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Mittwoch, 1. Juni 2011

Rügen: Zeit für Regional und Bio

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Foto: ostSeh/küstermann


Wenn nicht jetzt, wann dann?
Zeit für Regional und Bio

Rügen. (ostSeh) Explodierende Kürbisse aus China, Frühkartoffeln aus Ägypten, Zypern oder Biogurken nebst Tomaten aus Spanien: zunehmend mehr Verbraucher denken angesichts Skandalen schon lange darüber nach, woher unsere Lebensmittel, auch die mit Bio-Siegel, alle kommen. „Regional ist relativ“, sagte der Terra-Naturkost-Verkäufer Tobias Vierig auf die in seinem Unternehmen angebotenen Salate aus dem Berliner Raum angesprochen. Die werden wiederum nach Rügen geliefert, obwohl kaum ein Produkt schneller zerfällt, als das Vitamin im Salat. Terra-Produkte übrigens, die vorsichtshalber am 26. Mai vorbeugend auf Kosten des Lieferanten aus den Regalen genommen wurden, sind nach den bekanntgegebenen Untersuchungen vom 31. Mai durch mehrere Institute alle als „nicht kontaminiert“ eingestuft. Gerüchte sind also ohne Grundlage. Bio hat schon immer eine weitaus höhere Kontrolldichte als andere Ware gehabt.

Doch nun schlägt die Zeit, die sich lange Zeit sich auseinander entwickelnden Begriffe „Bio“ und „Regional“ wieder zusammenzuführen. Denn auf Rügen oder auf dem Nord- und Ostvorpommerschen Festland werden ebenso Salate angebaut, die eigentlich nur hier und nicht globalisiert „Regional“ sind, also anderswo schon wieder lange Transportwege zurückgelegt haben.

EHEC zeigt uns einmal mehr die Grenzen für Lebensmittel auf. 22 Fälle mit steigender Tendenz auf der Insel. Und dabei Kinder, die teils im Zeitraum der Infektion kein Gemüse zu sich genommen haben. Auch kein Bio-Gemüse. Also irgend eine Form der Übertragung durch Tröpfcheninfektion, wie bisher auch für den Hamburger Großmarkt angenommen, wo bio und konventionell gemeinsam auf er Transportschiene in den Handel kommen.

Lebensmittel, die solch aufwändigen Transport erfordern, müssen für einen vertretbaren Marktpreis zwangsläufig immer billiger im Einkauf werden. Denn der Flug von China, Ägypten oder auch Spanien kostet. Masse und dennoch Klasse? Geht das? Zu welchem Preis kann ein Kopfsalat markttauglich erzeugt werden? Wann ist die Kette so lang, dass niemandem auffällt, wenn dioxinhaltiges Maschinenöl ins Futter der Tiere gemischt wird, deren Fäkalien wiederum auf dem Acker ausgebracht werden. Das zu Kontrollieren geht nur mit dem sprichwörtlichen Nachbarn, der einem als Verbraucher auf die Finger schaut. Was also ist Regional?

Dr. Jörg Heusler, der zuständige Rügener Amtsarzt und somit von Amts wegen mit der Thematik und diesen Fällen betraut, benennt es für sich: „Ich hole meine Salate alle aus dem eigenen Garten.“ Doch wer kann das heute mehrheitlich schon? Aber wir haben ja Obst in Altkamp, Gemüse in Stönkvitz, Kransdorf, Samtens und anderswo angebaut. Ebenso Salat in Rosengarten oder Kransdorf, vor den Toren Stralsunds und im Umland von Greifswald... Leider ist jedoch diese Ware wegen des Systems der Großhändler Denree, Terra oder anderen schon wieder mit einem relativen „Regional“ versehen. Und für den regionalen Einkäufer ist es einfacher, alles beim Großhändler aus einer Hand zu ordern. Wie übrigens auch die Köche noch lange nicht in Scharen die Produkte für die Regionale Esskultur auch regional beziehen. BioFrisch Nordost ist der naheliegendste Händler für Produkte aus der weiteren regionalen Umgebung.

