Mittwoch, 4. Dezember 2013

Naturerbe Zentrum RÜGEN als erstes öffentliches Passivhaus in Mecklenburg-Vorpommern zertifiziert

„Der jüngst als erstes öffentliches Passivhaus zertifizierte Neubau des Naturerbe Zentrums RÜGEN spart die zehnfache Menge an Heizenergie gegenüber vergleichbaren herkömmlichen Bauten.“ Foto: (c) Ralf Eppinger  

Naturerbe Zentrum RÜGEN als erstes öffentliches Passivhaus in Mecklenburg-Vorpommern zertifiziert

Modernes Umweltinformationszentrum erfüllt strenge Richtlinien als Niedrigenergiebau


(Ostseebad Binz / OT Prora, 04.12.2013) Im Naturerbe Zentrum RÜGEN ist neben dem 1.250 Meter langen Baumwipfelpfad und dem restaurierten historischen Forsthaus ein modernes Umweltinformationszentrum entstanden. Dieses wurde nun als erstes öffentliches Passivhaus in Mecklenburg-Vorpommern zertifiziert. Alexander Wölflick, Geschäftsführer der Haydn Ingenieure GmbH & Co. KG, überreichte im Namen der Passivhaus Dienstleistung GmbH in einer feierlichen Übergabe das Zertifikat „qualitätsgeprüftes Passivhaus“ an Bernd Bayerköhler, Vorstandssprecher der Die Erlebnis AKADEMIE AG aus Bad Kötzting. Mit dieser Auszeichnung für den Bauherren und Betreiber des Naturerbe Zentrums RÜGEN wurden ebenso der mit der Planung beauftragte Architekt Josef Stöger aus dem bayrischen Schönberg und die bauüberwachende Architektin Heike Nessler aus Lauterbach stellvertretend für alle am Bau beteiligten Firmen gewürdigt.

Somit erfüllt der im Juni 2013 fertiggestellte Neubau die vom unabhängigen und weltweit führenden Passivhaus Institut (PHI) aus Darmstadt vorgegebenen Kriterien für Passivhäuser, wie beispielsweise einen maximalen Heizwärmebedarf von 15 kWh pro Quadratmeter im Jahr (m²a). In dem über 2.000 m² großen Gebäude sind zum Einsparen von Energie neben einer besonderen 3-fach-Verglasung der Fassade intelligente Wärmenutzungstechnologien verwendet worden. So wird beispielsweise die Abwärme der für die hauseigene Gastronomie notwendigen Kühlzellen für die Warmwasseraufbereitung der Küche genutzt. „Insgesamt wird etwa das Zehnfache an Heizenergie im Vergleich zur konventionellen Bauweise eingespart“, verdeutlicht Alexander Wölflick die Bedeutung eines Passivhauses.

Ermöglicht wurde der Bau eines so modernen Gebäudes vor allem durch die Förderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Josef Feldmann, Prokurist der Tochtergesellschaft DBU Naturerbe GmbH, betonte bei der Übergabe das Ansinnen der DBU, Forschungen und Entwicklungen von modernen Technologien für Passivhäuser zu unterstützen. „Besonders im Bereich der öffentlichen Gebäude fehlen Passivhäuser, weshalb es uns besonders freut, dass das Ausstellungsgebäude des Naturerbe Zentrums RÜGEN die erforderlichen Kriterien erfüllt,“ führte Feldmann aus.

Neben den dadurch möglichen Energieeinsparungen im laufenden Betrieb hat das Zertifikat außerdem noch eine weitere wichtige Bedeutung für das Naturerbe Zentrum RÜGEN. Als Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ist ein schonender Umgang mit natürlichen Ressourcen eine wichtige Aufgabe. In den Ausstellungen verdeutlichte Themen zum Klima- und Umweltschutz werden somit gleich vor Ort in die Praxis umgesetzt. Dabei wurde letztendlich nicht nur auf das Energiesparen gesetzt, sondern in der überwiegend aus Glas und unbehandeltem Fichtenholz errichteten Fassade auch Nistplätze für Vögel und Fledermäuse integriert.

Das Naturerbe Zentrum RÜGEN

Seit dem 15. Juni ist das neue Naturerlebniszentrum der Insel Rügen für Besucher geöffnet. Ein 1.250 Meter langer Baumwipfelpfad und ein modernes Umweltinformationszentrum mit einer dauerhaften Erlebnisausstellung, wechselnden Informations- und Kunstausstellungen sowie einer Gastronomie wurden nach nur einem Jahr Bauzeit fertiggestellt. Im vorderen Bereich des Zentrums wurde das historische Forsthaus Prora aufwendig restauriert und als Verwaltungssitz des Zentrums genutzt. Das Naturerbe Zentrum RÜGEN ist der neueste Standort der Die Erlebnis AKADEMIE AG aus Bad Kötzting. 

Hintergrundinformation zum Baukonzept „Passivhaus“

Der Begriff „Passivhaus“ steht für ein Baukonzept mit zugleich energieeffizienten, komfortablen, wirtschaftlichen und umweltfreundlichen Gebäudestandards.  Entsprechende Häuser verbrauchen bis zu 90 % weniger Heizwärme als herkömmliche Gebäude und werden in Deutschland von autorisierten Unternehmen nach den erstmals von Dr. Wolfgang Feist festgelegten Passivhaus-Energiestandards zertifiziert. Die Standards werden maßgeblich durch das unabhängige Passivhaus Institut (PHI) in Darmstadt weiterentwickelt.

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