Montag, 18. August 2014

Rügener wollen jetzt selbst Bäderbahnen bauen - Mutiger und konsequenter Entschluss

Bäderbahn "Uns lütt Bahn" im Ostseebad Baabe

Rügener wollen jetzt selbst Bäderbahnen bauen - Mutiger und konsequenter Entschluss


Schwerin/Bergen/MVPO  Jeder kennt sie vom Urlaub oder von Postkarten - die bunten und beliebten Bahnen auf Rügen, die die Urlauber zu den touristischen Attraktionen bringen.

Seit 1992 gehören der Jagdschlossexpress und die Bäderbahnen in Binz, Sellin und Baabe und seit letztem Jahr auch der Naturerbe-Prora-Express zum öffentlichen Leben auf Deutschlands größter Insel. Da die Preise für die Züge und Ersatzteile in den letzten Jahren rasant gestiegen sind, hat sich die Jagdschlossexpress & Ausflugsfahrten GmbH entschlossen, die Züge künftig selbst zu bauen. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben, für das eine eigene Produktionshalle gebaut und entsprechende Maschinen angeschafft werden müssen.

„Der Schritt ist sehr mutig, aber konsequent“, sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe (Foto). „Wenn die Kosten so exorbitant steigen, ist es nur folgerichtig, Alternativen aufzuzeigen. Die Bäderbahnen sind ein wichtiges Aushängeschild und Markenzeichen unserer Tourismusregionen“, unterstrich Glawe. „Zudem werden durch das ambitionierte Projekt fünf neue Arbeitsplätze geschaffen.“

Die Jagdschlossexpress & Ausflugsfahrten GmbH unterhält bereits eine eigene Werkstatt, um die eingesetzten Bahnen jederzeit zu warten und bei Ausfällen schnell reagieren zu können. Auf dem Betriebsgelände in Binz wird jetzt eine neue Werkshalle errichtet, in der die neuen Kleinwegebahnen „made in mv“ von der Tochtergesellschaft Sightseeing Trains Rügen GmbH produziert werden. Das Unternehmen ist in Vorleistung gegangen und hat einen Prototypen entwickelt, der schon die Zulassung vom TÜV erhalten hat. Das Interesse an den neuen Rügenbahnen ist groß, auch im europäischen Ausland. Bis Ende des Jahres soll der Neubau abgeschlossen werden und im kommenden Jahr soll die erste Ausflugsbahn aus dem Binzer Werk auf die Reise gehen. Der Neubau wird vom Wirtschaftsministerium aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von 343.100 Euro unterstützt. Insgesamt beläuft sich das Investitionsvolumen auf 807.500 Euro.

Quelle: WM M-V, Schwerin

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