Realistisch gesehen ist die Chance natürlich auch gering, die zugegeben heute seltene Chance zu nutzen, Rinder von der Insel Öhe, Salate und Gemüse von hiesigen Böden zu konsumieren. Das Fleisch wiederum geht nach Salzburg und Berlin. Andererseits liefert die Insel nach Aussagen eines Getreidebauern zwar ungefähr 70 mal so viel Getreide wie sie zur Ernährung benötigen würde, aufs Festland. Ackerfläche für das aufwendigere Gemüse und Salate jedoch wird immer weniger, Gärten, zu DDR-Zeiten eine Notwendigkeit, häufig nicht mehr bezahlbar wegen explodierender Grundstückspreise. Und dann haben wir das hier nur am Rande erwähnte Problem der sogenannten Biokraftstoffe, die nun ihrerseits beginnen, Anbaufläche wegen höherer Erträge zu verbrauchen. Realistisch gesehen, wäre der Markt derzeit einem Ansturm auf regionale Ackerbau-Produkte nicht gewachsen. Doch wann fangen wir an, wenn nicht jetzt? Denn verkommen sollten die frischen Produkte der Insel dennoch nicht, weil das Bad mit den Kind ausgekippt wird und nun die reine Fleischeslust endlich mal wieder dominieren darf. Bis zum nächsten Dioxin-Skandal? Nur hier kann das Produkt morgens frisch – am Abend auf den Tisch kommen. Geschäfte in Baldereck, Sellin, Samtens, Rappin und Rosengarten werden auf Rügen schon Gemüsekisten gepackt. Einmal die Woche kommen so Produkte mit nachvollziehbarer Herkunft in die Haushalte. Bioläden in Bisdamitz, Putbus, Binz, Baldereck, Sellin, Bergen, Samtens und Rosengarten ebenso wie derer drei in Stralsund und weitere im Umland bemühen sich, die Struktur zu erschließen, derer sich auch die Discounter dieses Jahr schnell – zu schnell?? - bei wachsender Nachfrage für breitere Konsumentenkreise angeschlossen haben. Nun also sollte der Kunde/die Kundin entscheiden. Nicht durch reinen Verzicht sondern durch gezielte Nachfrage nach regionalen und nach anerkannten Bio-Richtlinien erzeugten Produkten. Niemand lässt sich so nachhaltig auf Redlichkeit im eigenen Interesse kontrollieren, wie Bioland, Demeter, Biopark und andere Anbauverbände. Gehen wir es also an. Fragen Sie nach Regional UND Bio! © 2011 ostSeh/küstermann Andreas Küstermann

Der Autor beschäftigt sich mit dem Thema Bio am Bau und bei der Ernährung seit rund 30 Jahren und betreut heute auch in Sachen Öffentlichkeitsarbeit unter anderem Gut Rosengarten und die BioInsel Stralsund

Freitag, 19. November 2010

Rügen: Bio-Botschafter aus MV aus Bio-Region Murau zurück

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Bio-Botschafter aus MV aus Bio-Region Murau zurück

- Erfahrungsaustausch mit österreichischen Berufskollegen/
- Kleine und mittlere bäuerliche Bio-Höfe behaupten sich in der Region/
- Holz-Nutzung für energetische Selbstversorgung der Region bis 2015

Schwerin (ostSeh) Vertreter des Agrarbündnisses Mecklenburg-Vorpommern kehrten in den letzten Tagen von einer sechstägigen BIO-Fach-Exkursion in die Bio-Region Murau in der Steiermark in Österreich zurück. In dieser Region halten sich im Winter übriens auch zahlreiche Hotel- und Restaurantfachleute von Rügen auf. Die Bio-Fachleute besichtigten dort zehn kleine und mittlere Bio-Höfe mit bäuerlicher Erzeugung, hofeigener Verarbeitung und direkter bzw. regionaler Vermarktung und führten mit den österreichischen Berufskollegen intensive Fachgespräche. Organisator Burkhard Roloff vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland: „Wir sind als Bio-Botschafter aus Mecklenburg-Vorpommern in die landschaftlich sehr reizvolle Bio-Region Murau gefahren und wurden auf allen Bio-Betrieben mit großem Interesse empfangen. Es kam zu einem intensiven, fachlichen Erfahrungsaustausch. Die Themen reichten von ökologischer Milcherzeugung ausschließlich mit Heu, extensiver Mutterkuhhaltung, ab Hof- bzw. regionale Direkt-Vermarktung bis hin zu den erfolgreichen Beispielen der Verbindung von bäuerlichen Betrieben mit Ferien am Bauernhof.“

