“, ..(oder vielleicht doch :-) ??) Streichelzoo, Ponyreiten, Kinderkarussell, Weihnachtskino und kulinarische Köstlichkeiten freuen.

Erstmalig präsentieren sich in diesem Jahr in Binz etwa zwei Meter große Engelsfiguren auf einem Hügel im Kurpark. Und jeden Tag ist der Weihnachtsmann mit seinen Begleitern unterwegs. Mal in Begleitung von Frau Holle und mal mit dem Schneemann überrascht er insbesondere die kleinen Weihnachtsmarktgäste. Und natürlich dürfen Engel nicht fehlen. Jeden Nachmittag ist der Saal im Haus des Gastes um 15 Uhr (Donnerstag um 17 Uhr) für alle kleinen Besucher reserviert. Zu Gast sind „Frau Holle und der Weihnachtswichtel Kobi“, Benny mit Spiel, Spaß und Gesang, Meister Note & Rolli Lulatsch sowie Räuber Brummbart. Gern können sich Eltern, Omas und Opas dazu gesellen. Am Freitag und Samstag geht es dann im Anschluss gleich weiter: Mit dem Weihnachtskino im Kurpark. Neben Filmen für Kinder, gibt es am Abend auch die passenden Filmklassiker wie „Die Feuerzangenbowle“ und „Die Muppets Weihnachtsgeschichte“ für die Erwachsenen. Abgerundet wird diese Kurzweil durch „engelsschöne Arrangements“ in den Binzer Hotels, Pensionen und Appartementhäusern. Ruhe & Besinnlichkeit sowie Zeit zum ‘Einfach mal die Seele baumeln lassen‘ gehören dazu: Sei es bei einer entspannenden Wellness-Anwendung, einer (stürmischen) Wanderung an der Ostsee oder einem romantischen Candle-Light-Dinner im Kerzenschein. Eine Übersicht der Arrangements sowie das ausführliche Weihnachtsmarkt-Programm sind unter www.engellichtundmeer.com zu finden.

In Gingst hat sich in diesem Jahr trotz doch wieder abseits der bezahlten Kurverwaltungen ein völlig ehrenamtliches Bündnis von Gewerbetreibenden gefunden. Diese organisieren zum 11. Mal die schon traditionelle Adventskirmes. Vom Infopoint im Museumstübchen des Tourismusvereins Westrügens über den Museumshof zum Markt hin und dann zur Regionalen Schule zieht sich die Spur der Sterne. s soll auch aufdem Kirchhof etwas geben... Den Sternen einfach zu folgen raten die Veranstalter, wenn es auf die Suche nach Keramik Kosmetik, Kerzen oder antiquarischen Büchern gehen soll. Nur so als beispiel, da die angebote noch zahlreicher sind. Bücher werden gleich mehrfach bei der alten Post in einem Zelt und auf dem Markt Buch-und-Troedel in der Regionalen Schule Gingst angeboten. Dort stehen auch außerhalb Ponies für die Kinder in einem Rundkurs bereit, während sich die Erwachsenen originellen Weihnachtsmitbringseln widmen. Auch die Kutsche mit dem Weihnachtsmann fährt dort ab und an vorbei und dieser soll einen ganzen Sack für die Kinder dabeihaben. Den Rückweg könnensich Besucher dann im Kindergarten oder beim Kerzenzieher gestalten, bevor sich die kulinarischen Wünsche bei so einem langen Spaziergang breit machen. Auf dem Platz dem Markt gegenüber steht übrigens der Modellclub Samtens mit einer Art Gartenbahn und auch die Feuerwehr hat dort ein Zelt stehen.

Dienstag, 1. Dezember 2009

Rügen: Gingster Adventkirmes am 12.und 13. Dezember gesichert

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Vorläufiges Programm ("click"):



Gingst. (PM ostSeh) Die Adventskirmes in Gingst besteht seit zehn Jahren. Dies ist die elfte derartige Veranstaltung, bei der nun auch der Staffelstab von Museumsleiter Olaf Müsebeck an eine Gruppe von neuen Verantwortlichen weitergereicht wurde. Diese haben es geschafft, rund 20 Verantwortliche aus Gewerbe und Gesellschft zu aktivieren.

Wie der Tourismusverein Westrügen engagieren sich die Gewerbetreibenden und sonstigen Veranstalter eigenständig, um in Gingst an diesen beiden Tagen etwas auf die Beine zu stellen. Die Sterne, so das Motto der letzten Jahre, zeigen den Weg... Dies können Lichterketten von Laden zu Laden ebenso sein wie Teelichte, die auf dem Gehweg entlang der Strecke in Weckgläsern brennen. Bei pasendem Schneefall ein zauberhaftes Ambiente.

Anders als die vergangenen Male kann die erst neu integrierte Veranstaltung (ostseh-)Buch-und-Troedel(.de) nicht mehr im Haus der Jugend stattfinden. Daher werden die Kutschen und Ponies vom Haflingerhof Ummanz bis zum Atrium der RegionalenSchule Gingst traben, wo der Trödelzirkus nach erfolgreichem kürzlichem Auftakt in Garz diesmal seinen Platz für zwei Tage einnimmt. Zahlreiche Bücher ebenso wie gediegener Trödel könnten noch so manches überraschendes Weihnachtsgeschenk hervorbringen.

An der Strecke sind ansonsten zahlreiche Aktivitäten nahezu aller Gewerbetreibender wie Kerzen-, Keramik-, Buchladen oder auch der Weinstube angesiedelt. Besonders hervorzuheben im Programm ist der Kindergarten mit seinen Darbeitungen und Tag der offenen türe. Der Weg der Sterne reicht also diesmal vom Museum bis zur RegSchule.

Wer bei Buch und Trödel noch teilnehmen möchte, sollte sich umgehend bei ostseh-buch-und-troedel.de melden.
Info 0171 5254076 / küstermann oder per mail von der website. Ansonsten beim Tourismusverein West-Rügen.



 
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