Sonntag, 13. September 2009

Rügen - Bevorzugte Lehrstellen für Feuerwehrnachwuchs

Löschangriff nass ist die Paradedisziplin beim Pokal der Landrätin. Die Gruppe bekommt ein Startsignal, ergreift die akribisch zurechtgelegten Gerätschaften und spritzt mit zwei ausgelgten Schläuchen jeweils eine Blechbüchse von einem Stab. Die Zeit endet, wenn der Saugschlauch draußen und die Pumpe aus ist. Das schaffte Samtens/Altefähr beispielsweise in 29 Sekunden.

Foto: ostseh/Küstermann

Gingst. (ostSeh) Kreuzknoten, Zimmermannsschlag, Rettungsleinenzielwurf, Schlauchkegeln und Löschangriff nass: dieses Vokabular war neben anderen Fachbegriffen am Sonnabend Vormittag in Gingst Thema für 160 Kinder und Jugendliche der Feuerwehren Rügens. Ausgelobt war der Pokal der Landrätin, für den diese Disziplinen in jeweils zwei Durchgängen von neun Gruppen bewältigt werden mussten. „Die beste davon wird gewertet, die andere gestrichen“, erläuterte Kreisjugendwart Ingo Trusheim. Verteidigt sollte der Wanderpokal in diesem Jahr von Putbus werden. Was misslang. Es siegte die Jugendfeuerwehr Samtens/Altefähr mit 1024,16 Punkten knapp vor Bergen 1 (1014,18) und Neuendorf/Hiddensee (1000,39).

„Knoten sind meine Lieblingsdisziplin“, sagt Sarah Franziska Prüssing (10) von der Jugendfeuerwehr Gingst. Sie hatte viel Spaß und verzieh sich auch den einen Fehler bei den Knoten. Ebenso Nick Cronevitz (10) gehört in Gingst zum künftigen Feuerwehrnachwuchs. „Den Zimmermannsschlag habe ich aus dem Gefühl heraus gemacht und zugezogen. Zuerst dachte ich, er sei falsch“, ist seine Aufregung noch zu spüren.

Susanne Habermann als Ausbilderin der Gingster Jugendfeuerwehr kann auf 17 hochmotivierte Kinder und Jugendliche zurückgreifen. „Eben sind fünf Kinder von Ummanz bei uns eingetreten, die auch sonst zusammen zur Schule gehen. Da macht sich die Zusammenarbeit mit der Grund- und Regionalen Schule in Gingst äußerst vorteilhaft bemerkbar“, stellt sie zufrieden fest.

Allgemein ging der Tenor bei der Siegerehrung dahingehend, dass dies die Kameradinnen und Kameraden von morgen seien. „In zehn Jahren macht ihr das Feuer aus. Wir haben deshalb eine Initiative mit den Arbeitgebern der Insel begonnen, dass Feuerwehrleute bevorzugt Lehrstellen bekommen sollen, damit ihr vor Ort bleibt“, führte Kreiswehrführer Daniel Hartlieb aus und hatte damit eine besondere Art der Motivation gefunden.

© 2009 ostSeh / ANDREAS KÜSTERMANN

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Es ist schon echt traurig wenn man Kinder aus anderen Wehren abwerben muss und somit deren Jugendfeuerwehr kaputt macht.

... denkt mal drüber nach

Mit kameradschaftlichen Grüssen

Eure Nachbarwehren

Anonym hat gesagt…

hmm, vielleicht ist ja auch das Konzept schlüssiger und saufen und rauchen alleine genügt nicht als Basis für eine Jugendfeuerwehr ..:-). Ach ja, grillen nicht zu vergessen.
Dass Gingst in Sachen Jugendfeuerwehr mit der Regionalen Schule kooperiert, ist zwar dem Standort geschuldet, aber ein geniales Konzept, Das muss man wohl eingestehen... Ein Gingster. Ebenso anonym.

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