Roloff weiter zum Resümee der BIO-Fach-Exkursion: „Wir können von unseren österreichischen Kollegen noch viel lernen, insbesondere bei der gelungenen Entwicklung vielfältiger kleiner bäuerlicher Bio-Höfe mit hofeigener Verarbeitung und ab Hof-Verkauf sowie mittleren spezialisierten Bio-Höfen, die ihre Bio-Produkte unter der Regional-Marke mit dem Namen „Zurück zum Ursprung“ vermarkten. Bio und regional wird in der Region Murau seit Jahren realisiert. Beindruckend war für uns die konsequente Nutzung des vorhanden Holzes aus ökologischer Waldbewirtschaftung mit dem Ziel der energetischen Selbstversorgung der Region bis 2015.“ 

Montag, 7. Juni 2010

Rügen: Projekt im Gewächshaus Rosengarten

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Schüler der Regionalen Schule Garz und ihre Lehrerin Anke Bartz lernen einen halben Tag lang, wie Arbeit im Gewächshaus eines Gemüseanbaubetriebes aussieht. /Sebastian Schumann (rot) und Axel Kedrowski (grau). Mit Schubkarre Philipp Rieger. Im Hintergrund Michael Rieger und Anke Bartz. Fotos: ostSeh/Küstermann

Rosengarten (ostSeh) Sebastian SCHUMANN und Alex KEDROWSKI, Schüler der 8. Klasse in der Regionalen Schule Garz, "geizen" die Tomatenstauden im Gewächshaus aus. "Ausgeizen", so der Begriff, den ihnen Gärtnerin Gabriele BERGMANN beigebracht hat, bedeutet, die wilden Triebe zwischen den Haupttrieben zu entfernen. "So wird vermieden, dass zu viel Energie ins Kraut schießt". Das haben sie verstanden und die beiden Jungs können nun auch erklären, warum sie das tun. Und das, obwohl sie eigentlich an diesem Vormittag Philosophie hätten und eine ruhige Kugel schieben könnten. "Unsere Lehrerin benotet unsere Arbeit hier ebenso", sagt Sebastian und füllt weiter den Eimer mit den Trieben. "Und die Arbeit macht auch irgendwie Spaß." Dass sie dabei auch mal ihren Rücken spüren, gehört dazu.

"Sie sehen auf diese Weise, was Arbeit wirklich bedeutet". sagt Lehrerin Anke Bartz, die aus dem anderen Gewächshaus kommt und natürlich ebenfalls mitarbeitet. Dort reinigt sie mit Philipp und Michael RIEGER die Blumenkohl- und Kräuterbeete. Michael hatte kurz vorher den Geschmack frischer Kräuter von den Setzlingen im Vorraum probiert und festgestellt, dass das zweijährige Bohnenkraut völlig anders schmeckt, auch schärfer, als das einjährige. Die Planzen dort warten auf pasendes Wetter und sollen auf die 8.5 Hektar Freilandfläche wie andere vor ihnen.

Ganz nebenbei seien Gespräche über gesunde Ernährung entstanden, bestätigt Gärtnerin Gabriele Bergmann, die dort kleine Pflanzen pikiert, also aus dem Pflanzkübel in eigene Töpfe bringt, damit sie Wurzeln bilden. Wie die vier Schüler bekunden, machen sie das derzeit einmal die Woche mit viel Spaß.

