Montag, 7. Oktober 2013

Aktionstage im Ozeaneum über Situation der Umweltschützer und die Gefahr für die Arktis

Mit vorgehaltener Pistole bedroht ein Offizier der russischen Küstenwache
Greenpeace-Aktivisten beim Versuch, die Gazprom-Ölplattform 'Prirazlomnaya'
in der russischen Pechora See zu erklimmen. ©Denis Sinyakov / Greenpeace

Greenpeace-Aktivisten drohen bis zu 15 Jahre Haft 

Aktionstage im Ozeaneum über Situation der Umweltschützer und die Gefahr für die Arktis


Stralsund, 7. Oktober 2013 – Bis zu 15 Jahre Haft in Russland drohen 28 Greenpeace-Aktivisten und zwei freiberuflichen Fotografen. Die Besatzungsmitglieder der ‚Arctic Sunrise‘ hatten friedlich gegen die riskanten Ölbohrungen des russischen Ölkonzerns Gazprom in der Arktis protestiert. Nun sind sie wegen „bandenmäßiger Piraterie“ angeklagt, ihr Schiff wurde beschlagnahmt. Über die aktuelle Situation der „Arctic 30“ informiert Greenpeace während der Aktionstage vom 12. bis 16. Oktober im Ozeaneum in Stralsund. Neben Informationen und Vorträgen gibt es Mitmachaktionen für Kinder und Erwachsene. Auch zwei „tierische“ Überraschungsgäste aus dem hohen Norden haben sich angesagt.

„Gefahr für die Arktis geht von Ölkonzernen wie Gazprom oder Shell aus, nicht von friedlichen Protesten“, sagt Christoph von Lieven, Sprecher von Greenpeace. „Wir fordern, dass unsere Kollegen und Journalisten sofort freigelassen werden“. In rund 30 Ländern finden derzeit Protestaktion vor russischen Botschaften und Konsulaten statt. Tausende Menschen demonstrierten am ersten Samstag im Oktober in 30 Städten für die Freilassung der „Arctic 30“. Rund eine Million Menschen haben bereits im Internet eine Petition für die Freilassung der Aktivisten unterschrieben (bit.ly/freethearctic30).

Bohrprojekt von Gazprom bedroht die Arktis


Gazprom will im kommenden Jahr in der Petschorasee als weltweit erster Ölkonzern die Ölvorkommen nördlich der arktischen Eisgrenze kommerziell ausbeuten. Gazproms Pläne kommen derzeit allerdings nur schleppend voran. Der Grund: Technische Probleme. So besteht Gazproms Ölplattform aus ausrangierten Bauteilen und entspricht noch nicht einmal den laxen russischen Sicherheitsstandards. Riskante Umweltbedingungen bei Temperaturen von bis zu minus 50 Grad Celsius und völlig unzureichende Notfallpläne gefährden die empfindliche Arktis.

Greenpeace-Jugendliche sammeln deshalb während der Aktionstage im Ozeaneum Unterschriften für den Schutz der Arktis und organisieren am Sonntag ab 14 Uhr eine Mitmach-Aktion auf dem „Alten Markt“ in Stralsund.  Greenpeace kämpft seit zwei Jahren für ein Schutzgebiet rund um den Nordpol. Die unabhängige Umweltschutzorganisation hat eine weltweite Kampagne zur Rettung der Arktis gestartet. Das Ziel: fünf Millionen Unterschriften: www.savethearctic.org.

Arktis-Aktionstage: Samstag, 12. Oktober bis Mittwoch, 16. Oktober, 10 bis 18 Uhr, Eintritt im Ozeaneums-Eintritt enthalten.
Mitmachaktion: Sonntag, 13. Oktober, 14 Uhr. Ort: „Alter Markt“, Stralsund.
Arktis-Vortrag: „Arktis - Schwarze Zeiten für ein weißes Paradies“ mit Lothar Hennemann. Termine: Montag, 14. Oktober und Dienstag, 15. Oktober 2013. Beginn 12 Uhr und 15 Uhr. Ort: Kinosaal.

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