Freitag, 10. Januar 2014

Caspar David Friedrichs „Kreidefelsen auf Rügen“ und seine Interpretationen

„Dr. Reinhard Piechocki Interpretationen von C. D. Friedrichs „Kreidefelsen“ sind derzeit kostenfrei im Naturerbe Zentrum RÜGEN zu betrachten“, Bild © Naturerbe Zentrum RÜGEN






Caspar David Friedrichs „Kreidefelsen auf Rügen“ und seine Interpretationen

Aktuelle Ausstellung in der KunstGalerie im Naturerbe Zentrum RÜGEN


(Ostseebad Binz / OT Prora, 10.01.2014) Caspar David Friedrichs Werk „Kreidefelsen auf Rügen“ hat seit seiner Entstehung um 1820 Generationen von Kunsthistoriker in ihren Bann gezogen und zu vielen Deutungsversuchen geführt. Unter dem Titel „Friedrichs Kreidefelsen – Weltkultur auf Rügen“ sind die wichtigsten Deutungen in einer Ausstellung veranschaulicht, die ab sofort bis zum 28. Februar im Naturerbe Zentrum RÜGEN kostenfrei zu besichtigen ist. Auf zwölf großformatigen Tafeln werden insbesondere die „Geheimnisse der Dramaturgie“ sowie die „Mysterien der Botschaft“ enthüllt.

Dafür hat der Ausstellungsmacher Dr. Reinhard Piechocki in den vergangenen zehn Jahren alle wesentlichen Interpretationsversuche von Kunsthistorikern, Theologen und Kulturwissenschaftlern analysiert und miteinander verglichen. „Beim Betrachten der verschiedenen Deutungsversuche kann man sich einem intensiven Nachdenken über das Bild und über den Sinn unserer Existenz nicht entziehen“, so beschreibt der Vorsitzende des „Vereins zur Pflege der Kulturgeschichte der Insel Vilm“ das Wesentliche seiner Ausstellung. Als Ergebnis seiner langjährigen Arbeit entstand diese neben der gleichnamigen Publikation.

Das bekannte Gemälde „Kreidefelsen auf Rügen“ hatte Caspar David Friedrich in Erinnerung an seine Hochzeitsreise geschaffen, die ihn zusammen mit seiner Frau vom 13. Juni bis 31. August 1818 in seine Heimatstadt Greifswald und nach Rügen führte. Die Erfahrung der Liebe und Zweisamkeit eröffnete eine neue Periode von großer Schaffenskraft, wofür das analysierte Werk Ausdruck ist. Das um 1820 entstandene Gemälde war fast ein Jahrhundert verschollen. Im Jahre 1903 tauchte es – noch unerkannt - bei einer Auktion wieder auf. Der jüdische Sammler Julius Freund kaufte es als ein angebliches Carl Blechen Bild. Erst 1920 erkannte der Kustos der Berliner Nationalgalerie Joseph Kern C. D. Friedrichs Urheberschaft. Zehn Jahre später erwarb der Schweizer Kunsthändler Oskar Reinhart die „Kreidefelsen“.  Seither befindet sich das Gemälde im Museum Oskar Reinhart am Stadtgarten in Winterthur. Wegen seines unschätzbaren Wertes wird das Gemälde nicht mehr ausgeliehen für Ausstellungen an anderen Orten, so dass es auch in den nächsten Jahrzehnten nicht auf Rügen bewundert werden kann.

In der KunstGalerie des Naturerbe Zentrums RÜGEN werden ganzjährig zeitgenössische Arbeiten Rügener und überregionaler Künstler gezeigt. Alle zwei Monate wechseln die Arbeiten, die alle im Kontext zur hiesigen Landschaft und Natur stehen. Die Ausstellungsflächen sind kostenlos und für die Besucher kostenfrei anzuschauen. Dies soll vor allem regionale Künstler unterstützen.

Bild © Naturerbe Zentrum RÜGEN
Vorschlag Bildunterschrift: „Dr. Reinhard Piechocki Interpretationen von C. D. Friedrichs „Kreidefelsen“ sind derzeit kostenfrei im Naturerbe Zentrum RÜGEN zu betrachten“

1 Kommentare:

Harry Joelson hat gesagt…

Hoffentlich treffen die Interpretationen eher zu als die oben angegebene Information, denn 1. war Oskar Reinhart kein Kunsthändler, sondern Kunstsammler. Zweitens heißt das Winterthurer Museum, wo man mehre Werke von Caspar David Friedrich sehen kann, seit 2012 schlicht Museum Oskar Reinhart (ohne "am Stadtgarten"). Und schließlich kann das Gemälde doch in ganz seltenen Fällen ausgeliehen werden, zuletzt 2006-2007 für die große Friedrich-Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle.

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