Drei andere Jungs sind aus der Ferne eben am Hühnerstall zu sehen, in dem die frisch eingesetzten braunen Freilaufhühner diese Woche die ersten Eier legen. Nebenan im Pferdestall, der bald Hofladen werden soll, bauen drei Mädchen und weitere Jungs der zehnköpfigen Gruppe Pavillons für die Tage der offenen Gärten zusammen und es stellt sich nebenbei heraus, dass die Mädchen dabei den besseren Durchblick haben.

In der Küche kocht eine weitere Gruppe mit Eva Setegast Kuchen und Mittag. Nur die Nudeln nehmen einige dann doch lieber mit Zucker als mit einer eigenen Pesto. Aber dafür liegt Rosengarten ja direkt vor der Haustüre und Inhaber Joachim Berg sieht es gern, wenn der Kontakt zur Regionalen Schule stabiler wird. Er wünscht sich auch viel mehr Kontakt zur "Gesunden Stadt Garz" und kann sich weitere, viel umfangreichere Projekte vorstellen, wenn sie jemand kontinuierlich vorantreibt und dabeibleibt.

Derzeit hat jedoch der neu angelaufene Bioland-Betrieb Vorrang. Der muss erst am Markt ankommen. Projekte wie der Hofladen und der Verkauf des auflaufenden Gemüses und der vielfältigen Kräuter stehen im Vordergrund. Das wird schon jetzt bis 16 Uhr ab Hof, auf dem Rügen-Markt in Thiessow am Dienstag und Freitag und direkt per Gemüse-Kiste in Haushalte verkauft. Wer sich dafür interessiert, kann auch am 12. und 13. Juni zu den Tagen der offenen Gärten kommen. Und einfach mal selbst einen Kontakt herstellen,

(c) HONORARFREI 2010 ostSeh_KüSTERMANN

Donnerstag, 25. März 2010

Rügen: Bestellung auf Gut Rosengarten

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Frühjahrsbestellung auf Gut Rosengarten. Foto: ostseh

Rosengarten/Garz/Rügen (PM ostSeh) "Wir sind wegen des Schnees mindestens fünf Wochen hinterher", sagt Gärtnerin Gabriele Bergmann, die sich jetzt über alles freut, was in den Pflanzkästen des Gewächshauses auf Gut Rosengarten aufläuft. Das sind derzeit Radieschen. Sie steckt Schalotten, während Jürgen ZIERK auf dem Gerüst im anderen Gewächshaus noch dabei ist, die Schäden der unverhofften Schneelast auf dem Glasdach zu beseitigen. "Eine Stunde pro Glas bei äußerster Vorsicht", sagt er und versucht, nicht mehr zu zerstören. Der Schnee hatte sich zwischen den beiden Schrägdächern verfangen und konnte erst mit Heizung abgeschmolzen werden. Glasbruch war die Folge der großen Last auf dem Glas.

Florian DOMBROWSKI arbeitet derweil schon Kompost von Hand in den Boden im Gewächshaus von Gut Rosengarten bei Garz ein. Vorbereitung für Schalotten, Radieschen, Petersilie, Möhren, Spinat, Kresse und Salatpflanzen sowie Kräuter in Bioland-Qualität.

Gut Rosengarten geht nach einem ersten, kleinläufigen Probebetrieb im Jahr 2009 nun in diesem Jahr auf 8,5 Hektar mit Obst, Gemüse und Kräutern in die zweite Phase seiner Produktion. Der Markt in Thiessow, ein eigener Hofladen mit Biergarten ab Sommer, Einzelkunden, jedoch auch Gastronomen sollen nach der Ernte von ausreichend Produkten beliefert werden. Alles nach dem Motto "Morgens frisch, abends auf den Tisch".

