Freitag, 4. Oktober 2013

Welttierschutztag: GRÜNE fordern artgerechte Tierhaltung



Welttierschutztag: GRÜNE fordern artgerechte Tierhaltung

Ökopartei informiert über Folgen des expandierenden Fleischkonsums und ruft zur Teilnahme an Montags-Inspektion in Alt-Tellin auf

 
Viel zu selten fragen wir uns, was wir eigentlich gerade essen. Dabei ist Essen nicht nur ein kulinarischer Genuss, sondern eine politische und ethische Entscheidung. Was hat das Schnitzel auf unserem Teller mit dem Regenwald im Amazonas zu tun? Und wie hängt es mit ländlicher Armut und Hunger in Kamerun zusammen? Wie werden die Tiere, die wir essen, gehalten und welche Auswirkungen hat die Massentierhaltung auf unser Klima? All diese Fragen lassen sich nicht allein durch einen Blick auf die Verpackung von Wurst und Fleisch im Supermarkt beantworten.



Aus Anlass des Welttierschutztages am Freitag sowie am Montag möchten die GRÜNEN des Kreisverbandes Vorpommern-Rügen über die Folgen der Massentierhaltung aufklären, indem sie in ihrem Stralsunder Büro am Alten Markt 7 jeweils zwischen 11 und 13 Uhr den „Fleischatlas“ vorstellen, welchen die Heinrich-Böll-Stiftung in Kooperation mit dem BUND und der Zeitschrift Le Monde Diplomatique erstellte. Auf acht Plakaten sind anschaulich die Folgen des weltweit immer weiter zunehmenden Fleischkonsums auf die Gesundheit von Mensch und Tier sowie den Flächenverbrauch und die damit verbundenen Klimafolgen dargestellt.

Einer von der Grünen Bundestagsfraktion in Auftrag gegebenen Studie "Qualzucht bei Nutztieren" zufolge ist die Leistung sogenannter Nutztiere in den vergangenen Jahrzehnten rapide gestiegen: Kühe müssen die doppelte Menge Milch geben wie in den 50-er Jahren, Hennen legen drei Mal mehr Eier und Masthühner wachsen drei Mal so schnell. Auch Sauen bekommen heutzutage mehr Ferkel und nehmen schneller an Gewicht zu bei gleichzeitiger drastischer Verkürzung der Lebensspanne. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Gesundheitsprobleme ein Ausmaß erreicht haben, vor dem der Tierschutz die Augen nicht länger verschließen kann und darf.

„Zugleich blüht durch massenweise Verabreichung vor allem von Antibiotika der legale Drogenhandel im Stall, an dem Tierärzte sich gesundstoßen“, kommentiert dies Kreissprecher Kai Danter. Zuchtziele müssten verstärkt in Richtung Gesundheit und Ökologie verändert werden. Es dürfe nicht einfach um möglichst viel Ertrag gehen, weil das oft zum Leid der Tiere führe, so Danter. „Wir wollen die Sau raus lassen und was der Bauer nicht kennt, soll die Kuh nicht fressen“.



Die GRÜNEN rufen überdies zur Teilnahme an der sogenannten Montags-Inspektion der Bürgerinitiative gegen Europas größter Ferkelfabrik bei Alt Tellin am Montag, 7. 10. 2013 um 15 Uhr ab Gutshaus Wietzow auf. An jenem Tag besucht auch Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes in Begleitung von Landwirtschafts-Minister Till Backhaus die Anlage.

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