"Das Freiland jedoch benötigt noch Zeit, um bestellbar zu werden. Da müssen Wind und Sonnen helfen". Zwischenzeitlich hat Gabriele Bergmann jedoch durch Wildschäden noch andere Beschäftigung bei den zahlreichen Sträuchern für Beeren und den jungen Quittenbäumen erhalten. Der Verbiss durch Hasen an der Quittenallee ist ihr Problem. "Man spürt das Frühjahr doch die Tiere finden noch nichts zu Fressen. Also halten sie sich hier schadlos", sagt sie und deckt den Verbiss mit Baumwachs ab. Gegen Rehe sind die über 1000 Sträucher und jungen Bäume geschützt. Doch mit den Hasen hatte keiner gerechnet.

Dienstag, 24. November 2009

Rügen: Bio-Dinkel-Stollen mit Getreide von der Insel

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Nils Peters mit den kleinen, handlichen Bio-Dinkel-Stollen auf dem Brett. Zusammen mit der Belegschaft wird ein alljährlich neues Produkt mehrfach gemeinsam angefasst, bevor es in den Verkauf geht. Eine Woche ruht ein Stollen insgesamt, bis die Verkäuferinnen ihn über den Tresen reichen dürfen. Als einen Beitrag zum „Wir-Gefühl“ sieht der Bäckermeister seine Produktphilosophie mit Getreide von der Insel.

Fotos: © ostSeh/Küstermann

Sassnitz/Rügen. (ostSeh) Seit 15000 Jahre wird Dinkel nachweislich genutzt. Ortsnamen wie Dinkelsbühl zeugen vom Export aus Asien, bevor er vor allem in Süddeutschland heimisch wurde. Auch Hildegard von Bingen band Dinkel ausdrücklich in ihre Heilkunde ein. Weizenallergiker freuen sich über ein schmackhaftes Getreide, doch auch normale Verbraucher entdecken zunehmend dieses robuste Urgetreide. „Rosinen, natürlich mit weiteren Zutaten wie Orangeat und Zitronat oder auch Mandeln rechtzeitig in Rum eingelegt, gehören dazu. Zwei Tage liegt der Teig dann bis zur vollen Reife und bedarf besonderer Sorgfalt, um nicht überknetet zu werden“, sagt Bäckermeister Nils Peters. „Dinkel ist ein klassisches Bio-Produkt und so haben wir die Stollen-Zutaten komplett auf Bio umgestellt, was wir mit anderen Produkten aus dem Haus auch schon getan haben“, ergänzt er. Ein Produkt der Insel für die Insel, das diese nur als Geschenk verlassen sollte. „Das Getreide stammt schon von Rügen und künftig mehr“, sagt Nils Peters, der die Produkte vor der Freigabe auch dem kritischen Urteils der Mitarbeiter aussetzt. Das ist Teil des „Wir-Gefühles“ eines Produktes, wenngleich auch schon mal etwas durchgefallen ist“, bestätigt er. Und so gibt es neben klassischen Backwaren der Weihnachtszeit auf Rügen in diesem Jahr einen Bio-Dinkel-Stollen mit einheimischem Getreide. Einfach so.

küma


Dienstag, 17. November 2009

Rügen: Mit Sanddorn  in die Bio-Weltelite  

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In der Edeldestillerie Lieschow auf Rügen wird weltweit der beste Bio-Sanddorngeist produziert. Zitrone des Nordens nennt man die orangefarbene Frucht auch, die zu Ost-Zeiten immer wieder eine wichtige Rolle für die Vitamin-C-Versorgung der RGW-Staaten einnehmen sollte..


Rainer Hessenius vor seinen Biobränden...


Maren Hessenius mit der Zeitungsseite des G8-Gipfels und ihren Bränden vor der Brennblase..
Fotos: © ostSeh/Küstermann


Lieschow (ostSeh). Rainer Hessenius und seine Frau Maren brennen. Für Obst. Und den daraus gewonnenen Edelbrand. Der 56-Jährige gelernte Gastronom hat nun mit seinem Team einen weiteren Qualitätsbeweis für die Rügener Edeldestille eingeheimst. Dort produziert Rainer mit Maren Hessenius und deren Team Spitzenqualität. Denn der in Lieschow hergestellte Sanddorngeist hat nun auch den Bio-Award 2009 bekommen.

„Best of Bio“ für die Bio-Hotels – europaweit 62 an der Zahl – bringt seit 2004 diesen Preis hervor. Eine exklusive runde, denn auf Rügen gibt es mit dem 'meersinn' in Binz eben mal ein Bio-Hotel, in MV ganze drei. „Best of Bio spirits“ wurde 2009 erstmalig nach Auswahl aus 264 Spirituosenproben vergeben. Elf Juroren hatten in München das Vergnügen. 24 Brände und Geister hielten am Ende stand. Lieschow steuert dabei den besten Bio-Sanddorngeist zu, der weltweit zu haben ist, urteilte die Jury. Wobei, ganz ehrlich, manche schon bei Sanddorn überlegen müssen und daher die Konkurrenz für dieses Produkt auch weniger groß ist, wie bei, sagen wir, Pflaume.

Welches Bio-Image die Edeldestille bedient, ist zu sehen, wenn die Inhaber stolz einen Zeitungsausschnitt des G8-Gipfels präsentieren, auf dem für die Regierungschefs der Welt der Tisch mit den Bränden und harten Sachen auch eine Flasche aus Lieschow aufweist. Das Obst dafür ernten die vier Mitarbeiter noch bis spät in den Herbst wie den Apfel Ontario, der jetzt von den Bäumen kommt. „Das geht auf Rügen, da die Ostsee das milde Obst-Klima bestimmt und kaum ein Ort weiter als 7,5 Kilometer von der Küste entfernt ist“, weiß Maren Hessenius aus zahlreichen Verkaufsgesprächen, die in Lieschow direkt neben dem Brenner geführt werden. Nur getrennt von einer Glasscheibe, was wegen der Hitze auch gut so ist. Neben dem europaweit umfangreichsten Angebot alter Obstsorten auf drei Hektar Land rund um die Destille vor der Haustür – natürlich alles bio – wird aus der Plantage des Obsthofes in Altkamp zugeliefert. Auch die Beeren werden übrigens von einer Ludwigsluster Plantage zugeliefert. Weil nur dort ein einheitlicher Reifegrad der Beeren bei der Ernte besteht. Wildgewächse tragen Beeren in drei Reifestufen und das ist den Brandexperten schon wieder zu unwägsam. Die wollen Kontrolle haben – von der Reife über die Maische bis zum Brand. Nur so entsteht eben ein prämierter Brand wie eben jener. Einer übrigens aus mehr als 20 Sorten.

© ostseh/küstermann


Montag, 9. November 2009

Rügen: Scharfe Sachen auf Gut Rosengarten

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Warum sind Chilis so scharf?

Wirsing in Biolandqualität ist derzeit zu haben, Auch der Rosenkohl wartet noch auf FrostGründung, Rosenkohl und abgeerntete Beete vor der Kulisse, in die sich schon bald ein langer Weg auf die Erweiterungsflächen schieben wird. Die Johannisbeersträucher sind schon aumgepflanzt

Gärtnerin Gabriele Bergmann mit einer Chilifrucht der besonders scharfen Sorte

Ein Chilibusch der sanfteren Früchte aus dem Hause Chili

Fotos: ostSeh/Küstermann

Brennendes Interesse beim Schulausflug nach Rosengarten

Garz/Rosengarten. (PM ostSeh) “Was bedeutet eigentlich Bioland?”, “warum ist Chilli so scharf” und “wieviele Kürbisse werden eigentlich in Rosengarten geerntet?” Das und vieles mehr wollten die Schülerinnen und Schüler aus drei fünften Klassen der Regionalen Schule Garz von Gärtnerin Gabriele Bergmann wissen. Die hatte den Schulausflug im Namen von Eigentümer und Gründer des neuen Gutes Rosengarten, Joachim Berg, in den Gewächshäusern empfangen. Zwei dienen dem Gemüseanbau und der Nachzucht, eines soll künftig ein Platz für Events mit einem Amphitheater davor werden. Denn Gastronomie ist bei dieser Größenordnung ein wichtiger betandteil auf dem 1318 erstmalig erwähnten Gut.

In Rosengarten wurde die erste Saison komplett durchgehend Gemüse verschiedenster Arten im Frühjahr und Sommer und selbst jetzt noch Blumen für die Kostendeckung im Winter und Frühjahr gezogen. “Von den anfangs 32 Tomatensorten haben wir nach ersten Erfahrungen allerdings schon wieder welche aus dem Programm genommen. “Wer will schon Tomaten mit einem Gewicht von 500 Gamm?” erläuterte Gabriele Bergmann schmunzelnd. Für die Feuerprobe mit dem Chili hatte sie einige Geschmacksmuster vorbereitet. “Typisch, dass die Jungs sich die ganz scharfen Früchte griffen und die Tränen dann auch noch mit den Fingern aus den Augen wischten, was den Effekt der Schärfe nochmals verstärkte”, schmunzelte sie über die Erfahrungen, die eben jeder selbst machen muss. Eine Schärfescala für Chilli geht übrigens von der ebenfalls dort angebauten Gemüsepaprika bis hin der Sorte Habanero, die gegenüber der Ersteren mit null bis 100 Punkten dann 100 000 bis 350 000 Punkte der Schärfescala aufweist. Das liegt als Beispiel noch zwei Stufen über Tabasco. Verantwortlich für die Schärfe sind die sogenannten Capsaicinoide, die nur in Wasser löslich sind. Daher hilft nach dem zu scharfen Essen anders als bei anderer Schärfe Wasser sofort. Capsaicinoid reizt die Nervenenden, die sonst im Mund für die Empfindung “heiß” zuständig sind. Die Schärfe allerdings besteht tatsächlich aus so etwas wie konservierten Sonnenstrahlen. Je heißer die Chilli-Region, umso schärfer die Frucht. (Info unter www.chilifan.de )

Neben den Gewächshäusern brachte die Gärtnerin Gabriele Bergmann den Kindern auch die Entwicklung von Rosengarten heutzutage im weitläufigen Rückraum nahe. Kartoffeln, Johannisbeeren, Rote Beete, Salate, Gemüse und vieles darüber hinaus waren den Sommer über neben den selbst zu Saft und Fruchtaufstrich verarbeiteten Früchten schon zum Verkauf im Angebot. Und sichtbar ist auch die derzeit vorgenommene Erweiterung auf dann insgesamt 3,5 Hektar Gemüse- und Fruchtanbau. Joachim Berg, der diese Exkursion auch in größerem Zusammenhang mit den Bemühungen um den Status Gesundheitsstadt Garz sehen kann, hat noch weitreichende Pläne für den Anbau, dessen gastronomische Vermarktung nun mit ersten Gesprächen beginnt. Vor Ort kundig gemacht hat sich beispielsweise schon Küchendirektor Stefan von Heine, der sich seit 1995 für die Vermarktung regionaler Produkte einsetzt und bisher immer den Mangel an inseleigenem Gemüse und Kräutern beklagt. “Sei es ein Bund Dill oder mehlige Kartoffeln zum Fisch, ebenso die ganze andere Bandbreite von Küchenkräutern. Dafür besteht doch auf Rügen in solcher Qualität immer Bedarf”, so von Heine.

Dass Bioland ein Qualitätssiegel weit über den ungeschützten Bio-Begriff hinaus darstellt, erfahren die Kinder am Ende fast nebenbei beim LPG-Kuchen und ungezuckertem Apfelsaft. Und Kirsten Koslik-Kilper, eine der begleitenden Lehrerinnen, bestätigte das hohe Niveau und den Erkenntnisgrad eines solchen Ausflugs. Bergs Vision: ein grünes Klassenzimmer mit internationalen Schülern und dazugehörigen heimatlichen Kräutern in Rosengarten. Nur die Frage der Kürbisse, die ließ sich nicht so ganz eindeutig beantworten.

Info: http://www.gut-rosengarten.de/geschichte.htm

© 2009 ostSeh / ANDREAS KÜSTERMANN
Frei verwendbar bei zusendung eines nachweises und korrektem bildnachweis

 
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